Morddrohung per Telefon

Winfried Krause aus Helsa zog zwecks Rehabilitation vor GerichtVon HELGA WERNHARDTKassel/Helsa. Sichtlich erleichtert tritt Winfried Krause aus dem Ka

Winfried Krause aus Helsa zog zwecks Rehabilitation vor Gericht

Von HELGA WERNHARDT

Kassel/Helsa. Sichtlich erleichtert tritt Winfried Krause aus dem Kasseler Gerichtsgebude ein weiterer Schritt zur Aufarbeitung seelischer und krperlicher Belastungen. Seit drei Jahren musste der heute 69-Jhrige mit einer Morddrohung leben. Auslser waren die Anschuldigungen einer Familie aus Helsa, er habe die damals zwlfjhrige S. mehrfach geschlagen. Dies brachte ihn im Dezember 2007 erstmalig vor Gericht. Buchstblich haarscharf wurde er vom Vorwurf der Kindesmisshandlung freigesprochen: Nur durch ein Kreuzverhr stellte sich schlielich heraus, dass das Mdchen alles nur erfunden hatte, um Krause, wie sie damals zugab eins auszuwischen. Der Rentner hatte das Mdchen und ihre Clique nmlich mehrfach zurechtgewiesen, keine Zigarettenkippen in den Sandkasten zu werfen, in der seine damals dreijhrige Enkelin spielte.

Nachdem das Mdchen S. ihrer Familie erzhlte, dass Krause sie gepackt und geschlagen habe, wie aus dem damaligen Gerichtsprotokoll zitiert wurde, drohte ihr Onkel mit Mord: Ich schlage Ihren Mann tot!, hatte er unter anderem der Ehefrau Krauses am Telefon an den Kopf geworfen. Seitdem habe er keine ruhige Minute mehr gehabt, berichtet Winfried Krause nun erneut vor Gericht. Doch dieses Mal ist er nicht der Angeklagte, sondern Privatklger. Der damalige Vorfall hat mein Leben vllig auf den Kopf gestellt, sagt er. Richter Jan Pree erzhlt er auf Nachfragen, dass er sich stndig verfolgt fhle und unter Angstdepressionen leide. Er knne nicht mehr schlafen und habe derartiges Herzrasen bekommen, dass er operiert werden musste. Immer noch sei er in psychotherapeutischer Behandlung. Der Angeklagte A. (Name ist der Redaktion bekannt), ein 70-jhriger Rentner, gibt zu, die Drohungen gegen Krause ausgestoen zu haben, jedoch im Glauben, dass Krause ttlich gegen seine Nichte gewesen sei.Ein spter an Krause geschickter Blumenstrau und ein Schlichtungsversuch durch einen Schiedsmann erkannte Richter Pree zwar als Entschuldigungsversuch an, enthob den Angeklagten jedoch nicht von dem Vorwurf einer Mordrohung, was eindeutig eine Straftat darstellt, gleich in welchem Kontext.Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 450 Euro. Damit lag es erheblich unter der Forderung von Krauses Rechtsanwalt Erich Klebe aus Witzenhausen, der fr 60 Tagesstze 30 Euro pldiert hatte.Dies ist nur ein kleiner Schritt zu meiner Rehabilitation, uert sich Krause. Nicht um seiner selbst Willen leide er, sondern insbesondere, weil er aus Angst seiner kleinen Enkelin knne etwas passieren, schon lange nicht mehr unbeschwert mit ihr durch das Dorf spazieren knne.

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