Löcher in Klassendecken beschäftigen Mündener Ratsleute

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Um eindrigendes Regenwasser aufzufangen, hat man direkt unter einem Leck im Flachdach eine Wanne positioniert. Die Stelle befindet sich direkt über einem Lehrerpult.

Mitglieder des Gesellschaftsausschusses schauten sich an der Grundschule Königshof um

Hann. Münden. „Es ist beschämend. Man fühlt sich wie in einem Entwicklungsland“, sagte Ratsfrau Kirsten Klein (Aufstehen für Münden) als sie und andere Mitglieder des Gesellschaftsausschusses bei einem inoffiziellen Rundgang die Grundschule Königshof inspizierten. Den Termin angeschoben hatte Holger Sparbier, Vorsitzender des Schulelternrats. Konrektorin Anja Gamper-Wilhelm und Hausmeister Martin Kalz zeigten den Ratsmitgliedern die Schäden an dem Schulgebäude. In mehreren Klassenräumen klaffen Löcher in den Decken, einige Verkleidungen weisen Wasserflecken auf.

„Vor etwa drei Jahren kamen die Flecken zum Vorschein. Ein Jahr später mussten wir Wannen aufstellen, um eindringendes Regenwasser aufzufangen. Im Treppenhaus kam es ebenfalls zu einem Wassereinbruch. Hier wurden marode Deckenplatten entfernt. Es stieg die Gefahr, dass sich Teile lösen und Kindern auf den Kopf fallen“, erklärte Gamper-Wilhelm. Kalz erklärte, dass die Bitumen-Schicht des Flachdaches nicht mehr dicht sei, das Wasser sich seinen Weg ins Innere der Schule bahne. Der Schaden müsste aufwendig beseitigt werden. Die Bitumenabdichtung enthalte zudem giftiges Asbest. Teile der Einrichtung, dessen erste Gebäude nach Kalz‘ Aussage aus den 1960er Jahren stammen, hält die Schulleitung für dringend sanierungsbedürftig. Die Toiletten für Mädchen, Jungen und Lehrer seien seit Jahrzehnten nicht erneuert worden. Betritt man die stillen Örtchen, schlägt einem ein beißender Uringeruch entgegen.

Fremde auf dem Pausenhof

Sorgen bereiten Gamper-Wilhelm und dem Kollegium auch die Pausenhöfe, die nicht eingezäunt sind: „Sie sind jederzeit frei zugänglich und werden auch während der Pausen von Autos oder Radfahrer befahren. Fremde Menschen, unter anderem mit Hunden, aber auch alkoholisierte Personen halten sich hier auf. Zusätzlich läuft der gesamte Bring- und Abholdienst der Kindergarteneltern über den hinteren Pausenhof ab. Wir verlieren da den Überblick.“ Man habe die Stadt Mehrfach auf die Zustände hingewiesen. Passiert sei in den vergangenen Jahren zu wenig, man sei oftmals vertröstet worden. Elternvertreter Dr. Jens Küster teilte bei dem Rundgang mit, dass er bereits mehrere Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt habe. Dort habe man ihm vor den Sommerferien die Auskunft gegeben, dass man ein Ausschreibungsverfahren vorbereite. Auf Nachfrage während einer zurückliegenden Sitzung des Gesellschaftsausschusses Ende August, sei der Ausschreibungsentwurf noch nicht fertig gewesen. Bürgermeister Wegener habe versichert, dass Sanierungsarbeiten an der Schule in den Herbstferien beginnen. Küster frage sich, wie man das zeitlich schaffen wolle. Als Sanierungssumme habe Wegener 300.000 für die Dach-und 200.000 Euro für die Toilettensanierung genannt.

Stadt: Dachsanierung in den Herbstferien

Die Pressestelle der Stadt teilte auf Anfrage mit, dass die Ausschreibung für die Dachsanierung in der vergangenen Woche erfolgt sei. Die Ausführung in den Herbstferien werde immer noch angestrebt. Die Sanierungssummen konnte man nicht bestätigen. Man merkte an, dass für die sieben Mündener Grundschulen aktuell 1,5 Mio. Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderpaket (KIP) zur Verfügung stehen würden. Grundsätzlich würden alle notwendige Maßnahmen, mit Blick in den vorliegenden Grundschulentwicklungsplan, im Gespräch mit den Grundschul-Leiterinnen und -Leitern abgestimmt.

Vorrang hätten die Grundschulen Königshof und Am Wall. Die Schulen seien informiert. „Es gibt immer eine Prioritätenliste zwingend erforderlicher Maßnahmen, aber die Sicherheit für Kinder und Personal in den Kindertagesstätten und schulischen Einrichtungen kennt keine „Ausstände“. Was tagesaktuell notwendig ist, muss im Rahmen der Möglichkeiten vom Kita- und Schulträger, mit Blick auf den Sicherheitsaspekt unterhalten werden“, teilte die Stadtverwaltung schriftlich mit. Ratsherr Kevin Barth (SPD) begrüßte den Ortstermin in der Grundschule: „Wir reden gerne am Tisch über Geld, ohne die Schäden selbst gesehen zu haben. Ich schlage vor, dass der Gesellschaftsausschuss in Zukunft vor seinen Sitzungen regelmäßig Grundschulen besucht, um sich ein eigenes Bild zu machen.“

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