Neues Zuhause für Hund Luis gesucht

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(V.li.) Hündin Lena, Pflegehund Luis und Frauchen Ute Brandes.

Vierbeiner soll an liebevolle Menschen vermittelt werden

Bühren. Was Luis in seinem Leben bisher erlebt haben muss, weiß nur er. Der Hund, den Pflegefrauchen Ute Brandes auf drei bis vier Jahre schätzt, stammt aus Südfrankreich und wurde hier über die Organisation „Beagle in Not“ von Züchtern übernommen, die sogenannte Meutehunde halten: „Es sind reine Jagdtiere, die ohne jeglichen Kontakt zu Menschen aufwachsen. Meist handelt es sich um 50 bis 70 Tiere die zusammen gehalten aber nicht richtig ausgebildet werden. Sie sind reine Jagdinstrumente und haben zu funktionieren“, erklärt die Hundeliebhaberin, die bereits 35 Pflegehunde in ihrer Obhut hatte und weitervermittelt hat. Seit 2001 geht sie diesem ungewöhnlichen Hobby nach. Hündin Lena (6) steht ihr dabei zur Seite. Als sie Luis vor einem Jahr bei sich aufnahm, sei er wie ein wildes Tier gewesen, habe Verletzungen am Körper gehabt, ließ soziales Verhalten vermissen. „Ich musste ganz von vorne mit ihm anfangen, weil der Mensch so viel kaputt gemacht hat. Es war ein langer Weg. Jetzt, nach einem Jahr, gehört er mit dazu und hat sich total verändert.“

Brandes, die oft Hunde nach Trennungen oder Sterbefällen bei sich aufgenommen habe, sieht die Zeit gekommen, in der Luis in neue Hände gegeben werden müsse. Auch wenn es schwer falle, irgendwo warte ein anderer Vierbeiner darauf bei ihr aufgenommen oder aufgepäppelt zu werden. „Wenn ich weiß, dass er in gute Hände kommt, fällt es mir natürlich leichter loszulassen“, so die Bührenerin.

Luis wird nicht an jeden vermittelt

Interessenten hätten sich schon einige gemeldet, doch das Schicksal habe es bislang nicht gut mit Luis gemeint: „Es waren nie die richtigen dabei. Die neuen Besitzer sollten schon etwas Erfahrung mitbringen, vielleicht einen zweiten Hund haben und ein eingezäuntes Grundstück besitzen, um den Jagdtrieb des „Porcelaine“, so die Rassebezeichnung, in Zaum halte zu können. „Natürlich weiß ich, dass die Ansprüche hoch sind, aber es macht keinen Sinn ihn in einer Berliner Wohnung im 3. Stock mit vier Kindern leben zu lassen“, schüttelt Brandes des Kopf. Solche Anfragen habe es genauso gegeben, wie von absoluten Neulingen: „Manchen Menschen ist die Tragweite einer solchen Verantwortung nicht bewusst. Ein Hund braucht immer Zuwendung. Man kann ihn nicht zur Seite legen wie ein Smartphone“, sagt die Pflegemama. Luis sei ein echter Einzelfall. Noch nie habe Brandes so lange für die Vermittlung eines Hundes gebraucht. Die kürzeste ging innerhalb weniger Tage über die Bühne: „Das war ein brauner Labrador. Und solche Tiere will jeder haben.“ Trotzdem gibt sie die Besitzersuche für Luis nicht auf.

Wer sich vorstellen könnte ihn bei sich aufzunehmen, sollte beim Verein „Ausrangiert und Abgeschoben e.V.“, Jana Tarnowski, Telefon 0178-5095240, e-Mail ausrangiert-und-abgeschoben@gmx.de oder direkt bei Ute Brandes unter Telefon 0160-8108994 melden.

Das ist Luis

Pflegemama Ute Brandes bezeichnet den etwa 4-jährigen Luis als schüchtern, zart und sensibel. Ganz typisch für die Hunderasse „Porcelaine“. Wenn aber sein Jagdinstinkt einsetze, gebe er jedoch so richtig Vollgas und müsse sich dann auch mal auspowern. „Genug Bewegungsfreiheit, am besten mit anderen Hunden, sollte in seinem zukünftigen Zuhause vorhanden sein. Luis ist kastriert und wird gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 250 Euro mit einem Tierschutzvertrag abgegeben“, teilt Brandes mit. Zudem werde sich Luis zunächst an sein neues Zuhause und an die Umgebung gewöhnen müssen. Hier seien Menschen mit Geduld gefragt. Auf www.ausrangiert-und-abgeschoben.de (siehe Hunde in der Vermittlung) ist das Tagebuch von Luis mit seinen Entwicklungsstadien seit der Inobhutnahme einzusehen.

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