Manaf macht den Mündenern die Haare schön

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(V.li.) Hussein Abdo, Chef Manaf Abdo und Beran Khalaf.

Ein neuer Lebensabschnitt: Junger Syrer will mit Salon in der Mündener Ziegelstraße durchstarten

Hann. Münden. Ob man Manaf Abdo irgendetwas krumm nehmen kann, lässt sich schwer vorstellen, so sympathisch ist er. Der junge Syrer kurdischer Abstammung hat in Deutschland einen kompletten Neuanfang gewagt, weil es in seiner Heimat „keine Zukunft gibt“, wie er sagt. Seit acht Monaten macht er die Münderinnen und Mündener in eigenem Salon schön, habe sich hier „gut eingelebt“. Mit einem mehrköpfigen Team empfängt er die Kunden in der Ziegelstraße 12 täglich von 9 bis 19 Uhr, samstags bis 15 Uhr, schneidet Haare, stutzt Bärte und Augenbrauen, entfernt Nasen- und Ohrenhaare, ja sogar Hautunreinheiten wird mit einem speziellen Verfahren zuleibe gerückt.

Einen Ruhetag gebe es nicht: „Wir müssen hart arbeiten, um langfristig Erfolg zu haben. Deshalb können wir uns so etwas auch nicht erlauben“. Das Kundenaufkommen verlagere sich derzeit noch ans Wochenende. Gerade dann kämen viele junge Menschen in den Salon: „Die wollen gut aussehen, wenn sie zum Feiern weggehen“, sagt er und lächelt. Er wünscht sich, dass ihm auch ältere Menschen eine Chance geben, sich zu beweisen und dass von montags bis freitags gleichbleibender Betrieb einkehrt.

Keine Sprachbarrieren

Im Gespräch mit dem jungen Syrer kommt einem schnell der Verdacht, dass er schon lange in Deutschland lebt, dabei zog es ihn erst im November 2014 hierhin. Manaf kam zunächst bei Verwandten in Dortmund unter. Etwa ein Jahr später lotste ihn ein Bekannter in die Dreiflüssestadt, wo er zunächst als Friseur angestellt wurde. Doch Manaf wollte mehr – selbstständig sein. Den nötigen Meisterbrief um einen Friseursalon zu führen besitzt eine Mitarbeiterin. Manaf ist dennoch der Chef: „Von der Industrie- und Handelskammer in Northeim wird der Meisterstatus aus meiner Heimat leider nicht anerkannt. Wenigstens muss ich nicht noch einmal eine ganze Ausbildung absolvieren, um als Friseur zu arbeiten. Trotz allem ist das Handwerk nach wie vor mein Traumberuf, in dem ich weiter arbeiten möchte. Schon als Kind wollte ich Friseur werden und schnitt zuerst meinem Neffen die Haare. Danach wurden es immer mehr: Verwandte, Nachbarn, Freunde kamen dazu. Später eröffnete ich in meiner Heimatstadt Derik meinen eigenen Salon mit Angestellten. In Anlehnung an diese Zeit heißt mein Mündener Salon auch „Derik Style by Manaf“, erklärt der 30-Jährige. Hier hat er sein ganzes Herzblut einfließen lassen: „Zwei Wochen lang haben wir die Räume von morgens bis nachts renoviert. Es war sehr viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, so der Friseur.

Sein großes Ziel: Einen großen Salon in Göttingen eröffnen. In zwei Jahren könnte es soweit sein, wenn sich alles so entwickelt, wie Manaf sich das vorstellt. Er arbeite gerne und sei dankbar dafür, dass ihm und seinen Mitarbeitern so viel Vertrauen und Offenheit entgegengebracht würde.

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