Eine Chance für den Fachwerk-Tourismus

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Die Agentur BTE Tourismus- und Regionalberatung überreicht das Tourismuskonzept an das Fachwerk-Fünfeck: (v.li.) Wolfgang Nolte (Bürgermeister Duderstadt), Klaus Becker (Bürgermeister Osterode), Oliver Melchert (BTE), Anna Laura Ulrichs (Fachwerk-Fünfeck), Dana Roberts (BTE), Franziska Aulich (Stadt Osterode), Harald Wegener (Bürgermeister Hann. Münden).

Tourismus-Konzept für das Fachwerk-Fünfeck in Osterode vorgestellt

Osterode/Hann. Münden. Das Fachwerk-Fünfeck hat durch die Agentur BTE Tourismus- und Regionalberatung aus Hannover ein Tourismus-Konzept erstellen lassen. Darin wurde vorwiegend überprüft, ob und mit welchen Maßnahmen es möglich ist, Touristen über das verbindende Thema Fachwerk verstärkt anzulocken und als Fachwerk-Region mit vielen weiteren Attraktionen in das Bewusstsein zu treten. Die Agentur hat dafür eine umfangreiche Analyse der Städte und ihrer touristischen Aktivitäten durchgeführt sowie die Möglichkeiten der Vermarktung als Region untersucht.

Als Stärken identifizierten die Fachleute die hohe und bedeutende Fachwerkdichte in allen fünf Städten, den Fachwerkflair der Altstädte, die weiteren touristischen Attraktionen, die reizvolle umgebende Landschaft sowie die zentrale Lage, gute verkehrstechnische Anbindung, die Anzahl der Beherbergungsbetriebe und die Einbindung in große touristische Verbände und Netzwerke. Schwächen hingegen sahen sie in der geringen Anzahl von Highlights mit Strahlkraft, dem zum Teil sichtbaren Renovierungsbedarf – auch in Gastronomie und Beherbergungsbetrieben - und dem beginnenden Leerstand in den Altstädten. Hinzu kommen die geringe Dichte von ÖPNV- Verbindungen sowie die knappen Kassen der Tourismussparten der Städte. In der Vernetzung und Zusammenarbeit der fünf Städte sieht BTE eine gute Chance, den Tourismus zu fördern. Die Verbindung von Stadt, Kultur und Natur bietet Potenzial in der Vermarktung und stellt für „Großstadtgeplagte“ eine anziehende Kombination dar. Unbedingt sollten die Städte auf den Wunsch nach Gemütlichkeit setzen und gezielt in „Ausruh“-Angebote investieren, die in diese Nische passen.

Eine weitere Chance liegt in der guten verkehrstechnischen Anbindung der Region. Daher empfiehlt die Agentur, bewusst auf Angebote für Kurztrips zu setzen und durch Qualität und Freundlichkeit Kundenzufriedenheit zu erzeugen, die das Wiederkehren und Weiterempfehlen unterstützen. Gemeinsam mit den Tourismus-Verantwortlichen aller fünf Städte ermittelte BTE sogenannte Personas für die künftige Fachwerk-Reiseregion, also typische Touristengruppen, mit denen die Region rechnen kann und auf die sie Marketingaktivitäten und Angebote zuschneiden sollte. Neben Tagesgästen, Kurzurlaubern und Kulturtouristen wurden Stop-Over-Touristen, also Reisende, die einen Zwischenstopp einlegen, Geschäftsreisende und Busreisegruppen als Personas identifiziert. Vor allem bei den Stop-Over-Gästen und den zahlreichen Geschäftsreisenden und Partnern der ansässigen Unternehmen sieht die Agentur ein deutliches Potenzial, sie zum Wiederkommen und Längerbleiben zu inspirieren. Für die positive Ansprache der Touristen ist die Zusammenarbeit der fünf Städte besonders förderlich.

Breites Spektrum an Freizeitaktivitäten

Fasst man die touristischen Angebote und Attraktionen zusammen, so ergibt sich ein sehr breites Spektrum der unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten. Als erste Maßnahme wird daher noch vor dem Sommer eine Broschüre erscheinen, ein Reiseführer durch das Fachwerk- Fünfeck mit Schwerpunkt auf dem Fachwerk-Tourismus ergänzt durch eine Erlebniskarte. Darin finden sich die überregionalen Rad- und Wanderwege und viele Ausflugsziele, die ganz unterschiedliche Aktivitäten erlauben. Die Agentur rät bei der Entwicklung von neuen Angeboten auf allgemeine Tourismus-Trends zu achten: Obwohl es einen vermehrten Trend zum Reisen innerhalb Deutschlands gibt, ist insgesamt nicht mit einer Zunahme der Touristenzahlen zu rechnen. Daher punkten Regionen, die auf Qualität und Individualität der Unterkünfte setzen – im Urlaub darf es gerne anders sein, aber nicht schlechter als zuhause. Die Bereitstellung von WLAN und die Präsenz in sozialen Medien spielt bei der Wahl des Urlaubsortes eine zunehmende Rolle. Außerdem steigt immer noch die Zahl der älteren Reisenden, die heute fit, modern und offen sind. Gesucht wird häufig „das besondere Erlebnis“.

Die vorhandene Beschilderung innerhalb der Altstädte, der Zufahrten und die Ausschilderung an Autobahnen und Bundesstraßen wurden von BTE in einem Beschilderungskonzept überprüft. Daraus können die Städte in den kommenden Jahren wichtige Empfehlungen für das Aufstellen neuer Schilder, die optimale Gestaltung der Schilder zur besseren Lesbarkeit und Übersicht ableiten. Ein Bündel von Maßnahmenempfehlungen soll künftig die Außenwahrnehmung steigern, vorhandene Angebote sollen gebündelt dargestellt werden und neue Maßnahmen gemeinsam entwickelt werden. Dabei spielt das Fachwerk als Kulisse eine zentrale Rolle – entscheidend ist aber auch die Individualität der Städte und ihre Schwerpunkte zu erhalten und auszubauen. So setzt Duderstadt weiter auf das Thema „Grenzenlos“, was sowohl die Nähe zur ehemaligen Grenze umfasst, sowie die Barrierefreiheit.

Einbeck bleibt Spezialist in Sachen Braukunst und Oldtimer-Fortbewegung. Hann. Münden baut auf die drei Flüsse und den dadurch entstehenden hohen Freizeitwert für Rad- und Wandertourismus. Northeims Schwerpunkt sind die Masken, Figuren und der Freizeitsee und Osterode punktet durch seine Harz-Nähe beim Wandertourismus. Das fertige Konzept inklusive der Maßnahmenvorschläge wurde am 14. März in Osterode den Bürgermeistern und Tourismus-Vertretern, sowie der Geschäftsstelle des Fachwerk-Fünfecks offiziell übergeben. Anna Laura Ulrichs, Fachwerkmanagerin betonte „Wir freuen uns darüber, dass sich unter den Touristikern durch die Arbeit am Konzept eine wirklich gute und konstruktive Gemeinschaft entwickelt hat, die nun mit Hilfe des Konzeptes gezielt die weitere Zusammenarbeit angeht. Parallel haben wir die Gästeführer der Städte zusammengeführt, die sich jetzt gegenseitig durch ihre Städte führen und fachlich austauschen. Aus unserer Sicht ist der Fünfeck-Tourismus auf einem guten Weg in eine gemeinsame Zukunft.“

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