Peter Klempert ist Hann. Mündens neuer Behindertenbeauftragter

Peter Klempert, Behindertenbeauftragter der Stadt Hann. Münden

74-Jähriger wird Nachfolger von Eva Erbe. Er fordert all das umzusetzen, wozu Hann. Münden trotz der Schuldenlast in der Lage ist.

Hann. Münden. "Man muss das realisieren, was finanziell möglich ist", meint Peter Klempert, neuer Behindertenbeauftragter der Stadt. Der 74-Jährige, so entschied der Stadtrat im Dezember, ist der Nachfolger von Eva Erbe. Seit neun Jahren lebt der gebürtige Berliner in der Dreiflüssestadt. Es gefällt ihm hier gut, doch in Hinblick auf Barrierefreiheit bezeichnet er die Gegebenheiten als "katastrophal". Besonders ärgern ihn Werbeaufsteller oder zu weitläufige Bestuhlungen von Gastronomen, sodass weniger Platz auf den Bürgersteigen bleibe. Menschen, die an Rollatoren oder gar einen Rollstuhl angewiesen wären, kämen an manchen Stellen gar nicht durch. Jede Stelle, die schmaler als 90 Zentimeter sei, wäre problematisch, so Klempert. Kontrollen seien deshalb nötig.

Bauliches sei nur schwer zu ändern: "Bordsteine im Nachhinein absenken zu lassen ist eine teure Angelegenheit. Deshalb  werden wir im Vorfeld bei neuen Bauvorhaben eingebunden, damit auch unsere Einwände berücksichtigt werden. So haben wir uns an den Planungen für die neue Weserbrücke beteiligt", erklärt der 74-Jährige. Mit "wir" meint Klempert den fünfköpfigen Behindertenbeirat, dem er fünf Jahre lang angehörte. Dem steht er nun als Behindertenbeauftragter vor. Vorgängerin Eva Erbe, so Klempert, könne das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wahrnehmen, jedoch im Beirat verbleiben. Dessen personelle Zusammensetzung werde im Januar noch geklärt.

Etwas mehr zu tun als man muss

Klempert, der 25 Jahre lang Heilpraktiker ausbildete, ist der Meinung, dass "jeder ein bisschen mehr tun sollte, als seine Pflicht ist." Irgendwann sei ihn ihm der Wunsch gewachsen, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Das tut er seit geraumer Zeit im Mündener Lesenetzwerk. Im AWO-Kindergarten übt er gemeinsam mit dem Nachwuchs das Lesen. Außerdem leitet er die "Klön-Gruppe" der lokalen Rheuma-Liga. Klempert mach es Spaß mit anderen Menschen zu sprechen und sich ihrer Probleme anzunehmen. Sein Büro befindet sich ab sofort im Haus der sozialen Dienste, Am Plan 2, im 1. Stock, Zimmer 206. Sprechstunden finden hier jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat zwischen 14 und 16 Uhr statt. Außerhalb dieser Zeiten ist der neue Behindertenbeauftragte unter S 05541-7788839 zu erreichen.

Wirklich dringende Dinge, vor allem baulicher Art, die unbedingt in Angriff genommen werden müssten, sehe Klempert bislang nicht. "Sicherlich gibt es viele schöne  Sachen, die man umsetzen könnte. Ideen nehme ich gerne auf. Aber man muss auch schauen, ob sie ernsthaft umgesetzt werden können, vielleicht sogar in abgespeckter Version. Das Geld spielt hier oft eine große Rolle. Die Stadt tut jedenfalls, was sie finanziell kann", ist sich Klempert sicher.

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