Das Römerlager aus der Luft ,abgetastet’ - Landkreis stellte Ministerin neue Forschungsergebnisse mit Laserscan-Projekt vor

Landkreis Göttingen/Hann. Münden. Nicht mit Grabungen am Boden, sondern von oben per Hubschrauber hat die Göttinger Kreisarchäologie in Zusammenar

Landkreis Göttingen/Hann. Münden. Nicht mit Grabungen am Boden, sondern von oben per Hubschrauber hat die Göttinger Kreisarchäologie in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsichen Amt für Denkmalpflege das Römerlager Hedemünden unter die Lupe genommen.Dabei wurde das neue Verfahren der Airborne-Lasercan-Methode   angewendet. Bei diesem 3-D-Messverfahren wird das Gelände vom Hubschrauber aus punktgenau per Laser abgetastet.So entsteht ein digitales, dreidimensionales Bild. Diese Computerdaten  ermöglichen erstmals die Darstellung der Überreste des Hedemündener Römerlagers im Detail, denn Baumkronen oder Bewuchs werden ausgefiltert  und ein genaues Höhenmodell wird sichtbar. "400.000 Punkte werden in der Minute abgescannt", erklärt Dr. Hans-W. Heine, stellvertretender Referatsleiter Archäologie des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege.Dadurch kann  ein komplexes Bild eines Stützpunktes der römischen Armee während der Germanienkriege unter Kaiser Augustus aus den Jahren kurz vor Christi Geburt rekonstruiert werden.

Die Laserscan-Methode hat der Kreisarchäologie ganz neue Erkenntnisse gebracht.Am Donnerstag stellten Dr. Hans-W. Heine und der Göttinger Kreisarchäologe Dr. Klaus Grote in Beisein der niedersächsischen Minsterin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Johanna Wanka, Landrat Reinhard Schermann, dem Präsident des Niedersächsischen Amtes für Denkmalpflege, Dr. Stefan Winghart, dem Hann. Mündener Bürgermeister Klaus Burhenne und  dem Städtischen Baudirekror Friedhelm Meyer im Göttinger Kreishaus die neuen Forschungsergebnisse, und Funde vor."Hedemünden war ein wichtiger  Schauplatz und Militärstützpunkt bei dem Versuch der Römer vor circa 2.000 Jahre Germanien zu erobern", so Schermann.Kreisarchäologe Grote über das Laserscanning:  "Wir sehen hier großflächig in die Geschichte, ohne hier alles ausgraben zu müssen." Sogar die erstellten Ausgrabungshügel sind im Laserscan zu sehen. 13 Quadratkilometer wurden mit dem Helikopter an zwei Tagen im April vergangenen Jahres abgeflogen. Die Flughöhe betrug dabei 500 Meter über Grund."Wir sahen erstmals Dinge, die wir bisher nur erahnen können", berichtete Grote.Und so hat die Auswertungsarbeit überraschende Ergebnisse gebracht:  "Beim Lager II vom Römerlager Hedemünden konnten wir nachweisen, das es doppelt so groß war wie ursprünglich angenommen ", informiert Grote.  Statt eineinhalb Hektar sind es dreieinhalb Hektar.Das Airborne Lasercan-Projekt zum Römerlager Hedemünden wurde vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, wofür der Landrat Ministerin Wanka dankte. Und es wird weiter an der kulturellen und touristischen Erschließung des Römerlagers gearbeitet. Der Landrat verwies darauf, das die Erstellung eines Masterplans für ein Nutzungskonzept des Römerlagers als toursitische Attraktion in Auftrag gegeben wurde und unterstich die Schutzwürdigkeit des hochrangigen Bodendenkmals.Und er dankte den Einrichtungen der Fachwelt, wie dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, der Georg-August-Universität Göttingen, Sponsoren und Helfern.Ministerin Wanka freute sich, das man mit dem Römerlager in Hedemünden und Kalkriese  sowie Harzhorn (römische Schlachtfelder) in Niedersachsen drei herausragende Orte habe, die die ganze Geschichte umkrempeln würden. "Wir brauchen vielfältige Untersuchungen", betonte Wanka, "auch wenn man viel Geld dafür einsetzt". Die Ergebnisse seien für die Forschung in der ganzen Welt eine Sensation.  Es sei zwar kein Gold gefunden, aber sie sei sich sicher, dass die Funde goldwert seien.

Extra-Info

Neue Funde aus dem  Römerlager

Landkreis Göttingen/Hann. Münden. Rund 2.000 römische Metallfunde kann die Kreisarchäologie bisher aus dem Römerlager Hedemünden verzeichnen.  "In diesen Römerlager gibt es alles an Potenzial, was wir für die Zukunft brauchen", so der Göttinger Kreisarchäologe Dr. Klaus Grote.Wie an einer Perlenschnur konnte die Kreisarchäologie ihre Funde auf den neuen Laserscan-Bildern einzeichnen. Entlag des römischen Marschweges.Und es gab noch mehr Forschungsergebnisse: Entdeckt wurde ein weiteres Lager auf dem südlichen Werratalrand im Kaufunger Wald auf dem Ringwall "Kring". Und als Neufunde konnte Grote unter anderem eine große, eiserne Pionieraxt, ein Fragment einer kleinen Pferdefigur und eine Silbermünze (Denar) vorstellen. (acs)

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