Rauchmelder sind seit 1. Januar Pflicht

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Rauchmelderpflicht in Niedersachsen - Sicherheitsbeauftragter der Mündener Feuerwehr schlägt Alarm: „Viele Hausbesitzer unwissend“.

Hann. Münden. Laut der Online-Plattform "rauchmelderpflicht.net" sterben jährlich 500 Menschen bei Bränden. Über 70 Prozent von ihnen werden nachts im Schlaf vom Feuer getötet. Dabei sind es in 90 Prozent der Fälle nicht die Flammen selbst, die zur tödlichen Gefahr werden, sondern giftige Rauchgase, die durch Feuer entstehen können. Oftmals reichen wenige Atemzüge aus, um beim Menschen eine Bewusstlosigkeit oder den sofortigen Tod herbeizuführen. Während des Schlafes ist der Geruchssinn beim Menschen inaktiv, das Gehör dagegen nicht. Deshalb können die in Gefahr laut piependen Rauchmelder Leben retten.

Harry Hoege, der Stadtsicherheitsbeauftragte der Freiwilligen Feuerwehr  Hann. Münden, stellt mit Erschrecken fest, dass einige Bewohner Mündens und der Ortsteile immer noch nicht wissen, dass in Niedersachsen ab Januar 2016 die Rauchmelderpflicht gilt.

Hoege führt aus, dass die Rauchmelderpflicht am 20. März 2012 durch Ergänzung des § 44 der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) um den Absatz 5 eingeführt wurde, wobei zunächst alle Neubauten und Umbauten ab November 2012 unmittelbar betroffen waren. "In Niedersachsen mussten bis zum Ende des Jahres 2015 Schlafräume, Kinderzimmer und die Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräume führen, auch mit Rauchmeldern ausgestattet werden. Falls das noch nicht geschehen ist, ist die Anschaffung und Montage unverzüglich durch den Eigentümer der Wohnung durchzuführen, die Wartung und auch die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft verantwortet der Mieter oder der Pächter in Eigenverantwortung", informiert Hoege.Fakt ist demzufolge, dass alle Wohnungen in Niedersachsen spätestens seit dem 1. Januar 2016 mit entsprechenden Rauchmeldern ausgestattet sein müssen. "Gerade die aktuell zurückliegenden  Brände in Hann. Münden und Umgebung zeigen wie wichtig Rauchmelder sind. Rauchmelder können Leben retten ist nicht nur ein Slogan sondern reale Wahrheit", sagt Hoege.

Qualitätsrauchmelder werden empfohlen

Der Sicherheitsbeauftrage gibt die Empfehlung nur Qualitätsrauchmelder zu kaufen. Seit 2008 dürfen zwar nur noch Rauchwarnmelder auf den Markt gebracht werden, die nach EN 14604 geprüft sind und entsprechend mit CE-Kennzeichnung inklusive Zertifikatsnummer und der Angabe "EN 14604" versehen sind. Allerdings beinhaltet diese CE-Kennzeichnung keine besonderen qualitativen Aussagen, sondern besagt nur, dass das Produkt nach EN 14604 geprüft ist und damit im Europäischen Binnenmarkt frei gehandelt werden darf. "Rauchmelder mit höherer Qualität sind zum Beispiel mit einen "Q" Siegel ausgestattet. Anhand von Testberichten fällt die Kaufentscheidung am Ende auch leichter", erklärt Hoege.

+++Zwischenruf von MATHIAS SIMON+++Sicherheit geht vor+++

Sie sind klein, unscheinbar und kosten im Vergleich zu ihrem Nutzen kleines Geld: Die meist kreisrunden Rauchmelder sollten nicht nur seit Beginn der Ausrüstungspflicht zum 1. Januar in Einfamilienhäusern und Wohnungen Wache halten.

Sie können Lebensretter sein und in Anbetracht der heutigen gesetzlichen Standards allein in öffentlichen Gebäuden nicht mehr wegdiskutiert werden. Wie auch? Argumente gegen eine Anschaffung gibt es nicht. Effektive Modelle mit entsprechenden Prüfzeichen sind bereits für wenige Euro zu haben und wiegen in keinem Fall den Super-Gau, einen Vollbrand des Eigenheims oder der Mietwohnung, und dessen Folgen auf.Verwundert schaut man da auf die Zahlen des Online-Statistikportals "Statista" und reibt sich die Augen: 2014 sollen demnach gerade mal sieben Prozent aller Berliner Haushalte über Rauchmelder verfügt haben. Eine Rauchmelderpflicht existiert hier noch nicht, sie ist in Planung.

Niedersachsen befand sich mit 65 Prozent im Mittelfeld, während Schleswig-Holstein mit 95 Prozent Platz 1 belegte. In den vergangenen zwei Jahren hat sich einiges getan und zwar nicht nur durch den gesetzlichen Druck, sondern vor allem durch die Aufklärungsarbeit der Freiwilligen Feuerwehren. Stark engagieren sich die Brandschützer nicht nur in Südniedersachsen, sondern auch in Nordhessen: Unter dem Titel "Mit Sicherheit ins Leben" informiert und unterstützt die Initiative junge Familien – Gratisrauchmelder inklusive. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit. Und die geht nun mal vor.

Vielen Dank für die unermüdliche Bewältigung dieser wichtigen Aufgabe! Und seien wir mal ehrlich: Mit den elektronischen Aufpassern in den eigenen vier Wänden schläft es sich einfach viel besser.

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