Mündener Bauverein will das Filet-Stück

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Hann. Münden. Wohnungen, Arztpraxen und Tiefgarage: 9 Millionen-Euro-Projekt soll in der Innenstadt entstehen.

Hann. Münden. Die Bevölkerung schwindet. In den kommenden 10 Jahren soll die Zahl der Einwohner in der Dreiflüssestadt um satte 10 Prozent sinken. "Aufgrund des demografischen Wandels sind wir gezwungen Maßnahmen zu ergreifen, um Menschen mit Wohnraum zu versorgen, der ihren Vorstellungen entspricht", erklärt Jörg Wieland, Geschäftsführer des Mündener Bauvereins.  Damit meint Wieland innenstadtnahe, barrierefreie Wohnungen. Vor über 15 Jahren habe der Stadtrat bereits beschlossen, dass sich das Quartier "Am Kronenturm" neben dem Herzogin-Elisabeth-Stift und unweit entfernt von der Mündener Sozialstation sowie der AWO-Tagespflegestätte, für den Bau von Seniorenwohnungen eignen würde. In diesem innenstadtnahen Bereich möchte der Bauverein nun die damaligen Vorstellungen vollenden ein Projekt vorantreiben, dass Gewerbe, Nahversorgung, medizinische Dienstleistungen und Wohnen für jung und alt miteinander verbindet. Man würde gerne das i-Tüpfelchen auf den damaligen Ratsbeschluss setzen und an der Friedrich-Ludwig-Jahn Straße dieses Wohn- und Dienstleistungszentrum errichten, so Wieland weiter. Es handele sich dabei um das letzte verbliebende Baugrundstück in der Innenstadt, sozusagen das Filet-Stück.

30 Wohnungen und Tiefgarage

Geplant sei ein mehrgeschossiges Gebäude mit Tiefgarage, Arztpraxen, Lebensmittelmarkt und 25 bis 30 Wohnungen. Letztere sollen zwischen 50 und 80 Quadratmeter groß sein und Wohnfläche für  alle Generationen bieten. Der Bau werde nach ersten Schätzungen des Bauvereins rund 9 Millionen Euro kosten. Dafür müssten laut Rolf Vogt, Vorstandsmitglied des Vereins, allerdings Bebauungsplan und Finanzierung stehen. Deshalb richteten die Ideengeber den Wunsch an die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Hanne Modder, das Vorhaben zu unterstützten. "Die Stadt hat 60 Millionen Euro Schulden, ohne Ihre Hilfe wird es nicht gehen", sagte Wieland und der Landtagsabgeordnete Ronald Schminke ergänzte: "Nur weil wir die Kofinanzierung nicht leisten können, dürfen wir nicht abgekoppelt werden, sonst gerät die Stadt immer mehr ins Hintertreffen. Wir brauchen die Unterstützung aus den Ministerien."Modder versprach in weitere Verhandlungen einzutreten, sobald das Projekt konkrete Formen angenommen habe. Aufgabe des Bauvereins sei es jetzt, die Planungen auszuarbeiten und auch einen genauen Kostenplan aufzustellen. Wieland versprach mit den Kommunalen Diensten Hann. Münden in Kontakt zu treten, den Eigentümern des Areals.Rolf Bilstein, Geschäftsführer der Mündener Wirtschaftsförderung, bezeichnete den Standort als exzellent und richtig. Er würde wichtige Impulse für die Innenstadtbelebung geben und auch die sich immer mehr zurückziehenden Ärzte könnten wieder direkt im Zentrum angesiedelt werden.

AWO GSD wird Partner

Als Partner mit ins Boot holte sich der Bauverein die Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste gGmbH (AWO GSD).  Wie Susann Lambrecht, Essortleiterin Pflege, erläuterte, würde ihr Arbeitgeber beim Aufbau einer zeitgemäßen Versorgungsstruktur helfen, die für die Zukunft Hann. Mündens von großer Bedeutung sei. "Der Mix ist dabei entscheidend. Man muss den Menschen Zugang zu allen hausärztlichen Angeboten geben", erklärte Lambrecht. Ferner sollten Leistungen des NZN in die Stadt verlagert werden, damit man sich weiter entwickeln könne. Als Beispiele nannte Lambrecht Ergotherapie und Logopädie.

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