Ein Stück Afrika in Münden

Miry Schneider (2.v.li.) erläutert den Besuchern der Ausstellung ihre Bilder und erzählt von ihrem Leben in Afrika.
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Miry Schneider (2.v.li.) erläutert den Besuchern der Ausstellung ihre Bilder und erzählt von ihrem Leben in Afrika.

Miry Schneider stellt derzeit ihre abstrakten Bilder im Künstlerhaus aus.

Hann. Münden.  Ihre Bilder symbolisieren Freiheit und die Liebe zur Familie: Miry Schneider stellt derzeit ihre Bilder im Künstlerhaus in der Speckstraße aus. Am vergangenen Freitag wurde die Ausstellung im Beisein vieler KunstNetz-Mitglieder eröffnet. Schneider stammt aus den afrikanischen Binnenstaat Niger, auch bekannt durch seinen namensgebenden Fluss. An dessen Ufer sammelt „Miry“ Erde in unterschiedlichsten Farbtönen, die sie in ihre Werke einarbeitet und ihnen damit Struktur verleiht. Jedes Bild trägt somit ein Stück Afrika, womit sie ihre Verbundenheit zur Heimat zum Ausdruck bringt.

Ein weiteres Stilmittel sind Stoffe, die afrikanische Frauen tragen. Oft verwendet die Künstlerin, die mit einem deutschen Mann zusammen lebt, geknotete Tücher. „Der Knoten hat zwei Bedeutungen für mich. Zum einen steht er, negativ gesehen, für die Unfreiheit der Frauen in meiner Heimat. Zum anderen symbolisiert er positiv das Band der Liebe zur Familie“, so Schneider. Und weiter: „Das Leben ist nicht glatt und nicht immer so, wie man es haben möchte. Die Strukturen stehen auch für die Unebenheiten des Lebens.“ Schneider wuchs in Niger in einer strengen Kultur auf. Mit 15 Jahren widmete sie sich der Malerei und fertigte zunächst Landschaftsbilder und Porträts an. Später stellte sie in Niger, Mali und Togo aus. Nach Frankreich führte sie ihr Beruf als Agraringenieurin hin, wo sie zwei Jahre verbrachte. In Paris konnte sie mit ihren Bildern ihren Aufenthalt finanzieren und die Kunstvielfalt bereichern. Es folgten schließlich Ausstellungen in Deutschland.

2003 begann sie mit abstrakten Arbeiten, mit denen sie die Geschichte der afrikanischen Frauen erzählen möchte. Bis heute hat sie mehrere regionale und überregionale Preise gewonnen. Die Intensität der Farben, vorwiegend Acryl, sind Blickfang und Faszination zugleich und begeistern Besucher der Ausstellung noch bis zum 16. April. Die Ausstellung ist an den Wochenenden, samstags und sonntags, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Künstlerin ist anwesend und beantwortet gerne Fragen zu ihren Bildern.

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