Nächstes RFT zweitägig – Macher denken über Headliner nach

+
Robert Maaßen, 1. Vorsitzender des Rock for Tolerance e.V.

Das Open Air auf dem Tanzwerder wird immer bekannter: „Festival hat sich einen kleinen Namen gemacht“

Hann. Münden. Vier Monate liegt das dritte Festival „Rock for Tolerance“ (RFT) zurück und die Macher feilen unentwegt an dessen Weiterentwicklung. Auf Facebook wollte der gleichnamige Verein wissen, ob sich die Follower ein Festival mit einem „Headliner“, das heißt eine überregional bekannte Band, wünschen. Wir sprachen mit dem Vereinsvorsitzenden Robert Maaßen darüber.

MÜNDENER RUNDSCHAU (MR): Robert, in den vergangenen Wochen hat der RFT-Verein die Frage auf Facebook in den Raum gestellt, ob ein namhafter Headliner dem Festival gut tun würde. Wie kamt ihr darauf? 

Robert Maaßen: In den ersten Jahren in denen wir unsere Veranstaltung durchführten, haben wir alle Bands selbst angefragt. Dann erreichten uns nach und nach immer mehr Bewerbungen von Bands. Und in diesem Jahr haben sich dann hier und da tatsächlich Booking Agenturen bei uns gemeldet. Wir schließen daraus, dass sich unser Festival inzwischen über die Grenzen von Hann. Münden heraus zumindest einen kleinen Namen gemacht hat. Und der Grund für das Buchen eines Headliners ist eigentlich simpel: Ein Headliner bringt uns mehr Besucher, mehr Besucher trinken mehr Bier und mehr Bier heißt mehr Geld im Spendentopf. Letztendlich kam der konkrete Anstoß aber dadurch, dass ich Romeo kennenlernte. Romeo ist nicht nur ein echt feiner Kerl, sondern auch ein Konzertveranstalter aus München. Er war durch Zufall zum Zeitpunkt unseres Open Airs in Hann. Münden zu Besuch. Wir kamen ins Gespräch, er war von unserem Konzept sehr angetan und er sagte er schaue mal, wie er uns mit seinen Kontakten helfen könne.

MR: Wie waren die Reaktionen im Netz? 

Maaßen: Hier ist man geteilter Meinung. Einige betonen die schöne familiäre Atmosphäre des Festivals und möchten diese gerne behalten. Andere finden die Idee toll, auch weil es für unsere Stadt eine Bereicherung wäre. Wir haben uns diese Meinungen alle genau angesehen und ziehen daraus unsere Schlüsse. Insbesondere die Frage nach einer Finanzierung durch ein freiwilliges Eintrittsgeld stieß häufig auf Zustimmung.

MR: Wie ist denn der Stand der Dinge: Kommen nun, wie von euch scherzhaft geschrieben, „Metallica“ zum RFT 2020? 

Maaßen: So gerne wir das hätten, das ist natürlich nicht möglich. Es ist nicht nur die Gage die man einer Band, die das beruflich macht, zahlen muss. Es kommen eine Menge weiterer Dinge dazu. Da sind Verpflegung und Hotel für die Band und höhere Anforderungen an den Backstage-Bereich, um nur Beispiele zu nennen. Aber wir stehen derzeit in konkreten Verhandlungen mit Booking Agenturen. Es bleibt spannend. Wichtig zu betonen sind uns hier aber insbesondere noch zwei Dinge: Zum einen möchten wir am Konzept des kostenlosen Eintritts festhalten. Zum anderen werden auch mit einem Headliner weiterhin kleinen und regionalen Bands eine Bühne bieten. Nur weil eine Band kein Label und keine Agentur hat, stehen sie den „großen“ teilweise in nichts nach.

MR: Eine größere Aufmerksamkeit zieht natürlich mehr Besucher und ergo mehr Verantwortung und Arbeit nach sich. Wie habt ihr das Für und Wider abgewogen? 

Maaßen: Mehr Besucher bedeutet auch insgesamt größeren logistischen Aufwand, das ist richtig. Wir sind inzwischen ein sehr gut aufgestelltes Team und der Verein ist sehr gut vernetzt. Wir kennen inzwischen für fast jede Herausforderung eine Person, die uns helfen kann. Wir sind zuversichtlich das alles stemmen zu können.

MR: Falls ein größerer Headliner kommt: Wie läuft die Finanzierung des Auftritts ab? 

Maaßen: Weil bei uns immer das Füllen des Spendentopfes im Vordergrund steht, waren natürlich als erstes Kosten gegen Nutzen abzuwägen. Im Verein sind Unterstützung zur Durchführung der Veranstaltung und Spenden für sozial-integrative Projekte stets strikt getrennt. Wir sind zuversichtlich, dass wir alle entstehenden zusätzlichen Kosten durch Sponsoren und private Unterstützer decken können. Zusätzlich könnte ein bereits erwähntes freiwilliges Eintrittsgeld verwendet werden. Es ist uns besonders wichtig zu betonen, dass die Buchung eines Headliner nicht zu Lasten des Spendentopfes geht, sondern im Gegenteil, eventuell entstehende Überschüsse aus dem hoffentlich größeren Umsatz unserer Besucher, anteilig auch unserem Spendentopf, zugutekommen können.

MR: Gibt es sonst Neuigkeiten oder Überlegungen, wie RFT weiterentwickelt werden könnte? 

Maaßen: Es gibt immer Dinge, die man noch besser machen kann. Wir sammeln kontinuierlich Ideen und werden einige davon umsetzen. So haben wir entschieden unser Festival über zwei Tage mit insgesamt zehn Bands zu bestücken. Der Termin steht auch schon: RFT findet am Freitag und Samstag, 3. und 4. Juli 2020, statt. Außerdem sind wir derzeit auf der Suche nach Walkacts. Also liebe Künstler, Feuerspuckerinnen, Puppenspieler und ähnliches, meldet euch bei uns! Weitere Infos gibt‘s auf www.rock-for-tolerance.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Heizung im Geschwister-Scholl-Haus ausgefallen

Wärmeversorgung läuft derzeit über eine mobile Anlage im Innenhof.
Heizung im Geschwister-Scholl-Haus ausgefallen

Kohlenstraße ab Montag mehrtägig voll gesperrt

Jagd und Baumfällarbeiten sind zwischen dem 6. und 13. Dezember angesetzt
Kohlenstraße ab Montag mehrtägig voll gesperrt

Mündener Ruderer pflanzen den "Regattawald"

Vereinsmitglieder des MRV setzen 140 Bäume
Mündener Ruderer pflanzen den "Regattawald"

Filmbüro Göttingen gegründet

Kreisstadt soll als TV-Kulisse vermarktet werden
Filmbüro Göttingen gegründet

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.