Rechnung ohne den Wirt gemacht

Jetzt gehts Rauchern an den Kragen: Lnder wollen Rauchverbot in Gaststtten Von ULF SCHAUMLFFELWerra-Meiner-Kreis. Jetz

Jetzt gehts Rauchern an den Kragen: Lnder wollen Rauchverbot in Gaststtten

Von ULF SCHAUMLFFELWerra-Meiner-Kreis. Jetzt wirds wirklich eng fr die Qualmer: Ab 1. September sollen bundesweit in Schulen, Behrden, Museen, Kinos, Flugzeugen, Bussen und Bahnen sowie Bahnhfen Rauchverbote gelten. Unter 18-Jhrige drfen keine Zigaretten mehr kaufen. Und auch in der Gastronomie sollen weit reichende Rauchverbote gelten, wenn es nach Bund und Lndern geht. Verste gegen die Bestimmungen sollen als Ordnungswidrigkeit geahndet und mit empfindlichen Geldbuen bestraft werden. Ein Quantensprung fr den Gesundheitsschutz, so Horst Seehofer auf einer Pressekonferenz nach der Gipfelrunde in Hannover. Ausnahmeregelungen sollen nur fr komplett abgetrennte Raucherzimmer mglich sein. Es wird aber erwogen, ob man einzelnen Wirten die Erlaubnis fr reine Raucher-Lokale geben knne, die beispielsweise durch ein R am Eingang gekennzeichnet werden.Karl-Ernst Seebach, Vorsitzender vom Hotel- und Gaststttenverband Hessen e.V. hlt die Umsetzung eines generellen Rauchverbots fr schwierig. Die Struktur der Gastronomie sei zu unterschiedlich. In Speiserestaurants ist es in Ordnung, wenn es Nichtraucherzonen gibt bzw. nicht geraucht wird.Da aber die Gastronomie auch fr Vergngen, Lust und Spa steht, gehrt fr viele Leute dort das Rauchen dazu. In der typischen Kneipe um die Ecke mit nur einem Gastraum sei es ohnehin schwierig Nichtraucherzonen zu schaffen.

Von generellen Vorschriften, die das Rauchen in der Gastronomie untersagen, hlt der Vorsitzende des Gaststttenverbandes nichts: Der Gast kann sich doch aussuchen, wo er hingehen will. Wenn er nicht in ein Raucherlokal gehen mchte, braucht er da ja nicht hinzugehen. Man msse eine einheitliche praxisrelevante Regelung finden. Generell das Rauchen in der Gastronomie zu verbieten, sei geschftsschdigend.Der Gast entscheidet, ob er in ein Raucher- oder Nichtraucherlokal gehen will. Ihm steht die Mglichkeit offen.Dass in Betrieben und Schulen ein generelles Rauchverbot gelten soll, begrt Seebach. Die Gastronomie sei aber ein anderer Bereich.

Asoziales Raucherpack

Zwischenruf von DIRK LOREY

Raucher sind alle Verbrecher und Politiker bld. So einfach knnte die Welt sein. Ist sie aber nicht. Denn genauso wenig, wie jemand gezwungen wird, Politiker zu werden, muss auch niemand gegen seinen eigenen Willen mit dem Rauchen beginnen. Es wird auch niemand gezwungen, eine bestimmte Gaststtte zu besuchen: Der Gast hat die freie Wahl, dahin zu gehen, wo es ihm, aus welchem Grund auch immer, am besten gefllt.

Deshalb ist es vlliger Bldsinn, ein staatliches Rauchverbot in allen Gaststtten zu verhngen. Nichtraucherschutz ist richtig und wichtig. Wenn aber ein Gastronom ausdrcklich das Rauchen in seinem Haus zulassen will aus welchem Grund sollte er das nicht tun? Er selbst muss doch wissen, ob ihm Raucher oder Nichtraucher als Gste wichtiger sind. Wenn ein anderer Gastronom seine Kneipe als Nichtrauchergaststtte anbietet: Prima. Aber: Muss er das mssen?Anstatt ein generelles Rauchverbot auszusprechen, wre es viel sinnvoller, eine Kennzeichnungspflicht fr Gaststtten einzufhren: Hier darf, oder hier darf nicht geraucht werden. Das reicht, mehr muss nicht sein.Wenn alle Politiker davon reden, dass sie weniger Brokratie wollen, aber immer unsinnigere Regelungen aufstellen, werden sie das Gegenteil erreichen.

Rauchen wird richtig interessant, weil es verboten ist - genau wie zu Zeiten der Prohibition in Amerika, whrend der noch mehr gesoffen wurde als zuvor. Noch nie hat ein Nichtraucher einen Raucher beschdigt. Aber die Freiheit, zwischen dem einen und dem anderen whlen zu knnen, muss in einem freien Land mglich sein.

Denn eins ist genauso sicher, wie jeder Mensch wei, dass Rauchen schdlich ist: Raucher kosten den Staat nicht mehr, weil sie frher sterben. Und ohne Raucher wre Deutschland morgen pleite.

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