"Das Römerlager Hedemünden von oben sehen"

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Nach Ablehnung einer Seilbahn schlägt Mündens Bürgermeister einen Baumwipfelpfad vor.

Hann. Münden/Hedemünden. Mit der Ablehnung der Seilbahn ist laut Mündens Bürgermeister Harald Wegener ein "Leuchtturmprojekt" gestorben, dass in Hann. Münden als Besuchermagnet hätte funktionieren können: "Natürlich in Verbindung eines großen Gastronomiebetriebs an der Tillyschanze, von denen wir in Hann. Münden nur wenige haben. Es wäre ein attraktiver Standort mit Blick auf die Altstadt gewesen. Ob instabile Gesteinsschichten am Hang das Projekt am Ende wirklich zum Scheitern gebracht hätten, bleibt zu bezweifeln, denn die Tillyschanze ist bis jetzt ja auch nicht abgängig. Leider werden wir jetzt nie erfahren, ob der Bau einer Seilbahn möglich gewesen wäre, die Ablehnung des Rates gegenüber einer für die Stadt kostenlosen Machbarkeitsstudie war ja eindeutig."

Wegener sei klar, dass sich die Seilbahn allein wirtschaftlich nie getragen hätte. Doch in Verbindung mit dem Gastronomiebetrieb hätte die Chance bestanden, sagte er.Außerdem sei mit Fred Stemmer ein Investor interessiert gewesen – sofern sich eine Rentabilität durch die Studie abgezeichnet hätte.

,Kooperation mit Harzhorn-Museum  denkbar’

Nun bringt der Verwaltungschef eine neue Idee ins Gespräch: Ein Baumwipfelpfad am Römerlager in Hedemünden. Oder besser gesagt – darüber. Vorstellen könne er sich den Rundweg in mehreren Metern Höhe in Form der historisch bedeutsamen Stätte. Damit bliebe der Ort für weitere Ausgrabungen unberührt und würde gleichzeitig eine andere Perspektive für die Sicht auf die Dinge schaffen.

Als positives Beispiel führt Wegener den Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich nordöstlich von Eisenach an. Er sei als Besuchermagnet bekannt. Um eine mögliche Kofinanzierung der Projektidee, sollte sie denn weiterentwi­ckelt werden, habe sich Wegener auch schon Gedanken gemacht: "Im Gespräch mit Dr. Ulrike Witt vom Projektbüro Niedersachsen  habe ich erfahren, das eine Förderung zwar nur dann infrage käme, wenn das Projekt einen regionaleren Bezug haben würde. Aber ich könnte mir durchaus eine Kooperation mit dem Harzhorn-Museum nahe Northeim vorstellen, in dem die Römer thematisiert werden. Die Vermarktung dort läuft zäh, vielleicht könnte man das ändern, indem man beide Standorte gegenseitig bewirbt und eine Kooperation schafft. Natürlich liegt das Gelände in Hedemünden etwas außerhalb der der Stadt. Aber es wäre unsere Aufgabe einen Baumwipfelpfad entsprechend zu bewerben und damit Besucher auch in die Innenstadt zu lotsen", erklärt Wegener.

Die Lage Hedemündens sei in unmittelbarer Nähe zur A7 für solch ein Projekt ideal. Am Hedemündener Römerlager ein Museum zu entwickeln sei laut Wegener nichts Neues. Vielleicht könne man aus den damaligen Plänen Schlüsse ziehen und für die Realisierung eines Baumwipfelpfads nutzen.Wie Wegeners Idee bei der Bevölkerung ankommt, bleibt abzuwarten. Der Bürgermeister stellt aber auch klar: "Man sollte neuen Möglichkeiten schon aufgeschlossen gegenüber stehen. Wenn man gar nichts tut, wird sich auch nichts verändern."

Die Römerschlacht am Harzhorn

Vor mehr als vier Jahren wurde das römisch-germanische Schlachtfeld am Harzhorn, im Landkreis Northeim, entdeckt. In der Zwischenzeit haben dort umfangreiche archäologischen Ausgrabungen stattgefunden, die unter anderem durch das Forschungsförderungsprogramm "ProNiedersachsen" des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie der Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim gefördert wurden. Das Informationsgebäude, von dem aus Besucherguppen über das Areal geführt werden, erreicht man über die Bundesstraße 248 Northeim-Seesen. Gute Anfahrtsmöglichkeiten bietet aus den Richtungen Hannover und Kassel die A7.Quelle: www.roemerschlachtamharzhorn.de

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