Staufenberger trat und schlug seine Ehefrau krankenhausreif

4.400 Euro Geldstrafe für 41-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung

Hann. Münden. Zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 4.400 Euro wurde am Donnerstag ein 41-Jähriger vor dem Mündener Amtsgericht verurteilt. Die Anklage lautete: Gefährliche Körperverletzung. Der Mann, der in Staufenberg lebt, soll im Sommer vergangenen Jahres seine Ehefrau im Streit geschlagen und getreten haben. Das sagte ein 27-jähriger Zeuge aus. Im August 2016 sei es nachts bei einer Geburtstagsfeier auf dem Grillplatz Brackenberg zunächst zu einer verbalen und schließlich zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und seiner 43 Jahre alten Frau gekommen. Auslöser soll ein unauffindbarer Autoschlüssel gewesen sein. Das alkoholisierte Ehepaar habe sich zunächst beschimpft und sei dann aufeinander los gegangen. Auf der holprigen Wiese seien beide gestürzt. Der Angeklagte soll das Opfer zunächst ins Gesicht geschlagen und dann gegen Kopf, Arme und Beine getreten haben, als es am Boden lag. Der Zeuge habe versucht deeskalierend einzuwirken und den „hochaggressiven“ 41-Jährigen von seiner Frau weggezogen, die den Angreifer mit einem Flaschenwurf zwischenzeitlich provoziert habe. Die Prellungen der Frau wurden später im Krankenhaus behandelt. Der Angeklagte, der zunächst schwieg, räumte während der Verhandlung die Tat ein: „Ich habe mich mehrfach bei meiner Frau entschuldigt. Ich bereue es.“ Er habe viel Alkohol getrunken und könne sich kaum noch an den Abend erinnern. Der ermittelte Alkoholwert kurz nach der Tat betrug 1,3 Promille. Es war nicht die einzige Verfehlung dieser Art. Bereits im Juli 2014 hatte der Angeklagte den Betreiber eines Mündener Toilettenhäuschens mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen – angeblich gab es Streit wegen der Toilettengebühr. Wegen Körperverletzung musste der 41-Jährige damals 370 Euro zahlen.

Geld- statt Haftstrafe

Richterin Dr. Christine Kunst folgte der Forderung der Göttinger Staatsanwaltschaft nur teilweise. Die hatte eine viermonatige Haftstrafe auf Bewährung plus Geldstrafe gefordert. Die Mindeststrafe bei einer gefährlichen Körperverletzung liege zwar bei sechs Monaten, dennoch habe man nicht feststellen können, ob die schwerwiegendsten Verletzungen durch die Schläge und Tritte des Mannes oder aber durch den gemeinsamen Sturz während der Rangelei herrührten, so die Richterin. Zudem sei er wegen des Alkoholeinflusses nur vermindert Schuldfähig. Eine Freiheitsstrafe von vier oder weniger Monaten auf Bewährung zu verhängen, mache für Kunst wenig Sinn und sei von ihr deshalb zu einer Geldstrafe in Höhe von 110 Tagessätzen zu je 40 Euro umgewandelt worden. Auch die Verfahrenskosten und Auslagen hat der 41-Jährige zu tragen.

„Ich hoffe, dass es keine Vorfälle dieser Art mehr gegeben hat, die womöglich nicht zur Anzeige gekommen sind. Es gibt Hilfsangebote und Beratungsstellen. Scheuen Sie sich nicht, diese in Anspruch zu nehmen“, riet Kunst der Ehefrau. Sie wohnt weiterhin mit ihrem Mann zusammen.

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