Nach Taten unter Alkoholeinfluss: 22-Jähriger aus Hann. Münden erhält Bewährungsstrafe

Der Mündener war wegen Beleidigung, Körperverletzung und räuberischen Diebstahls vor Gericht, nun wurde er zu einer sechsmonatigen Haftstrafe zur Bewährung verurteilt.

Hann. Münden. Der 22-jährige Mündener, der sich unter anderem wegen Beleidigung, gefährlicher Körperverletzung und räuberischen Diebstahls vor einem Mündener Schöffengericht verantworten musste (wir berichteten), wurde weitestgehend von den Vorwürfen freigesprochen, vor allem weil Zeugen ihn entlasteten. Dennoch wurde er zu einer Haftstrafe zu sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Damit gibt ihm das Gericht eine zweite Chance, um sein Leben in geregelte Bahnen zu lenken. Nach eigener Aussage sei der junge Mann alkoholkrank und trank seit dem vergangenen Jahr aufgrund privater Schicksalsschläge regelmäßig und exzessiv. In dem Zusammenhang geriet er mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt und verbüßt derzeit eine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf, weil er eine Geldstrafe aus einer früheren Verurteilung nicht begleichen konnte. Am zweiten Prozesstag kam nochmals eine Zeuge zu Wort, der als Mitarbeiter des Edeka-Marktesin Hermannshagen den Angeklagten zur Rede stellte, nachdem dieser versucht hatte eine Flasche Wodka an der Kasse vorbei zu schmuggeln. Bei dem anschließenden Gerangel war der Zeuge verletzt worden. Die Gewalt, so der Verteidiger, habe sein Mandant angewendet, um zu fliehen, nicht um die minderwertige Beute zu sichern. So sah es auch das Schöffengericht. Deshalb wurde die Tat als einfacher und nicht räuberischer Diebstahl gewertet.

Ex-Freundin korrigierte ursprüngliche Aussage

Vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung wurde der 22-Jährige freigesprochen, weil ihm die Ex-Freundin entlastete. Er soll sie im Streit mit einer Bierflasche beworfe und sie mit einer Scherbe an der Hand verletzt haben. Die 19-Jährige ruderte vor Gericht zurück und korrigierte ihre Aussage, die sie zuvor bei der Polizei gemacht hatte. Woher die Verletzungen stammten, wisse sie nicht mehr genau.

So standen noch die Beleidigung von Polizeibeamten und Sachbeschädigungen im Raum, die das Gericht zu einer Gesamtstrafe zusammen fasste. Auflage der dreijährigen Bewährungsstrafe ist eine stationäre Therapie, damit der junge Mann seine Alkoholsucht bekämpfen kann.

Mit seinem Urteil kam das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft nicht nach. Die hatte aufgrund der einschlägigen Vorstrafen – ebenfalls Diebstahl, Sachbeschädigung und Beleidigung – eine Freiheitsstrafe von 13 Monaten ohne Bewährung gefordert. Der Verteidiger plädierte dagegen dafür, dass sein Mandant eine Geldstrafe in Höhe von 750 Euro zahlen solle. Aufgrund der schlechten finanziellen Verhältnisse des Angeklagten nahm das Gericht davon jedoch Abstand, da ihm sonst eine Haftverlängerung gedroht hätte.

Rubriklistenbild: © Thorben Wengert/Fotolia

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