Bogenschützen trafen in Veckerhagen ins Schwarze

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Waren in Reinhardshagen zu Gast: (v.li.) Jürgen und Katrin Fritsch mit Hund Elvis (liegend), Volker und Margret Drews sowie Andreas Klum. Die Teilnehmer wurden in Grupen auf den Parcours geschickt, um den zeitlichen Ablauf nicht zu gefährden und eine freundschaftliche Atmosphäre zu erzeugen.

SV Reinhardshagen begeisterte mit 1. traditionellen 3-D-Turnier an der Eisenhütte 80 Teilnehmer

Reinhardshagen. Ruhig zieht Margret Drews die Sehne ihres Bogens an ihre Wange. Konzentriert nimmt sie ihr Ziel, einen Uhu aus Kunststoff, ins Visier, der etwa 20 Meter von ihr entfernt auf einem umgefallenen Baumstamm sitzt. Als Drews die Sehne loslässt, fliegt der Pfeil zischend ins Ziel – getroffen! Am vergangenen Samstag konnte man rund um die Eisenhütte in Reinhardshagen viele solcher Szenen beobachten. Der örtliche Schützenverein hatte zum 1. traditionellen 3D-Turnier eingeladen und etwa 80 Teilnehmer aus der Region folgten dem Ruf an die Weser. „Man kennt sich“, erklärt Benjamin Kraft, 1. Vorsitzender des Vereins. Dem Bogensport sei es zu verdanken, dass der 1963 gegründete Verein nicht mangels Zuspruch abgemeldet werden musste. Vor zwei Jahren gründete sich die Sparte und bescherte dem Verein den zweitgrößten Mitgliederzuwachs eines hessischen Vereins in 2016. Er zählt heute rund 60 Mitglieder.

Gründung der Sparte war die Rettung des Vereins

„Ein Drittel unserer Mitglieder sind Kinder zwischen 5 und 16 Jahren. Der Großteil aller Vereinszugehörigen stammt aus der Gemeinde, vereinzelt kommen sie aber auch aus Hemeln, Holzhausen oder Göttingen“, so Kraft weiter. Hier an der historischen Eisenhütte trainieren die Bogensportler regelmäßig, jeden Sonntag ab 11 Uhr – falls keine Wettbewerbe anstehen oder Regen aufzieht. Denn geschossen werde immer unter freiem Himmel und das mache trockenen Fußes am meisten Spaß. Ob es nach Meinung Krafts ein Superschützen wie Robin Hood gegeben haben könnte, wollen wir wissen. „Gut möglich. Es ist wie mit vielen Dingen. Man muss üben, üben und nochmals üben“, verrät Kraft. Es gehe beim Bogenschießen vor allem um das richtige Abschätzen von Distanzen, denn auf großer Strecke flieg der Pfeil durch die Erdanziehungskraft mit einer leicht zum Boden geneigten Flugkurve ins Ziel. Ein wenig Talent müsse man mitbringen, so wie viele der Schützen, die bei dem Turnier teilnahmen, „hier sind wirklich gute Leute dabei. Da sieht man gleich, wer schon mehrere Jahre dabei ist“, informierte Kraft. Im angrenzenden Waldstück der Eisenhütte hatten die Mitglieder einen Parcours errichtet, auf dem man in zwei Runden jeweils 40 Ziele anvisieren musste. In der ersten Runde, in der im „Hunter“-Modus geschossen wurde, wurde ein Pfeil geschossen, in der zweiten, der „Waldrunde“, bis zu drei Pfeile – je nachdem, wie treffsicher man ist, denn es zählte lediglich der erste treffende Pfeil. Braucht man mehr Versuche, gibt es Abzüge.

Margret Drews beim Einsammeln der Pfeile nach einer Schussrunde.

Geschossen wurde auf 3-D-Tiere, wie Puter, Kojote, Uhu oder Bär, die aus Kunststoff bestehen und einen Bereich markiert haben, in der der Blattschuss angesetzt werden sollte, der bei einem lebenden Tier einen tödlichen Treffer verursachen würde. Abgeschritten werden darf der Weg zum Ziel vor dem Schuss nicht. Erfahrung und Gefühl für Flugbahn und Entfernung sind also für die Schützen von großem Vorteil. Am Ende wurden in mehreren Kategorien die Sieger ermittelt. Sie unterscheiden sich nach Art der verwendeten Bogenausführung, Alter und Geschlecht. Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen – der Verein hatte mit seinem Parcours offensichtlich ins Schwarze getroffen – wird es wohl auch eine zweite Auflage des Turniers an der Eisenhütte geben. Dann kann auch wieder Margret Drews dabei sein und den männlichen Teilnehmern zeigen, wie es richtig geht. Wer Interesse am Bogensport hat und das Hobby einfach mal ausprobieren möchte, kann sich unter www.sv-reinhardshagen.de informieren oder sonntags ab 11 Uhr beim bereits erwähnten Training vorbeischauen.

Die besten Schützen im Überblick

Primitivbogen Herren: 1. Jürgen Fritsch, 351 Punkte (Alheimer Bogengilde) Primitivbogen Damen: Christine Hipke, 263 Punkte (SC-Heepen) Langbogen Herren: Gerhard Böger, 486 Punkte (Shadow-Hunter Volkmarshausen) Langbogen Damen: Wencke Dahm, 398 Punkte (Eresburger Bogenschützen) Langbogen Jugendlich bis 12 Jahre: Fabian Michalik, 307 Punkte Recurvebogen Ein- oder dreiteilig, Herren: Ralf Bartho, 472 Punkte (BSV Sorpesee) Recurvebogen Ein- oder dreiteilig, Damen: Eva Hegemann, 372 Punkte (BSV Sorpesee) Blankbogen, Herren: Marcus Harun, 457 Punkte (Isarwinkler Bogenschützen) Blankbogen Jugendliche bis 12 Jahre: Luisa Raddatz, 370 Punkte (Shadow-Hunter Volkmarshausen) Blankbogen Jugendlich bis 17 Jahre: Marvin Zbierski, 311 Punkte (Feldbogen Kassel-Helsa).

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