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Matthias Biroth, Manager von Tourismus- und Stadtmarketing innerhalb der Hann. Münden Marketing GmbH, zeigt eine Auswahl von Events, die die Tochtergesellschaft der Stadt organisiert oder an deren Umsetzung beteiligt ist.

Hann. Münden hat im ersten Halbjahr im Vergleich zu 2017 und 2018 steigende Touristenzahlen zu verzeichnen

Hann. Münden. Die Dreiflüssestadt wurde in den ersten sechs Monaten des Jahres so gut besucht, wie in den Vorjahreszeiträumen 2018 und 2017 nicht. Über 42.000 Ankünfte und über 80.500 Übernachtungen in Betrieben mit mehr als zehn Betten zählte man seitens des Landesamts für Statistik Niedersachsen. Zum Vergleich: Im documenta-Jahr 2017 waren es im gleichen Zeitraum rund 1.200 Ankünfte und 3.000 Übernachtungen weniger gewesen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt aktuell bei zwei Tagen. Der Anteil ausländischer Gäste bei den Ankünften beträgt derzeit zwölf Prozent, bei den Übernachtungen elf Prozent. „Die Leute interessieren sich für die Region und wollen vermehrt hier Urlaub machen“, stellt Matthias Biroth, Manager für Tourismus- und Stadtmarketing innerhalb der Hann Münden Marketing GmbH (HMM), fest.

Auf einzelne Maßnahmen sei der Erfolg allerdings nicht zurückzuführen, eher auf ein Bündel von Maßnahmen. So habe das achtköpfige Team Einkaufs- und Gastroführer, sowie die Gästeführerbroschüre überarbeitet und den Stadtführer ins Englische übersetzen lassen. Zu den Publikationen hinzu kämen das Gastgeberverzeichnis, der Hochzeitsführer und der Weihnachtsflyer. Sehr gut angenommen werde laut Biroth der Veranstaltungskalender, den man sogar habe nachdrucken lassen müssen. Im vergangenen Dezember neu aufgesetzt worden sei die Homepage, so Biroth. Auch hier sei der Veranstaltungskalender beliebt: Vereine und Einrichtungen würden dort ihre Events selbst eintragen. Die Printprodukte ergänzen würden Merchandise-Artikel, wie Tee, Tassen und der „0-Euro-Schein“ mit der Darstellung des Mündener Rathauses.

Viele Events – ein Ziel: Abwechslung bieten

Die Organisation oder aber die Beteiligung an Veranstaltungen in der Stadt sieht die HMM ebenfalls als wichtiges Instrument an, um Gäste an die drei Flüsse zu locken. Dazu zählen die Kneipen-Nacht, das Bierfestival, Hann. Münden Live, das Feiertagsshopping an Fronleichnam, die Nabucco-Oper auf dem Schlossplatz, der Töpfermarkt auf dem Dielengraben, das Inselfest auf dem Doktorwerder, der Bauernmarkt und der Weihnachtsmarkt als Jahresabschluss.

Um die Verweildauer der Gäste in der Stadt zu erhöhen, stellt sich die HMM Gruppenangebote, so etwa in Hinblick auf Kanutouren und Wanderungen vor. In den Wintermonaten könne leider das reichhaltige Angebot aus der Hauptsaison nicht aufrecht erhalten werden, so Biroth, der bedauert, dass es keine Stadthalle gebe, in der sich Events an kalten Tagen planen und durchführen ließen.

Hier bleibe zunächst nur die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen, etwa einem Besuch von Schloss Berlepsch in Witzenhausen: „Das wichtigste ist, dass der Gast in der Region bleibt“, so der Manager. Generell profitiere man von einem Netzwerk, in dem die Grimmheimat, das Fachwerk5Eck, die Werratal Touristik, die Deutsche Märchenstraße, der Naturpark Münden und städtische Ausschüsse eingegliedert seien.

Mitgliedschaft im Vorstand der Mündener Gilde

Eine engere Zusammenarbeit erhofft sich Biroth mit der Mitgliedschaft in der Führungsspitze der Mündener Gilde. Hier stecke viel Potenzial für die Zukunft. So werde sich die HMM an den Planungen für „Hann. Münden Live 2020“ mit Manpower und auch finanziellem Aufwand beteiligen. Ein Dorn im Auge ist dem Tourismusexperten nach wie vor die mangelhafte Sauberkeit in der Altstadt. Vor allem weggeworfene Zigarettenkippen seien ein Problem und würden den Eindruck der Touristen trüben. Der Kritik an den eingeschränkten Öffnungszeiten der Tourist-Informationen sei man damit begegnet, dass die Gästeführer sonntags das Rathaus zwischen 11 und 16 Uhr öffnen würden, damit Besucher nicht vor verschlossener Tür stehen.

Weitere Ideen, die zurück in die Schublade kamen

Leider, so Biroth, seien aus unterschiedlichsten Gründen Projekte abgebrochen worden oder müssten pausieren. Dazu zählen das Fuldaleuchten, dass wegen zu vieler Auflagen durch die zuständigen Behörden kurzfristig abgesagt werden musste. Die „Surfer-Welle“, die gegenüber dem Packhof auf der Werra entstehen könnte, hält Biroth für einen echten Gewinn und ein Alleinstellungsmerkmal der Dreiflüssestadt. Es bleibe abzuwarten, wie die weiteren Gespräche zwischen Investor und Behörden verlaufen.

Projekte, die nicht umgesetzt wurden

Fußstapfentour: „Es kommt regelmäßig vor, dass Touristen sich erkundigen, ob der in den Stadtansichten vorgestellte Rundgang, auch optisch gekennzeichnet sei“, so Biroth. In Hannover habe man in diesem Zusammenhang gute Erfahrungen mit dem „roten Faden“ gemacht. Dieser verlaufe als Markierung auf dem Boden an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Künstlerisch sei der rote Faden zum Beispiel durch Fußstapfen darstellbar.

Parkmark: Hinter dem Projekttitel Parkmark verbirgt sich ein Konstrukt, um Kunden an den Mündener Einzelhandel und Mündener Anbieter zu binden. „So kann sich jeder Einzelhändler, Gastronom oder Hotelier durch die Herausgabe einer Parkmark bei seinen Kunden bedanken. Die Kunden könnten mit dieser Münze dann zum Beispiel die Parkgebühren begleichen, Souvenirs günstiger erwerben oder im weiterführenden Konzept auch den Eintritt ins Museum oder in das Hochbad zahlen“, erklärt Biroth. Somit wäre es attraktiver vor Ort einzukaufen und müsse nicht in den Online-Handel oder andere Städte ausweichen.

LED-Werbetafel: „Geplant war auf dem Trafohaus der Versorgungsbetriebe am Zugang zum Tillschanzen-Weg eine LED-Tafel zu errichten, wie man sie aus anderen größeren Städten kennt“, schilderte der Manager. Auf dieser hätten Mündener Unternehmen dann die Möglichkeit gehabt, die passierenden Autofahrer mit ihrer Botschaft zu erreichen.

360° Präsentation der Erlebnisregion: Moderne Technik macht es möglich den Touristen und Interessierten die Region und ihre Highlights schon vor ihrer Reise zu präsentieren. „Durch VR-Brillen könnte man sogar eine Art Rundflug über die Region erleben. Dies wäre auch für Messeauftritte oder den Online-Bereich ein interessantes Instrument, um Gäste in die Erlebnisregion Hann. Münden zu locken.“

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