Aus für Mündener Eisenbart-Stück

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Eine der ersten Aufführungen des neues Stücks aus der Feder von Autor und Regisseur Walter Kalk fand im Packhof statt.

Spielgruppe gibt auf: Zu wenig Darsteller, zu hohe Kosten

Hann. Münden. Der Verein Doktor-Eisenbart-Spiele Hann. Münden e.V. hat sich am 10. Dezember aufgelöst, „schweren Herzens“, wie es in einer entsprechenden Pressemeldung heißt, die uns am Sonntag erreichte. Die Vorsitzende Renate Bitz begründet das Aus folgendermaßen: „Ein Teil der Darsteller steht aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung, ein anderer muss einfach aus Altersgründen kürzer treten und alle Versuche, genügend neue Darsteller zu motivieren, scheiterten.“

Ein Rückblick: Für den 250. Geburtstag von Eisenbarth in 2013 sollte eine moderne Fassung mit neuerer Sichtweise auf die Person dieses Wanderarztes dargeboten werden. Dafür gründete sich 2011 aus dem alten Spielerensemble die Doktor-Eisenbarth-Spielgruppe. Ein Autor konnte mit Walter Kalk gefunden werden. Die Spieler hatten umfangreiche Rollen und opferten ihre Wochenenden für Aufführungen und Proben. „Selbst mit Fieber kamen die Darsteller, weil sich nicht genügend Akteure fanden, die für eine Zweitbesetzung bereit waren. Viele Mündener Bürger trauerten außerdem „alten Spiel“ nach das viel schöner gewesen sei. Und die Zuschauerzahlen stimmten einfach nicht“, so Bitz, die klarstellt, dass ohne die finanziellen Opfer der Darsteller und des Vorstandes die Aufführungen schon nach einem Jahr zu Ende gewesen wären. Die Verwaltung teilte auf Anfrage mit, dass die Stadt das Stück nach Kräften unterstützt habe. Die Kosten dafür werden insgesamt auf einen „mittleren fünfstelligen Betrag“ geschätzt.

„Mehrere Sommer wurde mit viel ehrenamtlichem Engagement ein aufwendiges Spiel mit Musicalelementen im Innenhof des Packhofs den interessierten Zuschauern dargeboten. Und daraus ergab sich ein neues Problem, denn Musicalteile müssen über die GEMA abgerechnet werden“, erklärt Bitz ein weiteres Problem.

Aus nach über 60 Jahren

Die Doktor-Eisenbarth-Spielgruppe war der Nachfolger des alten Spielerensembles, dessen Ursprung über 60 Jahre zurückreicht: In den Nachkriegsjahren verfasste der Gymnasiallehrer Richard Alfred Henning ein „Heimatfestspiel“ über den barocken Wanderarzt Doktor Eisenbart, der 1727 in Hann. Münden verstorben war. Nach der Uraufführung im Kasseler Staatstheater wurde seit 1957 eine gekürzte Fassung im Sommer vor dem Mündener Rathaus von Laienspielern aufgeführt.

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