Polizei zu steigenden Einbruchzahlen: ,Nehmen Bürgerängste ernst'

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Polizei nennt Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls alternativlos und gibt Tipps, wie man sich vor dem Super-GAU schützen kann.

Hann. Münden/Göttingen. "Die Verhinderung von Einbrüchen ist im Rahmen unserer strategischen Ausrichtung auch künftig ein Anstrengungsschwerpunkt. Wir nehmen damit die Ängste der Menschen sehr ernst. Die Bekämpfung dieses Kriminalitätsphänomens ist für uns alternativlos", so Polizeipräsident Uwe Lührig.Da das Straftatenaufkommen im Deliktsbereich der Wohnungseinbrüche im Vergleich zum Vorjahr sprunghaft angestiegen ist, sind verstärkte Kontrollen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen durchgeführt worden. Durch die Polizeiinspektionen Göttingen, Hameln-Pyrmont/Holzminden, Hildesheim, Nienburg/Schaumburg und Northeim/Osterode wurden Mitte Dezember über 500 Personen sowie mehr als 400 Fahrzeuge kontrolliert, die sich entweder im Bereich der  An- und Abfahrstwege zu den Autobahnen und Bundesstraßen oder in Wohngebieten aufgehalten haben.

"Reisende Tätergruppen nutzen oftmals diese Verbindungswege, um sich schnellstmöglich unerkannt zu entfernen", erklärt der Präsident der Polizeidirektion Göttingen, Uwe Lührig. Die einzelnen Polizeiinspektionen führten zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls durch. Neben den eigentlichen Kontrollen wurde die Bevölkerung ebenfalls zielgerichtet angesprochen, zur Mithilfe aufgefordert und durch das Verteilen von Informationsmaterialien sensibilisiert – insbesondere zu Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Einbruchdiebstählen.

Während der Kontrollen konnten Personen festgestellt werden, die in diesem Deliktsfeld bereits kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten waren. So wurde zum Beispiel im Bereich der Polizeiinspektion Hildesheim ein verdächtiges Fahrzeug entdeckt, das einer Kontrolle unterzogen werden sollte. Der Fahrzeugführer versuchte, sich dieser Kontrolle durch Flucht zu entziehen, rammte bei der Verfolgungsfahrt einen Dienstwagen und konnte schließlich nach kurzer Verfolgung angehalten und festgenommen werden. Der Festgenommene ist bereits in der Vergangenheit wegen Wohnungseinbruchdiebstahls in Erscheinung getreten und war aufgrund eines Haftbefehls zur Festnahme ausgeschrieben. Er wurde dem zuständigen Haftrichter vorgeführt und muss sich zudem wegen Straßenverkehrsgefährdung verantworten.

Die durchgeführten Kontrollen können die Wohnungseinbrüche im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen zwar nicht ganz verhindern, dennoch hat die Polizei festgestellt, dass sowohl die polizeiliche Präsenz als auch die Kontrollen gebietsweise zu einem rückläufigem Straftatenaufkommen geführt haben.

PD Göttingen kündigt verstärkte Kontrollen an

Zum Schutz ihrer Bürger vor dieser Kriminalitätsform verstärkt die Polizeidirektion (PD) Göttingen, zu der auch die Polizeiinspektion Göttingen gehört, in den kommenden Tagen und Wochen außerdem deutlich ihre Kontrollen, um insbesondere professionellen, reisenden Banden bzw. Tätern habhaft zu werden.

So schützt man sich vor Einbrechern

-    Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit.

-    Vorsicht: Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen. Häufig gekippte Fenster (z.B. WC-Fenster) können mit einem Fenstergitter gesichert werden.

- Rollläden sollten zur Nachtzeit und keinesfalls tagsüber geschlossen werden, damit sie nicht sofort Ihre Abwesenheit signalisieren.

- Auch wenn Sie Haus oder Wohnung nur kurzzeitig verlassen: Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondernschließen Sie sie auch immer zweifach ab.

-     Verstecken Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen. Einbrecher kennen jedes Versteck.

-    Wenn Ihnen Ihr Schlüssel abhandengekommen ist, wechseln Sie umgehend den Schließzylinder aus.

-    Lassen Sie bei einer Tür mit Glasfüllung den Schlüssel niemals innen stecken.

-    Öffnen Sie auf Klingeln nicht bedenkenlos, und zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen. Nutzen Sie den Türspion und den Sperrbügel (Türspaltsperre).

-    Halten Sie in Mehrfamilienhäusern den Hauseingangauch tagsüber geschlossen.

-    Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie den Türöffner drücken.

-    Achten Sie auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück und sprechen Sie sie an.

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