Mündens Bürgermeister unerwünscht

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SPD-Stadtbezirk lud Bürgermeister Harald Wegener zum Neujahrsempfang in Gimte erst ein und dann wieder aus.

Hann. Münden-Gimte. Damit hat der SPD-Stadtbezirk Gimte Harald Wegener mächtig vor den Kopf gestoßen und ihn von einer offenbar öffentlichen Veranstaltung ausgeschlossen. Nach Informationen der Stadtverwaltung habe der Mündener Bürgermeister während des Neujahrsempfangs der Dreiflüssestadt am 6. Januar eine Einladung für den Neujahrsempfang in Gimter erhalten. Die Einladung stammt von der Gimter SPD, die als Ausrichter der Veranstaltung genannt wird. Im Einladungsscheiben, das der Redaktion vorliegt, ist von einer "parteiübergreifenden Veranstaltung für alle örtlichen Vereine und Verbände" die Rede.

Am 14. Januar, einen Tag vor dem Neujahrsempfang in Gimte, habe dann überraschend Henning Hasselberg als Vorsitzender des SPD-Stadtbezirks Gimte bei Wegener angerufen und ihn wieder ausgeladen. Hasselberg war Absender der Einladung gewesen. Gründe habe er laut Wegener zunächst nicht genannt und darauf hingewiesen, dass es "hierzu noch internen Gesprächsbedarf " geben würde. Hasselberg bestätigte auf Anfrage die Ereignisse und räumte ein, "einen Fehler gemacht" zu haben. Wegener sollte von vornherein nicht eingeladen werden. Ein  Irrtum?

Wegener: "Veranstaltung war öffentlich"

Wegener zeigte sich auch zwei Tage nach der Ausladung noch irritiert: "Ich weiß nicht, wie meine Einladung ein Fehler gewesen sein kann, da es sich nicht um eine Partei-Veranstaltung, sondern eine für jeden Bürger zugängliche Veranstaltung handelte. Für mich ist es ärgerlich, wenn jemand so über meinen Terminplan verfügt, mich einlädt, aber dann doch absagt. Obendrein ohne eine Begründung. Man denkt im ersten Moment, man hätte irgendetwas falsch gemacht. Bislang hatte ich aber ein gutes Verhältnis zu den Gimtern, auch zu Ortsbürgermeister Peter Katzwinkel (SPD)."

Wegener habe die Ausladung an die Öffentlichkeit bringen wollen, um den Gimter Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, dass sein Fernbleiben nicht an ihm gelegen habe. "Ich möchte nicht, dass der Eindruck entsteht, dass ich nicht zum Neujahrsempfang gekommen bin, weil Gimte eine SPD-Hochburg ist. Ich wäre gerne gekommen, um den Einwohnern zu zeigen, dass ich mich auch für ihre Interessen einsetze", so Mündens Bürgermeister weiter. Eigentlich habe er vorgehabt über die Situation auf dem Gahrenberg und die dort geplanten Windräder zu sprechen. Die Stadt habe nämlich Geld für einen Rechtsbeistand im Haushalt bereitgestellt, um den Bau abzuwenden. Chancen dafür sehe man in Anbetracht zu geringer Abstände der Flugzeuge zu den möglichen Anlagen beim Anflug auf Kassel/Calden. Die Wirbelschleppen der Flieger müssten bei den Planungen berücksichtigt werden. All das habe Wegener nicht kundtun können: "So konnte ich der Öffentlichkeit nicht aufzeigen, dass wir mitdenken." Und das müsse man publik machen, so Wegener.

+++Nur unüberlegte Aktion?+++Zwischenruf von Mathias Simon+++

Jeder weiß, wie unangenehm es in einem privaten Rahmen ist, jemanden darauf hinzuweisen, dass er auf einer Feier nicht gern gesehen ist. Für beide Seiten. Auf öffentlicher Bühne umso mehr. Dann ist vor allem Fingerspitzengefühl gefragt.Auf Anfrage gab der SPD-Vorsitzende Hasselberg an, mit der Einladung des Bürgermeisters "einen Fehler" gemacht zu haben. Aber war es wirklich nur eine unüberlegte Aktion, ein Irrtum?

Näheres war Hasselberg aber nicht zu entlocken. Man kann deshalb nur mutmaßen, warum der Verwaltungschef dem Neujahrsempfang im Gasthaus "Schilly" schlussendlich fernbleiben musste. Man hätte Wegener "notgedrungen" ja auch empfangen können, ja sogar müssen. Entweder gab es Gespräche, die er nicht hören sollte oder jemand stört sich massiv an seiner Person.

Die Entscheidung zur Ausladung war mehr als unglücklich und dürfte das Verhältnis zwischen Bürgermeister und SPD nicht gerade gefördert haben. Niemand dürfte sich jetzt darüber wundern, wenn Wegener in Sachen Gimte zunächst eine Sendepause einlegen würde. Bis heute fehlt eine schlüssige Erklärung. Gut möglich, dass Hasselberg von anderer Stelle zur Ausladung des Bürgermeister gedrängt wurde. Es fällt einem schwer zu glauben, dass er sich freiwillig solch einer Schmach ausgesetzt hat.

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