Keine lange Leitung in Reinhardshagen

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Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar.

Glasfaser soll für schnelleres Internet sorgen - mehrere Konkurrenten in Sicht

Reinhardshagen. Glasfaserleitungen von zwei Anbietern liegen im Erdreich Reinhardshagens. 2019 könnten die eines dritten hinzukommen. Wie Bürgermeister Fred Dettmar berichtet, bieten derzeit die Telekom und bald auch die Breitband Nordhessen ihre Glasfasernetze mit bis zu 50 MBit/s an. Die Telekom in einem Umkreis von 500 Metern um den Hauptverteiler in der Mühlenstraße, Breitband Nordhessen darüber hinaus. Im vergangenen Jahr wurden die Leerrohre durch die von der Bundesregierung geförderte GmbH unter die Erde gebracht und neue Verteilerkästen aufgestellt, deren Stromversorgungen derzeit durch die EnergieNetz Mitte (ENM) hergestellt werden. „Im dritten Quartal diesen Jahres soll man über das neue Netz von Breitband Nordhessen surfen können“, informiert Dettmar. Die Technik, so Dettmar, habe aber einen Haken, denn die Glasfaserleitungen werden nur bis zu den vorhandenen Verteilerkästen an der Straße gelegt. Der Weg in die Häuser führt über die herkömmliche Telefonleitung – ein Kupferkabel, das auch als „Letzte Meile“ bezeichnet wird: „Es ist der Flaschenhals, der auch in Zukunft die Übermittlung großer Datenmengen ausbremsen wird.“ Die Datenübertragung in der Gemeinde bewege sich derzeit zwischen 1 und 40 MBit/s. Einigen Bürgern und Unternehmen sei das zu wenig. Sie hätten nach anderen Lösungen gesucht, um online schneller unterwegs zu sein. Und auch in Zukunft würden, so Dettmar, die zu transportierenden Datenmengen nicht weniger werden: „Wenn zum Beispiel das Filme- und Serienportal Netflix seine Bildqualität erhöht, sind Leitungen gefordert, die 200 MBit/s und mehr liefern können. Die Anforderungen werden in Zukunft steigen.“

Kommt das Glasfasernetz bis ins Haus?

Hoffnung, um diese Anforderung erfüllen zu können mache hier der Dritte im Bunde der Internetanbieter: die „Deutsche Glasfaser GmbH“ . Das eigenwirtschaftlich arbeitende Unternehmen setze auf „Fiber to the home“ (FTTH), der Verlegung der Glasfaserleitungen bis ins Haus. „Damit sollen bis zu 1 GBit/s möglich sein – upload sowie download“, so Dettmar. Derzeit würde sich Deutsche Glasfaser GmbH in der Gemeinde umsehen. Die Nähe zu einer bereits existierenden Datenautobahn bei Hilwartshausen würde beim Für und Wider eine große Rolle spielen, so der Bürgermeister: „Außerdem leben wir in einer relativ eng besiedelten Kommune mit vielen Haushalten, wo weniger Meter an Leitungen verlegt werden müssen, um möglichst viele potentielle Nutzer zu erreichen.“ Noch in diesem Jahr wird eine Entscheidung erwartet, der Bau kann aber frühestens Mitte 2019 erfolgen. Voraussetzung für grünes Licht der Deutsche Glasfaser GmbH sei, dass 40 Prozent aller Reinhardshäger Haushalte ihren Internetanschluss über diesen Anbieter wählen würden. In der Summe wären das rund 800 Haushalte. Man habe es ein Stück weit selbst in der Hand, ob der Anbieter am Ende zuschlage. Vorher müsse aber auch er kalkulieren, ob sich eine Installation eines Glasfasernetzes lohne.

„Wir müssen nun abwarten. Aber egal was passiert – jedes erdenkliche Szenario kostet die Gemeinde keinen einzigen Cent“, freut sich der Bürgermeister.

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