Rekord: 950 Kuscheltiere im Göttinger Uni-Klinikum behandelt

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Fatima Elgadra bereitet den „MRT“ vor.

Kranke Teddys mussten in die „Röhre“

Göttingen. Puppen mit Bauchweh, Teddys mit Zahnschmerzen und Einhörner mit Rückenproblemen wurden kürzlich im Göttinger Uni-Klinikum (UMG) behandelt. Etwa 80 Medizin- und Zahnmedizinstudierende untersuchten und behandelten an zwei Tagen über 950 Plüschtiere in allen Farben und Formen. Das ist Rekord. Die kleinen Freunde lagen in der Osthalle der UMG auf den Untersuchungstischen, im Zahnbehandlungsstuhl oder auf dem OP-Tisch.

Einige der flauschigen Patienten mussten geröntg werden.

Dafür standen gleich zwei „OP-Säle“ bereit. Wieder halfen Spezialisten aller Fachrichtungen, wie es in einem Universitätsklinikum üblich ist. Gebrochene Flossen, verschluckte Löffel oder eingerissene Tatzen konnten erfolgreich behandelt werden. Geduldig nahmen die jungen Kuscheltiereltern Wartezeiten bei der Aufnahme in Kauf. Bei der Zahnbehandlung gab es zur Belohnung für jedes Kind und Kuscheltier eine „Tapferkeitsurkunde“. Die Medizinstudierenden hatten dieses Jahr neue Bereiche eingerichtet. Modernste Methoden der Diagnostik unterstützten bei der Behandlung: neben dem „Röntgenapparat“ erstmals ein Hochleistungsgerät der High-Tech Medizin: ein Magnetresonanztomograph oder sogenanntes MRT. In dieser „Röhre“ wurden Bilder gemacht. Im Anschluss konnten die Teddy-Docs anhand der Bilder präzise Diagnosen erstellen.

Christoph 44 stand für den „Notfall“ bereit

Unterstützt wurden die Teddy-Docs vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Vor der Osthalle zeigte das DRK den kleinen Puppen- und Kuscheltiereltern einen Rettungswagen, erklärte die einzelnen Funktionen der Ausstattung, das Blaulicht und die Aufgaben des Notarzteinsatzes. Auch der Rettungshubschrauber „Christoph 44“ und seine Crew standen für den Einsatz im Kuscheltiernotfall bereit. Am zweiten Tag war noch bis zum offiziellen Ende der Sprechstunde viel Betrieb in allen Behandlungsbereichen der Osthalle des Universitätsklinikums. Nach zwei Tagen Großeinsatz zogen die Macher und Medizinstudierenden des Teddybär Krankenhauses ihre Bilanz: „Das Teddybär-Krankenhaus war ein großer Erfolg. Es hat allen Teddy-Docs wieder enorm viel Spaß gemacht. Nächstes Jahr werden wir wieder die Klinik für die Kuscheltiere öffnen“, informierte Mitorganisator Christoph Zech.

Besucht haben das Teddybär-Krankenhaus viele angemeldete Gruppen aus Kindergärten und Kindertagesstätten, zudem waren etliche Puppeneltern mit ihren kranken Kuscheltieren gekommen. Der stellvertretende Schirmherr des Teddybär Krankenhauses, Prof. Dr. Matthias Sigler, Leitender Oberarzt der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, besuchte zur Chefvisite zusammen mit den Organisatoren einzelne Behandlungsstationen. „Das Teddybär Krankenhaus ist eine große Unterstützung für uns Kinderärzte. Es zeigt die Abläufe in einem Krankenhaus in einem ganz anderen Kontext und führt die Kinder dadurch an die Arbeit der beiden Kinderkliniken heran. So haben die Kinder schon mal weniger Angst, wenn selbst wieder ins Krankenhaus müssen“, sagte Sigler.

Das „Teddybär-Krankenhaus“ ist ein Projekt der Medizinstudierenden an der UMG und wird von der Fachschaft Medizin unterstützt. Es soll Kindern den Umgang mit Krankheit und den Kontakt mit Ärzten spielerisch näher bringen, erleichtern und Ängste abbauen helfen.

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