Schwer- und Lieferverkehr kontrolliert: Etliche Beanstandungen

Die von der Autobahnpolizei begutachteten Fahrzeuge wurden in 95 Prozent der Fälle bemängelt - in acht Fällen wurde die Weiterfahrt untersagt.

Göttingen. Zehn Tage lang haben Experten des Landkreises und der Autobahnpolizei Göttingen gemeinsam Lkw und andere Transportfahrzeuge kontrolliert. Die gemischten Streifen waren vom 4. bis zum 14. Mai im Rahmen einer Sonderaktion unterwegs. Diese Form der Kontrollen wurde bereits in den vergangenen Jahren regelmäßig durchgeführt.

Kontrollen morgens und in der Nacht

Überwiegend zur Nachtzeit und in den frühen Morgenstunden waren auch dieses Mal wieder jeweils zwei Polizeibeamte und zwei Angehörige des Landkreises Göttingen vom Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz unterwegs und führten gezielte Kontrollen des Schwer- und Lieferverkehres durch. Hierbei standen besonders die Lebensmitteltransporte im Fokus. Insgesamt wurden 75 Fahrzeuge kontrolliert, davon mussten 71 beanstandet werden. In acht Fällen waren die Beanstandungen derart schwerwiegend, dass die Weiterfahrt unterbunden werden musste.

Aus Sicht des Landkreises waren die Ergebnisse erfreulicher. Lediglich in zwei Fällen wurden erheblichere Verstöße festgestellt. In beiden Fällen handelte es sich um Fahrzeuge aus angrenzenden Landkreisen oder Bundesländern. Der Großteil der Transporte war ohne Beanstandungen oder wies nur leichte Mängel auf.

Aus polizeilicher Sicht mussten elf Verfahren nach dem Strafgesetzbuch eingeleitet werden. Hinzu kommen 89 Verfahren gegen Fahrer und Unternehmer aufgrund von Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeiten, 21 Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren (dazu zählen Handygebrauch am Steuer oder Überladung) sowie drei Verfahren aufgrund von Verstößen gegen das Gefahrgutrecht.

Ohne Papiere oder überladen unterwegs

In einem Fall wurde ein Tankwagen mit Gefahrgut aus Nordhessen kontrolliert, der ohne die vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen und Unterlagen auf der Fahrt nach Hamburg war. Dieser zum Export bestimmte Tankwagen musste seine Fahrt unterbrechen, in Göttingen durch eine Fachfirma entleert und gereinigt werden und konnte erst nach mehreren Tagen seine Fahrt fortsetzen. Hier werden Bußgelder gegen mehrere Beteiligte in vierstelliger Höhe fällig.

In einem anderen Fall musste ein Fahrzeug aus dem Landkreis Göttingen seine Fahrt für mehrere Stunden in Göttingen unterbrechen, da es überladen war. Erst nach dem Eintreffen eines zweiten Tiefkühlfahrzeugs und der Umladung eines Teils der Ladung konnte das Fahrzeug seine Fahrt fortsetzen.

Lenk- und Ruhezeiten verfälscht

In mehreren Fällen wurden Verfälschungen bei der Aufzeichnung der Daten über Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. Hierbei wurden überwiegend Ruhezeiten aufgezeichnet, obwohl die jeweiligen Fahrzeugführer tatsächlich für die Firma tätig waren. In der Folge wurden elf Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Fälschens beweiserheblicher Daten nach dem Strafgesetzbuch eingeleitet.

Rubriklistenbild: © Goss Vitalij - Fotolia

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