Seltener Gast aus Down Under: Tintenfischpilz im Garten gefunden

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Familie Regitz aus Hann. Münden entdeckte Tintenfischpilz hinter Sträuchern.

Hann. Münden. Einen Pilz mit knallroten Tentakeln, einen sogenannten Tintenfischpilz, haben Heike und Klaus Regitz in ihrem Garten gefunden. Das Paar lebt in der Pionierstraße und kam ganz unverhofft zu den neuen Pflanzen, die sich gleich neben eine Japanische Hanfpalme und andere Gewächse gesellen. "Anfang August habe ich die Exemplare bei der Gartenarbeit durch Zufall entdeckt. Zunächst dachte ich an achtlos weggeworfenen Plastikmüll, weil die Tentakeln des Pilzes so rot leuchten. Doch beim genaueren Hinsehen konnte man erkennen, dass es sich um eine Pflanze handelt. Ich musste auch erst mal googeln, was da in unsrem Garten wächst. Es ist schon erstaunlich was dabei herauskam: Die Sorte soll ursprünglich aus Australien und Neuseeland stammen", erklärt Klaus Regitz. Den Garten haben die beiden mit viel Liebe angelegt und vermieten hier auch zwei Ferienwohnungen. In einem Teich vor dem Haus tummeln sich Kois in verschiedenen Größen, gleich dahinter fand sich das gute Dutzend Tintenfischpilze.

Erscheinungsbild attraktiver als der Geruch

So schön sie anzusehen sind, so unangenehm ist ihr Geruch: "Wenn wir draußen vor unserem Gartenhaus sitzen, dann weht der Wind den etwas fauligen Gestank herüber. Das ist auch der Grund, warum der Pilz so viele Fliegen anlockt. Über sie wird er sich vermehren", glaubt Heike Regitz.

Da der Geruch so penetrant ist, zieht Klaus Regitz lieber einen Gummihandschuh über, als es darum geht das Pressefoto zu arrangieren: "Im Internet steht, dass man den Duft für längere Zeit nicht mehr los wird und das ist ja nicht gerade angenehm."

Früher hatte dort, wo heute die kleine Pilz-Kolonie gedeiht, eine Hecke gestanden, die aber im vergangenen Herbst von Familie Regitz entfernt wurde. Nun wachsen hier auf dem übriggeliebenen Mulch die eingereisten Exoten, die Heike und Klaus Regitz nicht entfernen wollen: "Solange das keine Überhand nimmt, und der Kontakt mit den Kindern ausgeschlossen ist, dürfen sie an dieser Stelle natürlich bleiben", sagen sie. Giftig ist der Tintenfischpilz zwar nicht, doch in den direkten Kontakt soll der Nachwuchs mit den miefenden Gewächsen lieber nicht kommen.

Vögel sorgen vermutlich für Verbreitung

Der Tintenfischpilz (Clathrus archer) ist eine Pilzart aus der Gattung der Gitterlinge. Der junge Pilz wächst zuerst als 3 bis 5 cm breites Hexenei aus dem später 4 bis 6 etwa 10 Zentimeter langen Armen ragen. Der Tintenfischpilz strömt einen starken Aasgeruch aus.

Charakteristisch für den Tintenfischpilz sind die intensive rote Farbe sowie die Anzahl und die Form der Arme. Der Tintenfischpilz wächst gern auf sauren Böden, teilweise auch auf morschem Holz oder Rindenmulch. Sein starker Geruch nach Aas und wahrscheinlich auch die verrottendes Fleisch imitierende Farbe lockt Fliegen und Mistkäfer an, die die Sporen verbreiten. Der Tintenfischpilz ist in Australien, Tasmanien, Neuseeland und den Malaysischen Inseln heimisch, eventuell auch in China, Süd- und Ostafrika. Nach Europa wurde er mit Woll- oder Militärtransporten eingeschleppt. In Deutschland wurde er zum ersten Mal 1934 bei Karlsruhe gefunden. Man nimmt an, dass er auch von Vögeln, die sporentragende Insekten gefressen haben, verbreitet wird. Aktuell sind auch Exemplare im nordöstlichen Harzvorland, West-Hessen, in Westsachsen und im Odenwald sowie im Thüringer Wald gesichtet worden. Der Tintenfischpilz gilt als nicht für den Verzehr geeignet, wenngleich ungiftig. (Quelle: Wikipedia)

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