Mündener Rathaus wird abgedichtet

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Hann. Münden. Vorbereitungen für die Teilsanierung des Daches werden getroffen – Gerüstaufbau beginnt am Montag.

Hann. Münden. Noch vor einigen Monaten musste der Rat die Sanierung wegen der schlechten Finanzlage abwägen, jetzt wird das Dach des Rathauses doch neu gemacht. Anfang nächster Woche werden in der Lotzestraße/Ecke Szeneplatz die ersten Vorbereitungen für den Beginn des ersten Bauabschnitts getroffen und ein Gerüst aufgebaut. Nach und nach werde zunächst das Haupt- plus Nebendach auf einer Fläche von 970 Quadratmetern saniert. Dazu wird das Gerüst einmal um das halbe Gebäude wandern, teilte Projektleiter Jürgen Stieler (KDM) heute Morgen mit.

Kosten für den ersten Abschnitt: 800.000 Euro

Nach dem Unwetter im Mai (eingedrungenes Regenwasser hatte unter anderem das Büro von Bürgermeister Klaus Burhenne in Mitleidenschaft gezogen, wir berichteten) entschieden sich die Verantwortlichen nun doch für eine Dachsanierung. Die Kosten für den ersten Abschnitt, dessen Fertigstellung Mitte Mai 2015 erwartet wird, belaufen sich laut Stieler auf 800.000 Euro.Einschränkungen für Bürger oder Touristen werde es nicht geben. Nur einige Mitarbeiter der Verwaltung müssen einige Zeit in andere Büros ausweichen, denn es werden nicht nur die alten, oftmals gebrochenen Hohlziegel durch Hohlfalzziegel ersetzt, sondern auch die darunter liegende Balkenkonstruktion: "Schadhafte Hölzer werden dann überwiegend durch neues Eichenholz ersetzt. Dazu müssen auch die Decken der insgesamt sechs betroffenen Büroräume geöffnet werden. Für die Arbeiten werden diese dann gesperrt", erklärt Stieler weiter. Damit es nicht allzu eng zugeht, werde der ohnehin schon geplante Umzug der EDV-Abteilung in die Böttcherstraße vorgezogen, informierte Roland Graunitz, Fachdienstleiter Organisation. Die dadurch frei werdenden Räume könnten dann zum Ausweichen genutzt werden.Die Beeinträchtigung der Anlieger solle so gering wie möglich sein. Sowohl die Lotze- als auch die Ziegelstraße oder gar der Szeneplatz würden nicht gesperrt, so Stieler.

 "Wir sanieren, um weitere Schäden zu vermeiden"

Weil das Instandsetzungskonzept noch nicht ganz fertiggestellt sei, könne der Projektleiter auch noch keine Angaben zu den Kosten der Komplettsanierung machen: "Es bedarf unheimlich intensiver Arbeit alle Schäden zu prüfen, deshalb wird der Rest der Untersuchung noch erfolgen. Fest steht das wir den bereits geprüften Abschnitt sanieren müssen, um weitere Schäden zu vermeiden. Bislang mussten wir die Mörtelfugen, die die Dachziegel miteinander verbinden regelmäßig kontrollieren und reparieren", sagte Stieler. Ein immensener Aufwand, der das eigentliche Problem aber nicht behebe.Seinen Angaben zufolge seien die Aufträge für die Dachdecker- und Zimmerarbeiten noch nicht vergeben, denn die Stadt habe einen Fördermittelantrag bei der Denkmalpflege gestellt. Das Ergebnis wolle man zunächst abwarten.

Statik und Bauweise unterschiedlich

Wie Projektleiter Jürgen Stieler erklärte, sei man beim Umbau des Mündener Rathauses Anfang des 17. Jahrhunderts von den eigentlichen Planungen abgewichen. Zunächst habe man ein durchgängiges Satteldach favorisiert, so wie es heute aus Richtung des Szenplatzes zu sehen sei. Im Verlaufe der Bauarbeiten habe man sich allerdings umentschieden: aus Sicht des Dr. Eisenbart-Platzes wurde ein niedrigeres Querdach installiert, auf dem drei Hausgauben mit Renaissancegiebeln aufgesattelt sind. Dort ist heute das Glockenspiel untergebracht. Unmittelbar nach Ende des Umbaus habe man damals durch die unterschiedlichen Bauweisen in Sachen Statik nachbessern müssen. Diesen Umstand müsse man bei der bevorstehenden Sanierung berücksichtigen, so Stieler.

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