Den Müllsündern den Kampf angesagt

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Achtlos weggeworfene Zigarettenstummel sind ein Ärgernis, das leicht zu vermeiden wäre. In Hann. Münden soll jetzt härter gegen diese und andere Umweltsünden durchgegriffen werden.

Mündener Rat macht Stadt zur umweltfreundlichen Kommune

Hann. Münden. Die Dreiflüssestadt ist ab sofort plastikfreie und umweltfreundliche Kommune. So steht es im Antrag der Gruppe Die Grünen/Münden aktiv, der vom Stadtrat einstimmig angenommen wurde. In dem Schriftstück heißt es weiter: „Um die Umwelt zu schonen und Plastikmüll und Umweltverschmutzung sowie unnötige Lärmbelästigung einzudämmen, wird die Verwaltung beauftragt verschiedene Regeln einzuführen.“ Zu diesen Regeln zählen die Verwendung von Mehrweggeschirr Veranstaltung auf öffentlichen Plätzen, das Erlassen eines Wegwerfverbots von Müll auf Spielplätzen, anderen öffentlichen Plätzen, Straßen und Wegen, das Ersetzen von Plastikbeutel für Hundekot durch kompostierbare Beutel, das Einschränken von laufenden Motoren von stehenden Autos sowie die Installation eines öffentlichen Trinkbrunnens, um selbst mitgebrachte Mehrwegflaschen zu befüllen.

Ratsfrau Ines Albrecht-Engel (Münden aktiv) sagte dazu: „Die Diskussion über den Antrag gehörte für mich zu den guten Stunden in der Kommunalpolitik. Es wurde intensiv und ernsthaft diskutiert, was in Hann. Münden wichtig und möglich ist. Es war eine Lehrstunde in Kommunalpolitik. Die Dringlichkeit der Umweltproblematik und des Klimawandels wird von fast allen Ratsmitgliedern gesehen, der Handlungsbedarf erkannt.“ Was sie als ungeduldigen Menschen nicht zufriedenstelle sei, dass es immer seine Zeit brauche, bis Entscheidungen dann endgültig im Rat fallen würden. „Und das aus Angst vor den Wählerstimmen gegen eigenes Wissen nicht konsequent und rechtzeitig genug gehandelt wird. Das ist nicht mein Verständnis von Politik. Wir übernehmen nicht nur die parlamentarische Vertretung der Bürgerinnen und Bürger. Wir übernehmen auch die Verantwortung für unsere Stadt, für unsere Region und darüber hinaus. “

„Bußgeldkatalog durchsetzen“

Ratsvorsitzender Dr. Wilfried Kraft (SPD) fordert alle Bürger Hann. Mündens auf dabei mitzuhelfen eine „Kippen-, Kaugummi- und Hundekotfreie Kommune“ zu werden. Alle sollten danach handeln und sich beteiligen: „Ordnungswidrigkeiten sollten aber auch verfolgt werden. Dafür gibt es einen Bußgeldkatalog, der durchgesetzt werden muss. Das wird sich herumsprechen und Wirkung zeigen.“

+++Zwischenruf von Mathias Simon+++Blechen, bis man es verstanden hat+++

Dass Hann. Münden eine umweltfreundliche Kommune wird, ist vorbildlich. Blühstellen in der Innenstadt und insektenfreundliche Flächen waren Vorreiter der Forderungen, für die der Stadtrat nun grünes Licht gab. Dafür sollen notfalls aber auch Sanktionen, sprich Bußgelder, gegenüber denjenigen ausgesprochen wird, der sich nicht an Regeln hält. Dabei ist ein konsequentes Durchgreifen längst überfällig. Wenn man sich im Stadtbild Mündens umschaut, hat man oft den Eindruck, dass die Ordnungsbeamten ausschließlich an dem Ahnden von Parkzeitenüberschreitungen interessiert waren, als für das Abkassieren bei weggeworfenen Zigarettenstummeln oder der Verschmutzung durch Hundekot. Besucher des Tanzwerders, dem „Hundeklo“ Mündens, dürfte diese Tatsache schon mehrfach einen stinkenden Schuh beschert haben. Und das Herauspicken von Kippen aus den Zwischenräumen des in der Fußgängerzone verbreiteten Kopfsteinpflasters ist eine Sisyphusarbeit. Nun also soll es keine Ausreden mehr geben und alle zur Kasse gebeten werden, die ihre Umwelt mit Füßen treten.

Diejenigen, die ein natürliches Verständnis von Umweltschutz haben und sich an Regeln halten, haben nichts zu befürchten. Der Rest muss blechen – bis er verstanden hat, dass Müll in den Mülleimer gehört und nicht auf Gehwege, Grünflächen und schon gar nicht auf Spielplätze. Es darf nicht sein, dass ein ignoranter Teil der Gesellschaft für ein unschönes Stadtbild sorgt und sie somit abwertet. Die Vertreter der Hann. Münden Marketing GmbH und der Mündener Gilde dürften sich über die Entscheidung im Rat freuen, haben sie in der Vergangenheit doch mehrfach eine saubere Stadt gefordert. Und davon profitieren wiederum alle.

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