Spannende Wochen - Tschernobylkinder erholen sich in Münden

Hann. Münden/Speele. Schon traditionell lud auch dieses Jahr die Mündener Polizei und die Polizeiakademie auf Initiative von Kommissariatsleiter Ma

Hann. Münden/Speele. Schon traditionell lud auch dieses Jahr die Mündener Polizei und die Polizeiakademie auf Initiative von Kommissariatsleiter Manfred Weber und Kriminaldirektor Andreas Borchert die 36 Kinder aus der Region um Tschernobyl und ihre Betreuer ein, die zur Zeit im Haus Waldfried in Staufenberg-Speele von Uwe und Dörte Franke betreut werden.

Sie durften sich auf ein Polizeimotorrad setzen, mit dem Polizeiauto eine Runde drehen und ihre Fingerabdrücke als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Dieser Aufenthalt bei der Polizei wird wieder unvergesslich bleiben, zumal die Kinder die "Miliz", wie die Polizei in der Ukraine heißt, als negativ empfinden.Auch nach der überaus freundlichen Begrüßung in der Polizeischule verloren die Kinder ihre Scheu und tobten begeistert in der Sporthalle, auf der Judo-Matte im Body Building Raum und staunten bei der Führung am Schießstand und den Waffenerklärungen.

"Auch das ist eine gute Erfahrung heute" meinte Uwe Franke, Organisator der jährlichen Erholungsaufenthalte, und bedankte sich herzlich für die Gastfreundschaft von Manfred Weber, Andreas Borchert und deren Kollegen.Die Einladung zum gemeinsamen Essen in Eddies Kombüse im Vereinskrankenhaus beendete dieses spannende Erlebnis.

Anrührende Musik

Speele. Für ihren unvergesslichen Erholungsaufenthalt bedankten sich auch die diesjährigen Kinder aus der Region um Tschernobyl und ihre Betreuer am 31. Juli mit einer anrührenden Abendmusik in der Speeler Friedenskirche.

Sichtlich ergriffen lauschten die Zuhörer den frisch vorgetragenen Liedern der Kinder und den begabten jungen Solisten Ewelina (Querflöte), Jurij (Klavier) und Albina (Saxophon) sowie Diana (Gesang). Die Herzen der Zuhörer waren schnell erobert. Musikalität, ein Geschenk, das ihnen in die Wiege gelegt wurde.

Organisator Uwe Franke dankte herzlich den Sponsoren und Helfern dieser Ferienzeit, ohne die ein solches Projekt undenkbar sei. Eindrucksvoll berichtete er von seiner Reise in die Ukraine, seinen Besuchen in 38 Not leidenden Familien und einem Waisenhaus, der Wichtigkeit seiner errichteten Suppenküche für Straßenkinder, den unglaublichen armen Zuständen allgemein und der Tatsache, dass sich seit der Perestroika nichts verbessert, sondern alles dramatisch verschlechtert habe. Er appellierte überzeugend für die Notwendigkeit dieser jährlichen Erholungsaufenthalte und an die Anwesenden, ihre Hilfsbereitschaft fortzusetzen.

Die Qual der Wahl

Staufenberg-Speele. 36 Kinder im Alter von sieben bis vierzehn Jahren und ihre Betreuer aus der Region Tschernobyl, die zur Zeit im Haus Waldfried in Staufenberg-Speele auf Initiative der Tschernobylkinderhilfe um Dörte und Uwe Franke zur Erholung weilen, genossen glücklich ihren "Schuhkauf" im Kasseler Siemes Schuhservice. Ein Paar je nach eigener Wahl und ein Paar für die häuslichen Verhältnisse bei Matsch und Winterwetter. Die Qual der Wahl war groß, insbesondere bei den Mädchen, die fasziniert vom High-Heel-Angebot waren.

Eingeladen hatte wieder mal Lydia Weber / Weber Versicherungen, dank Spenden der von ihnen vertretenen Versicherungsunternehmen.Diese sorgen alljährlich dafür, dass jedes Kind der jeweiligen Erholungsgruppe aus der Ukraine zwei Paar Schuhe erhält, eine kaum vorstellbare Kostbarkeit für die kleinen verstrahlten Seelen.

Mit den Kindern freuten sich aufrichtig die freundlichen Verkäuferinnen des Siemes Schuhservices und maßen unermüdlich die Füße ihrer jungen Kunden.Zur Stärkung und Durstlöschung ging es dann zu McDonalds in der Kohlenstraße in Wilhelmshöhe, wo sie herzlich empfangen und zusätzlich mit kleinen Geschenken verwöhnt wurden. Als begeisterter Dank erschallte zum Abschied ein fröhliches, lautes "Spasiba".

Märchenhaft

Ziegenhagen. Der Besuch im Erlebnispark Ziegenhagen bei Familie Surup bewies sich für die 36 Kinder und ihre Betreuer aus der Region um Tschernobyl ohne Zweifel als der Höhepunkt ihres Erholungsaufenthaltes.

Märchenhafte Überraschungen im Dornröschenschloss, Abenteuer in dem weitläufigen Parkgelände, Aktion und Spiel, Tiere und Natur, Museen und Ausstellungen ließen sie staunen und animierten zum Mitmachen und –fahren, zum Rutschen und in die Luft springen, zum Toben mit Spaß und Freude. Da schmeckten die mitgebrachten Grillwürstchen in der großen Grillhütte des Frau Holle Märchenlandes ganz besonders und gaben Kraft für weitere Aktivitäten.

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