Mündener entdecken China – mit dem Rad!

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Hann. Münden/China: Bei Minusgraden will ein Paar in mehreren Wochen das Land der Morgenröte aus eigener Kraft durchqueren.

Hann. Münden/China. Ein Paar, zwei Fahrräder und eine 8.000 Kilometer lange Strecke: Melanie und Sebastian Kade aus Hann. Münden erfüllen sich momentan unter dem Titel "Chinacrossing" einen Traum und wollen das Land der Morgenröte in mehreren Wochen mit dem Fahrrad erradeln. Und das im Winter bei Minusgraden."Seit unserer ersten gemeinsamen Chinareise 2006 hat uns dieses Land in seinen Bann gezogen. 8.000 Kilometer landschaftliche und kulturelle Diversität, die es so auf der Welt kein zweites Mal gibt. Wir möchten uns mit dem Fahrrad langsam fortbewegen in einem Land, das selbst nie still zu stehen scheint. Einem Land im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft", teilt das junge Ehepaar in seinem Blog mit.

Es hält alle Eindrücke die es sammelt medial fest und präsentiert sie auf einer eigenen Website. Hier kann man die Reise der Beiden zeitnah verfolgen. "In Form von kleinen Beiträgen werden wir Geschichten von und über Menschen am Wegesrand berichten. Zudem werden uns auf der Reise stets zwei Videokameras und Kameras begleiten. So dass nicht nur zahlreiche Fotos, sondern auch Filme auf unserer Homapage zu sehen sein werden. Nach der Reise werden wir unser gesammeltes Videomaterial zu einem Film zusammenschneiden, der dann über unser Homepage erhältlich ist", schreiben sie.

Warum sie ihre Tour ausgerechnet im Winter antraten, erklären die frisch gebackenen Universitäts-Absolventen so: "Der Winter hat seinen eigenen Reiz. Schon lange wollen wir das winterliche China kennenlernen. Außerdem: Wer schwitzt schon gern bei 40 Grad im Schatten?" Am 10. Februar seien sie über den eisigen Irkeshtam-Pass bei minus 35 Grad aus Kirgistan nach China eingereist. In den nächsten 180 Tagen werden sie von Kashgar an der Seidenstraße durch zwei der größten Wüsten der Welt, über schneebedeckte Gipfel des tibetischen Hochplateaus bis an die tropischen Strände der Insel Hainan radeln. Das klingt nach Strapazen aber auch nach Abenteuern.

Zähe Verhandlungen an der Grenze

Erste Anekdoten sind im Blog zu lesen. Eine Kostrobe gefällig? Noch innerhalb des chinesischen Grenzbereichs sei es zu harten Verhandlungen mit einem Taxi-Fahrer gekommen. Ausländer müssen  nämlich mit einem Taxi 140 Kilometer zum letzten Kontrollpunkt der chinesischen Zollgrenze nach Wuqia fahren. Da die Mündener mit den Rädern ein ganzes Taxi brauchen, verlangt der Fahrer fast 50 Euro von ihnen. "Unverschämtheit", finden sie. Es beginnen fast eineinhalbstündigen Verhandlungen. Ihr Gegenangebot: 10 Euro. Aber der Fahrer bleibt hart. Es gibt keine Konkurrenz. Auch der ranghöchste Grenzer macht Druck. Wenn die Deutschen das Taxi nicht nehmen würden, müssten sie an Ort und Stelle bleiben. Das Paar bleibt hart, es will bis morgen warten. Die Grenzer reagieren verdutzt und verärgert, denn die Diskussion bedroht ihre Mittagspause. Nach zähen und harten Verhandlungen geben sich die Grenzer und der Taxi-Fahrer schließlich geschlagen. Melanie und Sebastian bekommen die Fahrt für die Hälfte. Es geht doch. Wie es weitergeht erfahren Sie auf www.chinacrossing.de.

Route und Ausrüstung

Melanies und Sebastians Reise begann am 12. Februar in Chinas äußerstem Westen. Von Kashgar aus bewegt sich das Paar entlang der Seidenstraße, vorbei an der Wüste Taklamakan, in Richtung Qinghai See. Hier schauen sie den schneebedeckten Ausläufern des tibetischen Hochplateaus entgegen. Nachdem die Mündener ihren höchsten Pass mit über 4.000 Metern Höhe bezwungen haben, erreichen sie Chengdu, wo der kalte Winter vorerst klimatisch endet. Vorbei an Reisterrassen, Bambuswäldern und Karstbergen führt sie die Route nun durch Chinas tropischen Süden bis an die Sandstrände der Insel Hainan im südchinesischen Meer.

Für das Projekt hat sich das Paar für zwei Patria Terra Reiseräder mit Rohloff Schaltung und Riemenantrieb entschieden. In großen Packtaschen sind Camping-Ausrüstung, Outdoor-Küche, Kleidung, Werkzeug, Ersatzteile und natürlich Kameras und Camcorder verstaut. Erste-Hilfe Sets und Hygieneartikel dürfen natürlich auch nicht fehlen.

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