Der Kampf gegen ,Windmühlen’ im Reinhardswald geht weiter

+
(V.li.) Klaus Becker, Hermann-Josef Rapp und Oliver Penner vom Aktionsbündnis Märchenland. Sie setzen sich aktiv für den Erhalt des Reinhardswaldes im Kampf gegen Windräder ein.

Aktionsbündnis Märchenland bietet Protestwanderungen an

Reinhardshagen. Bereits seit Ende September bieten die Initiatoren vom Aktionsbündnis Märchenland jeden Sonntag um 14 Uhr geführte Protestwanderungen im Reinhardswald an. Das Bündnis vereint mehrere Bürgerinitiativen aus der Region und setzt sich für den Naturschutz und im Speziellen für den Erhalt des Reinhardswaldes ein. Die gut fünf Kilometer lange Strecke ist nicht zufällig gewählt. Sie führt direkt vorbei an vorgesehenen Standorten am Langen- und Hahneberg, an denen der Bau von Windanlagen geplant ist. Gegen diese Baumaßnahmen und die damit verbundenen erheblichen Eingriffe in den Naturpark Reinhardswald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Hessens, wollen die Initiatoren aufmerksam machen und protestieren. „Wir versuchen uns auf verschiedensten Wegen dagegen zu stemmen. Wir haben viele Politiker und Bürgermeister aus der Region auf unserer Seite. Dass auch bei den Wanderungen so viele Menschen als breite Front hinter uns stehen, zeigt, dass es sich lohnt, sich zu wehren“ sagt Klaus Becker vom Aktionsbündnis. Entlang biologisch abbaubarer Wegmarkierungen verläuft der Weg durch die Schönheit der unberührten Natur. Bettina Bönning, die sich ebenfalls im Aktionsbündnis engagiert, will nicht nur auf die geplanten Windräder an sich aufmerksam machen. „Die Anlagen müssen ja schließlich auch gebaut und instandgehalten werden. Dafür müssen Zufahrtsstraßen mitten durch den Wald angelegt werden“, so Bönning. Ein uralter Buchenbestand, der heute einen wichtigen Lebensraum für Tiere darstellt und jahrhundertealte Bäume beheimatet, wäre zudem umgeben von riesigen Windrädern. Für den Bau müsse neben der Errichtung der Zufahrtsstraßen intakter Waldboden ausgebaggert und betoniert werden und Waldflächen gerodet sowie beeinträchtigt werden. Überdies müsse man während der Bauphase mit erheblichem Lärm durch Lastwagen und Schwertransporter im Naturpark und in den umliegenden Ortschaften rechnen.

„Umdenken“ in der Politik gefordert

Das Thema rund um Windräder im Reinhardswald wurde bereits im Wahlkampf zur letzten Landtagswahl in Hessen diskutiert. Spitzenkandidaten der Landesparteien und viele Kommunalpolitiker nahmen ebenfalls schon an den geführten Wanderungen teil. „Es muss ein Umdenken in der Politik stattfinden. Das Vorhaben darf nicht einfach durchgewunken werden. Die Menge an Mitwanderern zeigt, dass die Stimmung kippt und der Erhalt des Waldes im Bewusstsein der Menschen verankert ist. Außerdem hätten Windräder im Reinhardswald keinen relevanten Einfluss auf die Energiewende. Am Ende wird mehr zerstört als gewonnen“, sagt Albert Kauffeld vom Gemeindevorstand Reinhardshagen. Das Bündnis animiert die Menschen der Region dazu, selbst aufzustehen und überdies weitere Personen zum Protest zu mobilisieren, um somit die Aufmerksamkeit für das Thema zu schärfen. „Der Reinhardswald muss geschützt werden. Auch viele Touristen werden von der Schönheit des Naturparks angelockt“, so Bönning. „Die heute etwa 40 Teilnehmer der Wanderung hören nicht nur gespannt zu, sie äußern ebenfalls kritische Kommentare und bringen ihren Unmut zum Ausdruck. Zudem zeigt die Vielzahl an wöchentlichen Teilnehmern, dass das Bündnis schon eine breite Masse hinter sich versammelt hat. Mit dem Protest solle nicht die Anzahl der geplanten Windräder verringert, sondern das komplette Vorhaben verhindert werden. Ein intakter Lebens- und Erholungsraum dürfe nicht zerstört werden“, so das Bündnis. Interessierte sind eingeladen, an den geführten Wanderungen teilzunehmen. Die Touren werden bis auf Weiteres jeden Sonntag um 14 Uhr angeboten. Den Veranstaltern gelingt es auf diese Weise, ihre Informationen nicht nur aufs Papier zu bringen, sondern diese direkt an Ort und Stelle inmitten der Natur zu vermitteln. Start- und Endpunkt der Strecke ist auf dem Kamm an der Reinhardswald-Höhenstraße. Mehr Informationen, Wegbeschreibung und Kontaktdaten unter www.rettet-den-reinhardswald.de.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Polizist schießt in Göttingen auf Autofahrer

Beamter feuerte Dienstwaffe ab, weil ein 34-Jähriger auf ihn zufuhr, der vermutlich unter Drogeneinfluss stand
Polizist schießt in Göttingen auf Autofahrer

Rentenberatung im Staufenberger Rathaus

Kurze Wege: Helmut Radler informiert in Landwehrhagen
Rentenberatung im Staufenberger Rathaus

24 Stunden am Ruder und dabei über eine Million Meter zurückgelegt

„Rowvember-Aktion“ des Mündener Rudervereins
24 Stunden am Ruder und dabei über eine Million Meter zurückgelegt

Vorfreude auf eine heiße Rocknacht

„Albatross“ treten im Januar im Bistro Voie 1 auf
Vorfreude auf eine heiße Rocknacht

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.