Protest durch Kunst: Künstlerehepaar malte im Reinhardswald

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Mit Farben, Pinseln und warmer Kleidung ausgerüstet: Das Künstlerpaar Saxana und Helge Hommes aus Leipzig.

Das Künstlerpaar Saxana und Helge Hommes aus Leipzig hat zwei Wochen lang im Reinhardswald gemalt. Für sie ist die Aktion ein Protest gegen Eingriffe in den Wald.

Reinhardshagen. Vom Parkplatz „Urwald“ sind es nur wenige Schritte in eine märchenhafte Welt. Das Thermometer zeigt minus 5 Grad, Schnee fällt vom Himmel. Die Natur zeigt sich hier von ihrer schönsten Seite. Riesige und uralte Bäume, eine weiße Schneelandschaft, unheimliche Ruhe, einfach Natur pur. Nach weiteren Schritten durch den Schnee fällt jedoch sofort etwas für diesen Ort Ungewöhnliches ins Auge. Inmitten der Idylle stehen Staffeleien, ein Tisch mit Farben und zwei in die Malerei vertiefte Personen. Die Rede ist von Saxana und Helge Hommes, einem Künstlerehepaar aus Leipzig.

Ende Januar verweilten sie für knapp zwei Wochen im Reinhardswald und brachten dort die gewaltigen Baumriesen aus dem Urwald auf ihre Leinwände. Dies ist das Markenzeichen ihrer Bilder. Immer stehen Bäume und die Natur im Mittelpunkt. „Der Baum ist ein Bezugspunkt für mich. Er dient als Spiegel und regt stets zum Nachdenken an“, sagt Helge Hommes. Doch gemalt wird nicht nur aus Spaß an der Freude. Die Künstler wollen mit ihren Bildern Protest und Widerstand ausdrücken. „Wir möchten damit unsere politische Haltung ausdrücken und Statements gegen die Zerstörung der Natur und die Profitgier großer Konzerne setzen. Im letzten Jahr haben wir auch im Hambacher Forst gemalt und sind mit vielen Personen in Kontakt getreten. Die Malerei ist keine alltägliche Form des Protests. Zudem ist es schön, immer draußen in der Natur zu sein“, berichtet Helge Hommes. Dabei haben sie bereits ein großes Netzwerk aufgebaut.

Gegen Eingriffe in den Wald

Im Zusammenhang mit dem Streit um den geplanten Bau von Windrädern sind sie auf den Reinhardswald aufmerksam geworden. Mit ihren Bildern wollen sie einen Teil zum Protest gegen die Eingriffe in den Wald beitragen. „Der Reinhardswald mit seinen wunderschönen Bäumen ist bundesweit bekannt und muss geschützt werden. Deshalb sind wir hier. Unsere Bilder zeigen die Schönheit jedes einzelnen Baumes. Der aktuelle Aufenthalt ist ein Auftakt, im April werden wir erneut kommen“, so Hommes. „Wir wollen etwas aktiv bewegen. Das Wort Aktivist sollte kein Schimpfwort sein. Wir müssen an nachfolgende Generationen denken, einen Dialog schaffen und den Umweltschutz aktiv vorleben“, ergänzt Saxana Hommes.

Doch wie hält man eigentlich die Kälte aus, wenn man tagelang von morgens bis zur Dämmerung im Wald verweilt? „Der Schnee und die Kälte sind kein Problem. Lediglich mein Rücken schmerzt“, sagt Helge Hommes. Von Müdigkeit und Erfrierungen fehlt also jede Spur. Wo die fertigen Bilder letztendlich zu sehen sind, steht noch nicht fest. Geplant ist eine große Ausstellungreihe mit weiteren Bildern verschiedener Bäume aus ganz Deutschland. Dem Künstlerpaar geling es mit ihren Bildern eindrucksvoll ihre Leidenschaft für die Malerei und ihr politisches Interesse zu verbinden, um ein Statement zu setzen und Aufmerksamkeit auf die Themen zu lenken, die ihnen am Herzen liegen. Ganz nebenbei entstehen durch diese Form des friedlichen Protests ganz ausdrucksstarke Kunstwerke mit Motiven der imposanten Bäume aus dem Reinhardswald.

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