Fotoband der Mündener Hobby-Fotografin zeigt Engel auf Grabstätten

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Regina Friedrich an ihrem heimischen Arbeitsplatz. Hier wurde der Fotoband geboren und auch die neue Homepage, die sie ebenfalls selbst gestaltete.

Hübsche Models in Stein und Bronze: Regina Friedrich aus Volkmarshausen hat es Friedhofskultur angetan

Hann. Münden.Wenn Menschen einen Friedhof betreten, überkommt sie oftmals Unbehagen, denn dieser Ort steht in Verbindung mit Trauer und Abschied und dem Bewusstsein der eigenen Endlichkeit. Regina Friedrich hat dagegen eine ganz andere Sicht auf die Dinge: „Viele haben Angst vor Friedhöfen, dabei ist es im weitesten Sinn eine Parkanlage und dabei schöner als so manch andere Grünfläche. Einige sind sehr liebevoll gestaltet. Mich und meinen Mann entspannt es, wenn wir uns in dieser Atmosphäre bewegen dürfen“, erklärt die Volkmarshäuserin. Mit ihrer Digitalkamera nimmt sie „Friedhofskultur“ vor die Linse. Wuchernde Pflanzen werden ebenso im Bild festgehalten, wie Tiere oder aber Figuren. Etwa 10.000 Bilder hat die 61-Jährige mittlerweile auf der Festplatte ihres PC gespeichert. Etliche Engel sind darunter. „Mein Traum war es schon immer, irgendwann einmal ein Buch mit eigenen Fotografien herauszubringen“, so Friedrich weiter. Seit Jahren gestalte sie Trauerkarten selbst. Die Veröffentlichung eines Buches war somit der nächste Schritt. Doch es fehlte noch der richtige Anstoß, den Friedrich beim Besuch Kunsthandwerker-Ausstellung in Offenbach erhielt. Dort lernte sie Autor Ingo Cesaro kennen, der bereit war, seine Gedichte für einen Fotoband beizusteuern. 2016 wurden die Pläne konkreter, der Verlag Books on Demand (BoD) wurde ins Auge gefasst, ein Unternehmen, dass sich auf das sogenannte Self-Publishing, also das Veröffentlichen in Eigenverantwortung, spezialisiert hat. „Das Buch in die Hände eines großen Verlags zu geben wäre schwierig geworden, denn ein Fotoband dieser Art ist ein Nischenprodukt, dass nicht jeden anspricht“, erinnert sich die Volkmarshäuserin. So nahm sie die Planungen selbst in die Hand, gestaltete den Band in Eigenregie und brachte im Mai das Buch „Der Stille ausgesetzt – Engel auf Grabstätten“ heraus.

Bilder in europäischen Großstädten aufgenommen

Die Friedhofskultur hat es Regina Friedrich angetan. So hat sie unter anderem bereits hunderte Engel fotografiert. So wie diesen, der auf dem Kasseler Hauptfriedhof steht.

„Ich fotografiere bereits seit meinem 20. Lebensjahr und interessierte mich lange Zeit für Museen oder Barock-Schlösser und die dort ausgestellten Figuren. Seit einigen Jahren interessiere ich mich sehr für Engel, die ich auf Friedhöfen in ganz Europa fotografiere, darunter in Hamburg, München, Rom oder Wien. Ich möchte den Lesern zeigen, was es für eine Vielfalt gibt und meine Faszination von der filigranen Verarbeitung teilen“, so die 61-Jährige. Viele der Statuen und Reliefs würden aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. Es seien zum Teil lebensgroße Darstellungen aus unterschiedlichsten Werkstoffen – quasi Models aus Stein und Bronze, erläutert Friedrich. An vielen nage leider der Zahn der Zeit. Wenn man sie nach Jahren wieder aufsuche, hätten sich die meisten verändert. Manche nur farblich durch sauren Regen oder Grünspan. An anderen seien Zerstörungen zu erkennen. Aber wo gibt es in Europa nach Meinung der Hobbyfotografin die schönsten Engel? „Ganz klar in Italien. Dort gibt es viele historische Grabmale, die mit Figuren versehen sind.“ Der 164-seitige Band „Der Stille ausgesetzt“ zeigt 74 erlesene Bilder Friedrichs sowie zahlreiche Gedichte und Gedankensplitter von Cesaro und ist unter dem BoD-Buchshop und auch auf Amazon.de für 26,99 Euro erhältlich. Außerdem ist er in der Buchhandlung Winnemuth zu haben (ISBN 978-3-7431-9755-8). Weitere Fotografien, darunter Landschafts-, Tieraufnahmen, findet man auf der Homepage der Hobbyfotografin (regina-friedrich.jimdo.com). Friedrich, die die Veröffentlichung eines zweiten Bildbands mit trauernden Figuren nicht ausschließt, würde sich über Interesse an ihrem Fotoband freuen. Allerdings nicht aus finanziellen Gründen, denn Friedrich kann wegen des Self-Publishing-Modells nicht mit nennenswerten Einnahmen rechnen.

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