Wer möchte in Hann. Münden Tauben unter die Flügel greifen?

Wer möchte den Tauben in der Dreiflüssestadt helfen?
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Wer möchte den Tauben in der Dreiflüssestadt helfen?

Die ARGE des Göttinger Stadttauben e.V. sucht Mitstreiter, die die Tiere unterstützen

Hann. Münden. Die Arbeitsgemeinschaft Hann. Münden des Göttinger Stadttauben e.V. sucht nach weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern, die sich für die Stadttauben in Hann. Münden engagieren möchten. Im Januar 2020 fanden sich vier Tierschützerinnen als Gründerinnen der AG zusammen.

Bereits alle Hände voll zu tun

Seitdem hat die Gruppe bereits einige Herausforderungen angehen müssen: Kurz nach der Gründung wurden die Stadttaubenschwärme der Hann. Mündener Innenstadt von der Paramyxovirose befallen. Einem hartnäckigen Virus, das vor allem das Nervensystem der Stadttauben attackiert. Es kommt zu einem Kontrollverlust über die Motorik. Zunehmend fällt es den Stadttauben schwer Körner zu picken, zu laufen oder zu fliegen. Charakteristisch für die Paramyxovirose ist das krampfhafte Überdrehen des Kopfes. Zusätzlich kommt es zu einem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlust. Der Ausbruch der Paramyxovirose zwang die frisch gegründete AG Hann. Münden zum raschen Handeln. Mehrmals täglich kontrollierten die Mitglieder nun die Straßen der Innenstadt, um infizierte Tiere einsammeln zu können. „An einigen Tagen fanden wir bis zu einem Dutzend erkrankte Stadttauben in der Mündener Altstadt“, erzählt Evelyn Schimek, Mitglied der AG Hann. Münden. Viele von ihnen starben bereits kurze Zeit nach der Aufnahme. Einige Stadttauben konnten aber auch nach intensiver Pflege gerettet werden. Nachdem der Ausbruch der Paramyxovirose überstanden war, begann die eigentliche Arbeit der AG Hann. Münden.

Damit sich die Situation der Stadttauben nachhaltig in der Zukunft verbessern könnte, entwickelte die Gruppe einen möglichen Ansatz zur Umsetzung des sogenannten Integrativen Stadttaubenkonzeptes, auch Augsburger-Modell genannt. Nach diesem Konzept werden Stadttauben in betreuten Schlägen mit artgerechter Körnernahrung ernährt, medizinisch versorgt und die Population durch den Austausch der Eier durch Gipseiern auf eine pflegekompatible Größe reduziert.

Tauben - heimatlose Haustiere

"Stadttauben sind, im Gegensatz zum vorherrschenden Vorurteil, keine Wildtiere. Sie sind Nachfahren von Brief- und Zuchttauben, die nicht mehr den Weg in ihre Schläge gefunden haben. Jährlich stranden tausende Tiere in den deutschen Städten. Sie sind somit heimatlose Haustiere. Daher sind Stadttauben auf die rudimentäre Versorgung durch den Menschen angewiesen. Durch die artgerechte Ernährung würde sich der schleimige Hungerkot - eine Art Dauerdurchfall - erheblich reduzieren. Bis zu 80 Prozent weniger Kot wird in Innenstädten mit betreuten Schlägen außerhalb dieser abgesetzt. Wir sind froh, dass sich die Stadt Hann. Münden offen für unsere Ideen zeigt und es zu einem Seite 2 ersten Austauschgespräch im Februar kam. Wir sind gespannt, was die kommende Zeit mit sich bringt,“ berichtet Karin Tuchler von der AG Hann. Münden.

Neben dem Einsatz für betreute Schläge wurden auch nach dem Ausbruch der Paramyxovirose mehrere Pflegetiere bei den Mitgliedern der AG. Hann Münden gemeldet. So konnte eine Stadttaube mit einem komplizierten Flügelbruch nach mehrwöchiger Pflege gerettet werden. „Es freut mich, dass wir mittlerweile auch einige Erfolge in der Pflegearbeit erleben durften“, erzählt Sylvia Engler, die sich in der AG Hann. Münden vor allem in der Pflegearbeit engagiert. Nach der COVID-19-Krise möchten die Mündener Taubenschützerinnen auch mit der Öffentlichkeitsarbeit beginnen. Es sind Infostände und weitere Aktionen geplant. Da die Aufgaben mit der Zeit immer mehr zunehmen und die Arbeit ausschließlich ehrenamtlich erfolgt, ist die Gruppe auf weitere Interessierte angewiesen.

Falls Leserinnen und Leser sich also angesprochen fühlen, können sie sich unter Tel. 0151-46457052 oder unter goettinger-stadttauben@gmx.de melden. Unter der Homepage https://goettinger-stadttauben.com können weitere Informationen über den Verein gefunden werden.

Der Göttinger Stadttauben e.V. wurde im Mai 2017 gegründet, um die Situation der Stadttauben zu verbessern. Seitdem plant er die Umsetzung des Integrativen Stadttaubenkonzeptes in der Göttinger Innenstadt, pflegt verletzte Tauben und versucht mit Vorurteilen gegenüber Tauben durch Öffentlichkeitsarbeit aufzuräumen. Seit Januar 2020 engagiert sich der Verein durch die AG Hann. Münden auch in der Dreiflüssestadt. Der Göttinger Stadttauben e.V. ist als gemeinnützig anerkannt und arbeitet ausschließlich ehrenamtlich.

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