Loch von 440.000 Euro im Reinhardshäger Haushalt

(V.li.) Kreistagsmitglied Albert Kauffeld, Gastredner Dr. Marcus Schmidt von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar und der Erste Kreisbeigeordnete Andreas Siebert, der in Vertretung für Kassels Landrat Uwe Schmidt gekommen war. Schmidt referierte über das „Naturwaldreservat Weserhänge“, das 1997 ausgewiesen wurde und 78 Hektar groß ist. Hier, zwischen dem Wesertal im Osten und dem Großen Staufenberg im Westen, wird beobachtet, wie sich Wälder ohne forstwirtschaftliche Bewirtschaftung entwickeln. Schmidt zeichnete die historische Bedeutung der Waldfläche nach, die hauptsächlich aus Buche (39 Prozent) besteht und in den zurückliegenden Jahrhunderten als Energieträger für Eisen- und Glashütten genutzt wurde. Hunderte Meilerplatten zeugten von der Köhlerei, dem Herstellen von Holzkohle. Ebenso wurde der Reinhardswald als Weide für Rinder, Schafe und Arbeitstiere genutzt. Der Gastredner unterstrich die Wichtigkeit des seit 3.000 Jahren bestehenden Areals in Hinblick auf Naturschutz und Artenvielfalt.
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(V.li.) Kreistagsmitglied Albert Kauffeld, Gastredner Dr. Marcus Schmidt von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar und der Erste Kreisbeigeordnete Andreas Siebert, der in Vertretung für Kassels Landrat Uwe Schmidt gekommen war. Schmidt referierte über das „Naturwaldreservat Weserhänge“, das 1997 ausgewiesen wurde und 78 Hektar groß ist. Hier, zwischen dem Wesertal im Osten und dem Großen Staufenberg im Westen, wird beobachtet, wie sich Wälder ohne forstwirtschaftliche Bewirtschaftung entwickeln. Schmidt zeichnete die historische Bedeutung der Waldfläche nach, die hauptsächlich aus Buche (39 Prozent) besteht und in den zurückliegenden Jahrhunderten als Energieträger für Eisen- und Glashütten genutzt wurde. Hunderte Meilerplatten zeugten von der Köhlerei, dem Herstellen von Holzkohle. Ebenso wurde der Reinhardswald als Weide für Rinder, Schafe und Arbeitstiere genutzt. Der Gastredner unterstrich die Wichtigkeit des seit 3.000 Jahren bestehenden Areals in Hinblick auf Naturschutz und Artenvielfalt.

Bürgermeister Fred Dettmar lud im Namen der Gemeinde zum Neujahrsempfang ein und blickte in die Zukunft

Reinhardshagen. In einer für 80.000 Euro „frisch durchgestylten“ Wesertalhalle mit neuer Heizung, neuen Stirnwänden und neu gefliestem Vorraum begrüßte Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar über 200 Gäste beim Neujahrsempfang am vergangenen Samstag. Begrüßen konnte der Verwaltungschef den Ersten Kreisbeigeordneten Andreas Siebert, Mündens stellvertretende Bürgermeisterin Nortrud Riemann, Ehrenbeigeordneter Manfred Grobecker, Helga Pfleger als Mitglied des Kreistages, Hemelns Ortsbürgermeister Alfred Urhahn und Dr. Marcus Ziegeler, Leiter des Fortsamtes Reinhardshagen. Für die Bewirtung der Besucher sorgte diesmal der Förderverein der Jugendfeuerwehr Reinhardshagen. Dettmar blickte auf ein Jahr zwischen „Herzinfarkt und Opa werden“ zurück und dankte seinem Stellvertreter Albert Kauffeld für die geleistete Arbeit. Ob sich der Bürgermeister einer weiteren Amtszeit stellen werde, ließ er offen. In der Gemeinde sei die Zeit auch in 2018 nicht stehen geblieben.

Der Erste Kreisbeigeordnete Andreas Siebert (re.) überreichte Frank Gerth (li.) den Ehrenbrief des Landes Hessen. Erhard Becker, Vorsitzender der Gemeindevertretung (Mitte), gehörte zu den ersten Gratulanten. Gerth wurde für sein langjähriges Ehrenamt als Gemeindevertreter (1989 bis 2017) und Feuerwehrmann (seit 1977) ausgezeichnet.

Für Verständnis warb Dettmar unter Anliegern, die finanziell durch Kanal- und Straßenerneuerungen belastet wurden und verwies auf das System, dem die Gemeinde unterworfen sei und der gültigen Straßenbeitragssatzung folgte. Anwohner der höher klassifizierten Ortsdurchfahrten der B80 in Vaake und Veckerhagen könnten aufatmen. Dort würden die anstehenden Straßensanierungen durch Bund und Land übernommen. Umlagen würde es dennoch bei Erneuerungen von Wasserleitungen und Gehwegen geben. Die Kosten für Abwasseranlagen würden vom neuen Netzbetreiber Wasserverband Peine übernommen. Vorreiter sei Reinhardshagen in Sachen Breitbandausbau. Mit dem Partner Deutsche Glasfaser habe man als erste Kommune Nordhessens einen Kooperationsvertrag geschlossen, der den Sprung ins schnelle digitale Zeitalter ermögliche. Turboschnell, mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde: „Ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor im privaten wie wirtschaftlichen Bereich“, so Dettmar.

Wurden für ihre sportlichen Leistungen geehrt: (V.li.) Thomas Lindner von der LAG Wesertal (u.a. 1. Platz bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften), Henrik Janßen von der LAG Wesertal (u.a. 3. Platz bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften), Sigrid Conrad vom Schwimmverein Münden/Reinhardshagen und der LAG Wesertal (u.a. 1. Platz bei der Bezirksmeisterschaft über 100 Meter Brust und 3. Platz bei den Nordhessischen Meisterschaften im 5.000-Meter-Lauf), Michael Fiess von der LAG Wesertal (u.a. 1. Platz bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften) und Marco Berger vom Vfl Veckerhagen (Kreispokalsieger im Tischtennis).

Trotz leicht sinkender Einwohnerzahlen (minus 20 in 2018), sei die Nachfrage nach Bauland ungebrochen. Noch im Frühjahr werde man deshalb mit der Erschließung des Baugebietes „Alter Hagen“ gegenüber der Wesertalhalle beginnen. Näher zusammenrücken wolle man mit dem niedersächsischen Nachbarn Hemeln. Hier könne sich der Bürgermeister nach wie vor eine verkehrliche Anbindung über die Weser vorstellen, wenn nötig mit Hilfe der Landesvätern Volker Bouffier und Stephan Weil. Die Gierseilfähre sei nämlich keine leistungsfähige Verbindung.

Bauchschmerzen bereite Dettmar die finanziellen Belastungen der Kommune durch die Hessenkasse (113.000 Euro), Freistellung der Kindergartengebühren in Höhe von 60.000 Euro, Mindereinnahmen von Schlüsselzuweisungen von 180.000 Euro, 140.000 Euro für den Kooperationspartner Wasserverband Peine und eine steigende Kreis- und Schulumlage von 16.000 Euro ließen das Defizit Reinhardshagens gegenüber dem Vorjahr auf 510.000 Euro ansteigen. Nach Abzug eigener Mittel blieben 440.000 Euro übrig, die vermutlich durch Steuererhöhungen aufgefangen werden müssten. Alternativ dazu drohten die Kürzungen freiwilliger Leistungen, darunter die Schließungen der Wesertalhalle, der Schwimmbäder oder der Verkauf eines Sportplatzes – was jedoch zu geringen Einsparungen führen

Da kann man ruhig mal jubeln: Die F-Jugend-Mannschaft der SG Reinhardshagen um das Trainerteam Sebastian Gottmann, Carsten Jünger, Jürgen Ammann und Alexander Schlichte ist Mannschaft des Jahres. Sie belegte den 2. Platz bei der Hallenkreismeisterschaft.

würde. Ganz zu schweigen von dem infrastrukturellem Verlust, so der Bürgermeister.

Auf Landesebene kritisierte er die Grünen um Umweltministerin Priska Hinz, die Umweltfrevel, die den Windkraftanlagen unter dem Denkmal der Energiewende oder der immer noch drohenden Salzpipeline im Naturpark Reinharsdwald keinen Riegel vorschieben würden. Mit dem Austritt aus der Energiegenossenschaft Reinhardswald habe sich die Gemeinde dagegen klar positioniert.

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