Mündener Handballer dürfen in der Hinrunde nur auswärts ran

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Weil Gymnasiumhalle saniert wird, hat die TG Münden bis Dezember kein einziges Heimspiel - Saisonstart in Soltau.

Hann. Münden. Wenn am kommenden Samstag die Oberligasaison für die Handballer der TG Münden mit der Partie in Soltau beginnt, stehen ihnen erstmal harte Zeiten bevor. Weil in der Sporthalle des Grotefend-Gymnasiums Sanierungsarbeiten anstehen (Umkleidekabinen und Sanitäranlagen werden erneuert, wir berichteten), kann die TG bis zum 12. Dezember kein Heimspiel bestreiten. Seit gestern kann nicht einmal in der Gymnasiumhalle trainiert werden: "Dafür weichen wir in die Halle am Werraweg und nach Gimte aus", informiert Mannschaftskapitän Jann Rentsch.Mit 13 Auswärtsspielen in Folge hat das Team um Trainer Frank Janotta keine leichte Aufgabe vor der Brust, denn vorrangiges Saisonziel wird, wie im vergangenen Jahr, der Klassenerhalt sein: "Den wollen wir so früh wie möglich sichern. Danach werden wir weiter sehen", so Rentsch, der mit seinen Teamkollegen am Ende der vergangenen Saison auf Rang 9 landete.Finanziell drohen dem Verein keine Probleme, wie Rentsch versichert: "Wir konnten uns früh darauf vorbereiten, wissen nun schon seit über zwei Monaten bescheid und konnten entsprechend planen. Unsere Sponsoren stehen hinter uns und werden die ausbleibenden Einnahmen durch den Kartenverkauf abfedern."Die Heimspiele nicht zu verschieben und an einem anderen Ort stattfinden zu lassen, kam für die TG Münden nicht in Frage: "Die anderen Hallen in der Stadt haben nicht genügend Kapazitäten für mehrere hundert Zuschauer und mit denen rechnen wir gerade bei den Derbys gegen Rosdorf und Northeim. Und ein Austragungsort außerhalb Mündens wäre für uns allein aus logistischen Gründen nicht hinnehmbar gewesen", erklärt der TG-Kapitän.

Erstes Heimspiel erst am 12. Dezember

Das erste Heimspiel der Saison 2015/16 bestreiten die Mündener demnach am 12. Dezember gegen Vorsfelde. Rentsch hofft dennoch, dass bis dahin möglichst viele Fans sein Team in der Fremde unterstützen werden: "Es hat sich gezeigt, dass sie auswärts manchmal sogar mehr Stimmung machten, als die Einheimischen Fans. Wir hoffen, dass uns viele Anhänger über diese Durststrecke hinweghelfen werden", so Rentsch.Und weiter: "Die Zeit wird sicherlich nicht einfach. Doch in der vergangenen Spielzeit haben wir immer gezeigt, dass wir auch gegen vermeintlich stärkeren Mannschaften punkten konnten. Schade natürlich, dass wir das die nächsten drei Monate nicht vor heimischen Publikum tun können." Als Meisterschaftsfavorit der Liga schätzt der TG-Kapitän in diesem Jahr den Northeimer HC und den MTV Großenheidorn ein. Wegen des Aufstiegsverzichts starten die HSG Nienburg mit 6 und die MTV Vorsfelde sogar mit 8 Minuspunkten in die Saison. Nicht mehr mit dabei ist das Team aus Duderstadt, dass nach der vergangenen Saison zurückgezogen wurde.Laut Rentsch habe der Mündener Oberligist seit nun knapp zwei Wochen alle Spieler an Bord, die vorher wegen Urlaub vereinzelt gefehlt hätten. "Die Mannschaft entwickelt sich wöchentlich weiter und wird dies auch noch während der Spielzeit tun. Verstärkt werde der 14-köpfige Kader durch zwei Ergänzungsspieler aus der Landesligamannschaft. Neu dabei sind Daniel Voß (HSG Rhumetal), Niklas Bolse (HSG Plesse Hardenberg), Fabian Wilhelm (HSG Plesse Hardenberg), Björn Prinz (GSV Eintracht Baunatal) und Julius Hohmann (TSV Eschwege). Verzichten muss man auf die Abgänge Thomas Eisenbach (Offenbach) Jan Ritz (Ziel unbekannt).Trotz der bevorstehenden Auswärtsdauerschleife gibt sich Rentsch kämpferisch: "Wir wollen defintiv für eine solide Basis in der Rückrunde sorgen und bis dahin so viele Punkte wie möglich holen." Das Eröffnungsspiel gegen Soltau lässt hoffen – im der vergangenen Saison siegte die TG Münden hier deutlich. "Ein gutes Omen", findet Rentsch.

+++Zwischenruf von MATHIAS SIMON+++

Daumen drücken!

Uff, das wird kein Spaziergang. 13 Auswärtsspiele in Folge sind ein schwerer Brocken – für nahezu jede Mannschaft. Ganz egal in welcher Klasse. Das Gefühl, zuhause zu spielen, vermittelt den Akteuren durch die Unterstützung der Fans und das gewohnte Umfeld stets ein gewisses Maß an Sicherheit und Rückhalt.  Es ist der Garant für erfolgreiche Heimspiele - und damit Punkte.Die TG Münden möchte in der neuen Saison so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern. Da wird, gerade am Anfang, jeder Punkt gebraucht, um nicht in der Rückrunde vom großen Druck gelähmt zu sein.Wie schnell sowas selbst absoluten Profi-Mannschaften passiert, hat man in der vergangenen Saison bei den Erstligafußballern aus Dortmund gesehen. Der BVB hielt – trotz Heimspielen – zwischenzeitlich die rote Laterne in der Hand, kämpfte sich aber zurück bis in einen internationalen Wettbewerb. Damit der Absturz bei den Janotta-Schützlingen erst gar nicht passiert, heißt es von Anfang an 100 Prozent geben und vielleicht sogar ein wenig mehr, denn auch andere Teams in der Oberliga wissen, wie man einen Ball wirft.Der Gefahr, in der Hinrunde in den Tabellenkeller zu rutschen, steht aber auch eine großen Chance gegenüber. Und  zwar die Chance, dass die Mannschaft gerade wegen der ungewohnten Situation zusammen- und über sich hinauswächst und eine Eigendynamik entwickelt, die sie zu einer unbändigen Einheit werden lässt. Der Sport schreibt viele Geschichten, es wäre den Mündenern zu wünschen, wenn sie dieses schwierige Kapitel mit einem Happy End abschließen würden. Ich drücke den Jungs jedenfalls die Daumen!

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