Es muss nicht jeden Tag ein frisches Handtuch sein

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Annette Rothweiler, Betreiberin des Flux Biohotels im Werratal, und Jutta Nickel, Fundraising-Beauftragte des Mündener Hospiz, zeigen, wie Gäste des Hotels künftig dabei mithelfen können, das Hospiz zu unterstützen und dabei auch noch die Umwelt schonen.

Gäste des Flux Biohotel Werratal unterstützen indirekt das Mündener Hospiz, wenn sie auf etwas Luxus verzichten

Hann. Münden. Gastronomie und Hospiz-Arbeit haben laut Annette Rothweiler vor allem eins gemeinsam: „Hier muss man mit dem Herzen dabei sein, sonst funktioniert es nicht“, erklärt die Betreiberin des Flux Biohotels Werratal, dass für seine ausgewiesene Klimaneutralität bekannt ist. Genauer gesagt ist der Gastronomiebetrieb der erste in Deutschland, der ein entsprechendes Zertifikat erhielt. Ausruhen möchte sich das Hotel auf seinem Erfolg allerdings nicht und sucht immer wieder nach Möglichkeiten, nachhaltig zu agieren, ökologisch wie auch menschlich. So kam Rothweiler auf die Idee, sich für das Mündener Hospiz zu engagieren. Bereits im Sommer hatte sie mit Jutta Nickel, Fundraising-Beauftragte der Einrichtung bei „Beats4Hospiz“ auf dem Doktorwerder ein gutes Gespräch geführt und setzte ihr Vorhaben in die Tat um: Seit November steht auf dem Hoteltresen im Empfangsbereich ein großes Glas, dass mit Holzkugeln gefüllt ist. Mit jeder Kugel spart das Hotel Arbeitskraft und Geld, was es wiederum an das Hospiz spenden kann. Und das geht so: „Wir fragen jeden Gast, der länger als eine Nacht bei uns bleibt, ob er auf die sonst übliche Zwischenreinigung seines gebuchten Zimmers verzichtet. Tut er dass, wirft er einfach eine Kugel in das Glas und spendet somit indirekt 5 Euro an das Hospiz“, erklärt Rothweiler. Etwa 80 Prozent der Besucher seien von der Idee begeistert und würden bei der Aktion mitmachen. „Meist reicht dem Gast ein Handtuch während seines Aufenthalts. Zuhause wechselt man es ja auch nicht tagtäglich“, so Rothweiler weiter.

Die Idee hat aber auch noch eine weitere Komponente, denn die Mitarbeiter im Flux-Hotel-Team könnten somit entlastet werden. Bei immer rarer werdenden Fachkräften ein willkommener Nebeneffekt. Denn bei 40 Zimmern mit 75 Betten plus Restaurant gibt es im Flux Biohotel immer etwas zu tun.

Nickel ist Rothweiler sehr dankbar. Seitdem das Hospiz seine Arbeit in 2012 aufgenommen habe, sei das Flux Hotel dazu bereit gewesen, Spendendosen aufzustellen und somit Geld für den Hospiz-Betrieb zu sammeln. Fünf Prozent der Betriebskosten müssen aus Spenden mitfinanziert werden, was einen Betrag von 100.000 Euro pro Jahr ausmachen. Im kommenden Jahr, so Nickel, würde zudem eine größere Investition im Hospiz nötig, denn alle Zimmer sollen mit Klimaanlagen ausgerüstet werden. „In der Frühlingssonne ist es für unsere Bewohner noch angenehmen, aber im Sommer heizt sich der Bau wegen der großen Fenster enorm auf. Das wollen wir ändern“, sagt die Hospiz-Mitarbeiterin. Die Kosten dafür schätzt sie auf insgesamt 25.000 Euro. Da könne man jeden Euro gut gebrauchen.

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