Vom Rocker zum Rentner

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Hann. Münden/Ziegenhagen. Seit 50 Jahren ist Manfred ,Billy’ Zindel Mitglied der Motorradfreunde Weserstein.

Hann. Münden/Ziegenhagen. "Wir waren gutbürgerliche und solide Durchschnittsbürger", so Manfred Zindel über seine Anfänge bei den Motorradfreunden Weserstein. Der aus Ziegenhagen (Witzenhausen, früher Hann. Münden) stammende Motorradfahrer ist seit 50 Jahren Mitglied im Verband und bekleidete Anfang der 70er Jahre das Amt des 1. Vorsitzenden. Nur ein paar Jahre vorher, im Jahr 1958 wurde der Bundesverband der Motorradfahrer (BDVM) in Mühlheim/Ruhr gegründet. In diesen Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs stiegen viele Menschen auf das Auto um.

Es gab aber auch Idealisten wie Manfred Zindel, die das Motorradfahren als Hobby weiter betreiben wollten. So wurden in ganz Deutschland Motorradfahrer gesucht, um in allen Regionen Landesverbände zu gründen, so dass die Interessen der Motorradfahrer bundesweit vertreten werden konnten.Im Jahr 1960 wurde durch die damaligen Motorradfahrer Heinz Heide und Dieter Gössel, beide stammen aus Hann. Münden, der Landesverband Weserstein gegründet Später wurde dieser in ,Motorradfreunde Weserstein’ umbenannt.

,Wir waren keine Rowdies’

Mit 16 Jahren trat Manfred Zindel, Spitzname ,Billy’, in den Verband ein, der zu diesem Zeitpunkt einen Mitgliederradius von über 100 Kilometern hatte.Ein Ziel der Mitglieder war es, das Ansehen der Motorradfahrer durch vorbildliches Verhalten in der Öffentlichkeit zu fördern. "Wir waren keine Rowdies", so Dieter Gössel.Um ihr Hobby mit diesem Ziel durchführen zu können, mussten Manfred Zindel und alle anderen Mitglieder  verschiedenste Probleme bewältigen: "Das Werkstattnetz war sehr schlecht, weswegen man bei technischen und allgemeinen Problemen auf die Hilfe seiner Kameraden angewiesen war." so Zindel.  "Wir haben uns Zeitungspaier in die Stiefel und die Hosebeine gestopft, um unsere Kleidung wärmer und robuster zu machen", fügt Gründungsmitglied Dieter Gössel an. So hatte die Kameradschaftspflege zwischen den Mitgliedern einen hohen Stellenwert. Von den 40 Mitglieder die der Verband zwischen 1970 und 1990 zählte, sind jedoch auf Grund der Überalterung nur noch neun Mitglieder übrig geblieben.

Die ,Jungen’ bleiben weg

"Wir können die jungen Fahrer mit unseren Idealen nicht mehr begeistern, so dass wir uns in den nächsten Jahren sicherlich auflösen müssen", schildert der 66-jährige Zindel die Situation der "alten" Motorradfreunde Weserstein.Umso stolzer macht es ihn, dass er seine 50 Jahre Mitgliedschaft im Kreise der Motorradfreunde mit einer kleinen (Fuß-)Wanderung feiern konnte.

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