Neue Flamme brennt auf Mündener ,Turmkerze’

Mündener Gilde kümmerte sich um neue Spitze

Hann. Münden. Dem Hagelturm geht wieder ein Licht auf: Rechtzeitig vor dem ersten Advent erhielt das Bauwerk am Westeingang der Altstadt eine nagelneue Flamme. In der (Vor-)Weihnachtszeit wird aus dem 40 Meter hohen Turm seit 1998 jährlich eine Überdimensionale Adventskerze, auf deren oberen Ende eine meterhohe Flamme leuchtet. Das äußere Mauerwerk wird durch farbige Strahler in ein kräftiges Rot getaucht. Einziger Nachteil: Die Kerze entfaltet erst in der Dunkelheit ihre ganze Pracht, denn vorher wird sie nicht angestrahlt.

Alte Flamme war kaputt

Halfen beim Aufbau: Carsten Griesam und Regina Kirsch von den Kommunalen Diensten Münden.

In der vergangenen Woche installierten Mitarbeiter der Kommunalen Dienste Münden (KDM) und Vertreter der Mündener Gilde die neue Flamme auf der Turmspitze. An dem Vorgänger hatte der Zahn der Zeit genagt und das zehn Jahr alte Material, das flexibel aber zugleich witterungsbeständig sein muss, war verschlissen und löchrig. „Die Neue besteht aus beschichtetem PVC. Es ist der exakte Nachbau des alten Modells. Angefertigt wurde sie im Sommer bei einer Firma, die sich auf aufblasbare Werbefiguren spezialisiert hat“, erklärt Dr. Jens Herbort vom Leitungsteam der Mündener Gilde.

Die Kosten für die Neuanschaffung übernahm die Mündener Werbegemeinschaft in Höhe von 3.200 Euro selbst. Der Clou: Bei zu hohen Windgeschwindigkeiten ab 50 km/h stoppt das Gebläse die permanente Luftzufuhr in den PVC-Mantel und die Flamme sackt in sich zusammen. Möglich macht das ein elektronisches Gerät der KDM. Der Sensor springt an, wenn es zu zugig wird. Flacht der Wind ab, wird die Flamme wird aufgeblasen. „Manchmal verheddert sich das Material in den Fangseilen, die am Handlauf festgemacht sind. Dann muss man sie manuell wieder aufrichten“, so Herbort weiter. Mitarbeiter der KDM hätten für solche Vorkommnisse einen Zugang zum Turm.

Waren von Seiten der Mündener Gilde beim Aufbau dabei: André Hansmann, Dr. Jens Herbort und Heinz Hofmeister.

Und warum betreibt die Gilde jährlich diesen Aufwand: „Über das Für und Wider haben wir auch im Vorstand rege diskutiert. Wir sind aber darin überein gekommen, dass die Mündener Kerze eine enorme Symbolkraft hat. Sie ist unter den Gästen ein beliebtes Fotomotiv und steht für die Weihnachtszeit. Sie gehört einfach zu Münden“, informiert Herbort. Unterstützt wird die Gewerbegemeinschaft bei der Aktion von den Versorgungsbetrieben, die die Stromrechnung der Beleuchtung übernimmt und von der Firma Arflow, die die Strahler an den Straßen auf den Turm richtet und ihn rot färbt. Die Kosten für die Installation der Kerze sei mit den Jahren gesunken. Die moderne Technik macht’s möglich: „Früher wurde der Turm nicht angestrahlt, sondern in rote Stoffbahnen gehüllt. Das hatte zwar den Vorteil, dass der Turm auch tagsüber wie eine riesige Kerze aussah, aber die Witterung machte dem teuren Stoff zu schaffen und er musste zudem aufwändig aufgehangen werden. All das ist heute nicht mehr notwendig“, sagt Herbort weiter. Nun leuchtet die Turmkerze also wieder am östlichen Ende der Pionierbrücke und stimmt ihre Betrachter auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Alle beteiligten Betriebe, darunter VHM, Arflow und KDM wünschen gemeinsam mit der Mündener Gilde eine schöne Vorweihnachtszeit.

Kerze ,brennt’ über Nacht

Die rund 3.200 Euro teure Flamme besteht aus PVC. Fixiert wird sie in ihrer Mitte an 20 und am unteren Ende an zwölf Befestigungspunkten. An der dicksten Stelle hat das 5 Meter große Gebilde einen Durchmesser von 1.85 Zentimetern. Ein 160 Watt starker Rohrventilator mit 2.700 Umdrehungen pro Minute bläst den Mantel wie einen Ballon auf. Im Innern sorgen zwei LED-Lampen mit je 48 Watt und 4.000 Lumen für die Beleuchtung. Sie ist über Nacht zwischen 16 Uhr bis 9 Uhr zu sehen.

Rubriklistenbild: © Burkhardt

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