RCCT Münden richtet Meisterschaften Anfang August aus

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Nehmen den „Drei-Flüsse-Ring“ im Weserpark unters Profil: (v.li.) Klaus Engelhardt, Norbert Blumhardt, Keven Winter und Alexander Schaffer.

Vorfreude auf die DM: So bereiten sich die Piloten der ferngesteuerten Modelle auf den Wettbewerb vor

Hann. Münden. 35 Grad im Schatten zeigt das Thermometer an, als der Formel-Flitzer von Klaus Engelhardt auf dem „Drei-Flüsse-Ring“ im Weserpark seine Runden dreht. Das ferngesteuerte Vehikel im Maßstab 1:10 beschleunigt blitzschnell aus den engen Kurven heraus. Bei 12,2 Sekunden liegt der Rundenrekord. Doch der ist beim heutigen Training, bei dem sowieso kein Zeit gemessen wird, nicht in Gefahr zu bringen. Es ist einfach zu warm.

Holger Sparbier, 1. Vorsitzender des RC Car Team Münden, kurz RCCT genannt, legt die Hand auf die Strecke und verzieht gleich das Gesicht: „Der Asphalt ist sehr heiß. Das ist schon eine Tortur für die Fahrzeuge, aber wir müssen ja irgendwie trainieren. Durch die hohen Temperaturen drohen die Bauteile der Modellautos wie Motor und Regler zu überhitzen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Schaden. Den hatte mein jüngster Sohn Sören erst neulich zu beklagen.“ Das RC-Fieber hat die ganze Familie Sparbier befallen, denn neben dem mehrfachen Deutschen U14-Meister Sören (12) fährt auch Kevin Sparbier (24) regelmäßig bei den Erwachsenen um die forderen Plätze mit. 2017 wurde er auf der Bahn des RCCT Deutscher Vizemeister. Fachsimpeln im Schatten Während draußen Menschen und Material an ihre Grenzen stoßen, wird unweit der Strecke in den Räumen des RCCT geschraubt. Hier werden Akkus aufgeladen, Fahrzeuge eingestellt und Erfahrungen ausgetauscht. Engelhardt ist der brennenden Sonne entflohen und hadert mit den Reifen seines Flitzers mit Heckantrieb. Keinen guten Grip haben sie, drehen bei zu hoher Beschleunigung durch. Da seien Moosgummi-Reifen einfach besser, meint Sparbier. „Besser“ bedeutet in dem Fall auch schnellere Rundenzeiten, die auch durch weniger Gewicht der Fahrzeuge zustande kommen können.

Besitzt einen High-End-Renner: Florian Schaffer ist neu im Team des RCCT.

Florian Schaffer hat etliche leichte Carbon-Teile in seinem High-End Renner verbaut. Der Zwölfjährige ist neu dabei und startet bei den Deutschen Meisterschaften (DM) als Neueinsteiger. Die DM findet im Weserpark vom 9. bis 11. August statt. Hier starten Fahrzeuge auch in der Sport-, Modified- und Formel-Klasse. Bis zu 60 km/h schnell werden die kleinen Boliden auf der Strecke neben den Schleppdächern. „Sie könnten noch viel schneller fahren, doch bei unserer Strecke fehlt der Platz für die Beschleunigung auf Höchstgeschwindigkeiten. Bei uns kommt es mehr auf Geschicklichkeit an“, teilt Sparbier mit. Von 8 bis 20 Uhr werden die Teilnehmer, darunter Deutsche, Welt- und Europameister, am zweiten August-Wochenende gegeneinander antreten. „Für die Verpflegung ist gesorgt, Zuschauer sind immer willkommen, wir nehmen keinen Eintritt. Die Siegerehrungen werden am Sonntagnachmittag stattfinden“, teilt Sparbier mit.

Die Veranstalter hoffen für die Deutsche Meisterschaft auf moderates Wetter. „Zwischen 20 und 25 Grad Außentemperatur wären optimal“, so Sparbier. Dann klappt es vielleicht auch mit einem neuen Rundenrekord – oder zumindest für packende Duelle auf der Piste. Weitere Informationen gibt es auf Facebook unter „RCCT Muenden“.

Interview mit Kevin Sparbier (24) vom RCCT

Kevin Sparbier ist einer der Hoffnungsträger des RCCT. Seitdem er fünf Jahre alt ist, jagt er ferngesteuerte Fahrzeuge um die Kurven. Im Alter von 13 Jahren nahm er erfolgreich an den ersten Wettbewerben teil. Der deutsche Vizemeistertitel war für den 24-Jährigen bislang der größte Erfolg.

Mündener Rundschau (MR): Wie bereitest du dich auf die Wettbewerbe vor?

Sparbier: Ich bereite mich für die großen Rennen oder Internationale Rennen schon ein paar Tage vorher vor, meistens mit neuem Material. Bei den kleineren Rennen bereite ich mich erst den Samstag vor dem Rennen ein wenig vor. Das nötigste dann für Sonntag, den Renntag.

MR: Wie genau sieht ein Trainingstag und ein Wettkampftag aus?

Sparbier: Ein Trainingstag sieht so aus: Wenn die Strecke nicht so gute Bedingungen hat, fahre ich aus Spaß mit alten, gebrauchten Reifen. Wenn die Strecke sehr gut ist, fahre ich mit neuen Reifen und teste ein paar Setup-Veränderungen. Meine Trainingstage sind Mittwoch und – wenn keine Rennen stattfinden – am Sonntag.

An einem Wettkampftag fahre ich morgens vor den Qualifikationsläufe noch einen Trainingsakku. Danach kommen drei Qualifikationsläufe, bei denen man sich für die Finale seinen Startplatz erfährt. Dann haben wir drei Finale, davon werden die zwei besten Läufe für das Gesamtergebnis gewertet.

MR: Wie kommt man am Wettkampf-Tag mit dem Druck zurecht?

Sparbier: Der Druck ist bei mir mittlerweile nur noch bei großen Rennen hoch, aber wenn ich dann meine fünf Minuten fahre, bin ich nicht mehr ganz so nervös.

MR: Welche Talente braucht man in deinen Augen, um immer vorne mitfahren zu können? 

Sparbier: Um immer vorne mitfahren zu wollen, sollte man regelmäßig trainieren und an Wettkämpfe teilnehmen, sein Auto pflegen und wenn es geht auf den neusten Stand halten.

MR: Mit welchen Komponenten fährst du aktuell? 

Sparbier: Mein Auto für die Deutsche Meisterschaft ist ein ARC von der Firma LMI, meine Elektronik ist von Muchmore. Mein Sender ist ein M12x von der Firma Sanwa.

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