Pipsi im Glück

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Sind froh, dass Pipsi den Weg alleine nach Hause geschafft hat: (v.li.) Kirsten Scheffel, Nicole Herthum, Marina Lier, Karin Lier. An dieser Stelle wurde Anfang Juni nach dem zweijährigen Kater gesucht.

Hann. Münden. Vergifteter Kater löst spontane Suchaktion und enorme Anteilnahme bei Facebook aus.

Von LUISA HOLLMIG

Hann. Münden. Ein verletztes Tier, eine erfolglose Suche – und ein Happy End. So lässt sich die Geschichte des zweijährigen Katers Pipsi beschreiben. Eine Facebook-Nutzerin postete Anfang Juni in der Gruppe "Hann. Münden – Meine Stadt!" ein Foto des sichtlich angeschlagenen Katers. Nichtmal auf vorbeilaufende Hunde zeigte das Tier eine Reaktion. Das Foto sorgte für viel Aufsehen: etliche Facebook-User beteiligten sich an der Diskussion, gaben Tipps, Ratschläge, boten Hilfe an.Als zunächst keiner wusste, wem der Kater gehörte, fuhren Helfer zu der betreffenden Stelle um ihn zu suchen und zu helfen. Karina Lier rief ihre Tochter Marina an, um mit Korb und Handtuch zu dem Fundort des Katers zu gehen. Gemeinsam mit Kirsten Scheffel suchten sie das gesamte Areal ab, um den Kater zum Tierarzt zu bringen. Zu dritt haben sie nach dem Kater Ausschau gehalten, "doch er war nirgends zu sehen", berichten die freiwilligen Helferinnen, die selbst Samtpfoten zu Hause haben.

Pipsi nahm Betäubungsmittel mit rohem Fleisch auf

Die Familie, die in unmittelbarer Nähe wohnte, bekam von der Suchaktion nichts mit. Der Schock kam mitten in der Nacht. "Er kam torkelnd nach Hause", erzählt Monika Gefroi aufgebracht. Wegen Verdacht auf einen Schlaganfall fuhr man sofort zum Tierarzt des Vertrauens. Dann die erschütternde Diagnose: der zweijährige Pipsi stand unter Betäubungsmitteln, die weiteren Untersuchungen ergaben, dass die Betäubungsmittel durch rohes Fleisch in den Körper gelangten. Nach der Behandlung schlief der Kater 13 Stunden und hat ordentlich gefressen. "Er ist über dem Berg, aber weiterhin ängstlich", erzählt die Familie. Sonst sei Pipsi ein friedlicher, anhänglicher Kater und sogar gegenüber Hunden freundlich. Bloß bei Fremden reagiere er scheu. Auch die 10-jährige Laura-Jane ist froh, dass es ihrem Kater wieder besser geht.Bei einem Treffen sind sich Besitzer, Sucher und Nicole Herthum vom Tierschutzverein einig, wie hilfreich soziale Netzwerke sein können. "Dank Handy und Facebook kann alles sehr schnell gehen", erzählt Nicole Herthum, Vorsitzende des Tierschutzvereines, "ein großes Lob an alle, die sich engagiert haben!" Dem stimmt auch Monika Gefroi zu "Ich fand es klasse und bin sehr dankbar, dass sich so viele beteiligt haben!"Nach dem Vorfall will die Familie auf ihren Kater und die Umgebung besonders gut achten: "Wir passen auf, dass er Abends immer nach Hause kommt und haben auch alle Tierbesitzer in der Umgebung gewarnt.""Wenn jemand Hilfe braucht, steht auch der Tierschutzverein beratend zur Seite", erklärt Nicole Herthum. In Notfällen solle man aber sofort einen Tierarzt, oder die Tierklinik aufrufen. Auch der tierärztliche Notruf oder die Giftnotrufzentrale können helfen (siehe EXTRA INFO). "Findet man einen Giftköder, sollte man ein Foto machen und den Fund sofort der Polizei und dem zuständigen Veterinäramt melden", so die Vorsitzende des Tierschutzvereines.

Andrea Riedel-Elsner vom Landkreis Göttingen klärt über das weitere Vorgehen auf: "Erst wird ermittelt, wie es zu dem Verdacht gekommen ist und um was (Art, Material, Farbe usw.) es sich handelt. Bei Fällen, bei denen sich der Verdacht erhärten lässt, werden die Köder eingesammelt und an die Tierärztliche Hochschule Hannover zur Untersuchung versandt." Die Vorkommnisse seien absolut selten, speziell aus dem Bereich Hann. Münden sei derzeit kein Fall bekannt, heißt es auf Anfrage der Mündener Rundschau.

Was tun, wenn Tiere in Not geraten sind?

Der Tierschutzverein Hann. Münden e.V. ist unter Telefon 0176-69166255 und per E-Mail unter info@tierschutzverein-hmue.de erreichbar. Für den Fall der Fälle gibt es einen Tiernotruf unter der kostenfreien Nummer 0800-8538530, Tierhalter bekommen dort Auskunft über den nächsten tierärztlichen Notdienst oder Hilfestellung für Notfälle. Die Giftnotrufzentrale hilft bei Vergiftungserscheinungen und ist unter Telefon 0551-19240 (Ortstarif) zu erreichen.

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