Pläne für Schwergut-Terminal beeindrucken Minister

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Nordhessen/Südniedersachsen. Unternehmer bitten Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies sich für die Bewirtschaftung der Oberweser einzusetzen.

Nordhessen/Südniedersachsen. Gestern Nachmittag machte sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies ein Bild von den durch die Mündener Wirtschaftsförderung (WWS) vorangetriebenen Plänen, auf dem Gelände des Weserparks ein Schwergut-Terminal errichten zu lassen, um in Zukunft die Oberweser als Binnenschifffahrtsstraße nutzen zu können. Dafür muss der Fluss wieder als Wasserstraße anerkannt werden, was neben WWS-Geschäftsführer Rolf Bilstein vor allem die Vertreter der regionalen Unternehmen wie Axel Richter, Geschäftsführer der gleichnamigen Maschinenfabrik in Hessisch Lichtenau und Karsten Stückrath, Geschäftsführer der Kasseler Alstom Power Energy Recovery GmbH, befürworteten. Sie nutzten gemeinsam mit Dr. Rolf-Jürgen Foellmer, Harald Plünnecke und Dr. Peter Könemann von der Interessengemeinschaft Oberweser das Zusammentreffen, um dem Minister mit Nachdruck die Bedeutung der Oberweser als Binnenschifffahrtsstraße aufzuzeigen.Unternehmen wie Richter und Alstom haben die Mündener Weserumschlagstelle in der Vergangenheit verstärkt dafür genutzt, ihr Schwergut über die Weser an die Großhäfen im Norden zu verschicken, von wo aus die Reise in aller Herren Länder ging (wir berichteten). Deshalb sind sie an der zukünftigen Bewirtschaftung der Oberweser durch den Bund interessiert. Ihre Schwergüter mit einer Gewicht von über 200 Tonnen können nicht mehr über die Straße transportiert werden, weil die Brücken immer weiter "abgelastet" werden, sprich, weniger Gewicht tragen dürfen.Dr. Joachim Koch, Verkehrsexperte der Railistics GmbH, machte deutlich, dass am Standort Münden jährlich 46.000 Tonnen an Gütern umgeschlagen werden könnten. "Das Terminal dürfte später auch für andere regionale Unternehmen interessant werden, wodurch mit einem Zuwachs von jährlich 3 Prozent zu rechnen ist", informierte Koch.Lies zeigte sich beeindruckt von den konkreten Plänen des Schwergutterminals und sagte seine Unterstützung zu. Er werde im Mai den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Zuge der Wasserschifffahrtsverwaltungsreform treffen und neben der Kategorisierung der deutschen Wasserstraßen ("Das war absoluter Unsinn, weil Zahlen aus der Vergangenheit einfach auf die Zukunft umgelegt wurden", O-Ton Lies) auch über Zukunft des Wasserschifffahrtsamtes am Standort Münden sprechen, das laut dem Landtagsabgeordneten Ronald Schminke eine sehr gute Arbeit leiste und für die Nutzung der Oberweser als Transportweg benötigt werde. "Hier schlummert viel Potential, Sie haben mich absolut an ihrer Seite", bewertete Minister Lies das Projekt. Er versprach, sich für EU-Fördermittel einzusetzen, um dem Investor, der momentan noch nicht genannt werden will, entgegen zu kommen.

Auf dem Gelände des Weserparks sollen laut Bilstein 8 Mio. Euro investiert werden. Entstehen soll in zwei Bauabschnitten ein Schwergutterminal mit Montage- und Verpackungshalle auf einer Fläche von insgesamt 6.300 Quadratmetern. "Wir müssen dafür die Oberweser als Binnenschifffahrtsstraße erhalten, um Planungssicherheit zu haben. Davon hängt vieles ab, denn es geht neben der Entlastung des Bundesfernstraßennetzes, der Stärkung der Wachstumsregion Nordhessen und Südniedersachsen auch um die Sicherung und das Schaffen neuer Arbeitsplätze", stellte Bilstein klar.

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