Rutschpartie am Hägerstieg: Gefrorenes Wasser wird zur Gefahr für Anwohner

+
Das Wasser läuft und gefriert: Andreas Haffners Familie bestreut den gefrorenen Teil der Straße regelmäßig mit Salz.

„Das Wasser läuft zu jeder Zeit, wie aus einem Aufgedrehten Wasserhahn", sagt Andreas Haffner, Anwohner am Hägerstieg in Hann. Münden. Dort läuft seit Tagen Wasser vom abschüssigen Grundstück auf die Straße.

Hann. Münden - Wasser bahnt sich immer seinen Weg. Am Hägerstieg bahnt es ihn sich über das abschüssige Grundstück von Familie Haffner, läuft auf die angrenzende Straße und ins Tal Richtung Vogelsang hinab. Bei den Minustemperaturen gefriert es, bildet auf dem Asphalt eine mehrere Quadratmeter große Eisfläche und sorgt so für gefährliche Situationen: „Meine Tochter und auch der Nachbarssohn sind morgens auf dem Weg zur Schule schon ausgerutscht beziehungsweise gestürzt. Zum Glück ist alles noch mal gut gegangen. Fragt sich nur, wie lange das so weitergehen soll und was erst passieren muss, damit hier endlich jemand handelt“, sagt Andreas Haffner und zuckt mit den Schultern.

Die Stadt habe zwar beim ersten Frost vor Silvester eine Box mit Streusalz an den Fahrbahnrand stellen lassen und würde hier auch mal streuen, doch das löse das ursächliche Problem nicht“, erklärt der 45-Jährige. Seit 2010 wohne er am Hägerstieg und vor vier Jahren sei zum ersten Mal das Wasser von seinem Grundstück über die Straße gelaufen. Zunächst sei ein Rohrbruch vermutet worden, Experten hätten die Leitungen auf Herz und Nieren geprüft, aber nichts auffälliges feststellen können, Haffner habe den Kontakt zur Stadt gesucht, die ihn an den Betrieb Stadtwald verwiesen habe. Doch auch hier hätte man ihm nicht weiterhelfen können.

„Wasser hört einfach nicht auf zu laufen“

Mit der Zeit habe sich die Lage sogar verschärft. Immer mehr Wasser laufe den Hang hinunter. Haffner ist besorgt, dass irgendwann das Fundament seines Haus unterspült werden oder der Hang vor seinem Haus abrutschen könnte. Selbst die Installation eines Drainage-Rohres auf seinem Grund und Boden habe nichts gebracht.

Das Wasser tritt am Fuß von Haffners Grundstück an die Oberfläche und läuft auf die Straße, sofern es nicht bei den momentan niedrigen Temperaturen gefriert. Schäden am Bürgersteig sind vorprogrammiert, da gefrierendes Wasser Zwischenräume immer mehr aufsprengt.

Er hatte es auf eigene Kosten besorgt und im Boden verlegt, doch das Wasser laufe nach wie vor über die Straße: „Es läuft zu jeder Zeit, wie aus einem aufgedrehten Wasserhahn. Egal ob es regnet oder nicht. Es hört einfach nicht auf“, sagt Haffner resigniert und schildert Situationen, in denen es vor seinem Haus schon zu bemerkenswerten Szenen gekommen sei: „Ein Möbelwagen, der Nachbarn bergaufwärts beliefern wollte, ist vor der Eisfläche einfach stehen geblieben. Mitarbeiter der Stadt haben das Eis von der Straße gekratzt. Autos wurden dauerhaft umgepackt, weil niemand mehr seinen Wagen in das Rinnsal stellen möchte.“ Ende des Monats soll gegenüber von uns ein Fertighaus errichtet werden. ich bin gespannt, wie die beauftragte Firma die Elemente hier hoch bringen möchte, wenn alles spiegelglatt ist“, sagt der Familienvater. Zurecht kommen mit der Lage müssten regelmäßig Postboten und Müllabfuhr.

„Grundstückseigentümer muss selbst handeln“

Susanne Gohde, Leiterin des Betriebs Stadtwald, teilte auf Anfrage mit, dass das Wasser aus Haffners Grundstück nicht aus dem Wald stamme. Dort sei der Boden bis auf einen matschigen Trampelpfad trocken, es werde kein Wasser gestaut: „Uns ist die Situation schon seit etwa zwei Jahren bekannt. Es ist ein hydrogeologisches Problem: Das Wasser wird aus Gesteinsschichten heraus gedrückt und hat sich an der Stelle, an der Herr Haffners Grundstück endet, einen neuen Weg an die Erdoberfläche gesucht. Als Grundstückseigentümer müsste er für eine Drainage sorgen, das Wasser eventuell in den Kanal leiten.“

Die Kanalisation sei bereits vom Bereich Stadtentwässerung mit Kameras abgefahren, aber keine Schäden oder Verstopfungen festgestellt worden. Joachim Spiegler, Leiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung, bestätigte das. Er wies darauf hin, dass der Grundstückseigentümer die Pflicht habe dafür zu sorgen, dass das Wasser nicht auf die Straße laufe. Herr Haffner müsse selbst handeln und zum Beispiel Sandsäcke an die Grundstücksgrenze legen. Dennoch versuche man nach einer gemeinsamen Lösung für das Problem zu suchen und den Eigentümer nicht „im Wasser“ stehen zu lassen. Die Box mit dem Streusalz sei nur als Übergangslösung gedacht. Die Mitarbeiter der Kommunalen Dienste Münden würden den Bereich vorübergehend streuen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Unbekannte stehlen Toyota von Autohausgelände in Hann. Münden

Möglicher Zusammenhang mit Kennzeichendiebstahl im Werraweg
Unbekannte stehlen Toyota von Autohausgelände in Hann. Münden

Weiterer Lkw-Fahrer stirbt: Dritter Auffahrunfall innerhalb von zwei Tagen auf A7

Vollsperrung der A7 jetzt ab dem Autobahndreieck Drammetal in Richtung Kassel
Weiterer Lkw-Fahrer stirbt: Dritter Auffahrunfall innerhalb von zwei Tagen auf A7

Auffahrunfall auf der A7 bei Hann. Münden

Wieder sind mehrere Lkw, darunter ein Gefahrgut-Transporter, beteiligt. Die Autobahn ist in Fahrtrichtung Kassel voll gesperrt
Auffahrunfall auf der A7 bei Hann. Münden

Unfall auf A7: Mann tödlich verletzt

Ab der Anschlussstelle Lutterberg geht in südlicher Richtung derzeit nichts mehr.
Unfall auf A7: Mann tödlich verletzt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.