Sparkassen-Kunden sollten derzeit investieren statt sparen

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(V.li.) Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, Michael Kühlewindt, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Münden, Bürgermeister Harald Wegener und Thomas Scheffler Vorsitzender des Vorstandes.

Tipps vom Fachmann: Vortrag zur Geldanlage von Dr. Ulrich Kater im Welfenschloss

Hann.Münden.Zum Infoabend der Sparkasse Münden waren zahlreiche Interessierte in den Rittersaal im Welfenschloss gekommen. Für Dr. Ulrich Kater war der Vortrag am vergangenen Donnerstag ein „Heimspiel“, denn der Chefvolkswirt der Deka Bank studierte u.a. in Göttingen. Thomas Scheffler, Vorsitzender des Sparkassen-Vorstandes, stellte den Referenten zu Beginn des Abends kurz vor. Neben Lehr- und Forschungstätigkeiten u.a. in Köln war dieser mehrere Jahre im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt zuständig. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen. In einer „Welt ohne Zinsen“, so Scheffler, wird Kater „Wahrscheinlichkeiten verraten, auf welche Szenarien wir uns einstellen müssen“.

Kater sprach über die Ereignisse des ersten Halbjahres: Trump wurde Präsident von Amerika, die „Briten schotten sich ab“. Er erwähnte auch den Dieselskandal. Die „Strafzahlungen stehen in keinem Verhältnis, was die Deutsche Bank zahlen muss“. Schwerwiegender sei das verspielte Vertrauen in diese Industrie. „Uns bewegen die großen Trends“, zum Beispiel wie es in Amerika weitergehe und die Negativzinsen. Zu Trump sagte er, der sei ins Amt gekommen, „weil er die Probleme benannt hat“, leider habe er aber keine Lösungen. Wenn Trump Arbeitsplätze zurückholen wolle, müsse er „die Zeit zurückdrehen“. Gegenüber den 60er Jahren sei die Industrie im Vergleich zu den Dienstleistungen in Deutschland um fast 27 Prozent zurückgegangen. Damals waren die Arbeitsplätze in den Fabriken wichtig, man konnte auch „ohne Ausbildung gutes Geld verdienen“. Parallele zog er zu der Zeit vor 100 bis 150 Jahren. Die meisten Beschäftigten gab es damals in der Landwirtschaft. Mit der Industrialisierung sind die Menschen in die „Städte geströmt“. „Ähnliches erleben wir auch heute“, diesmal von der Industrie in den Dienstleistungssektor. Die Herausforderung sei der „Umbau von Wirtschaft und Sozialsystemen“. Seiner Meinung nach liegt die Lösung in „Bildung und Ausbildung“.

Stärker als die Europäer träfe der Brexit Britische Firmen. Er wird keinen Dominoeffekt auslösen. Die Finanzkrise von 2007, insbesondere entstanden durch die zu hohe Kreditaufnahme in den USA, sei aber noch nicht gelöst. „Zinsen werden von der Zentralbank bestimmt“ nicht von Sparkassen. Der Hauptgrund für die Null-Zinsen-Politik von Mario Draghi, sei der Versuch, sich langsam aus der Krise „herauszuschleichen“. (Draghi ist Präsident der Europäischen Zentralbank). Der Prozess wird noch fünf bis zehn Jahre dauern. Finanzmärkte stecken die Probleme weg, Immobilienmärkte seien konstant, die Auswirkungen begrenzt. Der Zins wird zurückkehren, aber zunächst nur die Inflation ausgleichen. Wie soll man nun Vermögen aufbauen? „Ein Festhalten an den beliebtesten Geldanlagen der Deutschen, wie „Kopfkissen“, führt zur schleichender Enteignung“. Die Versicherungen seien gezwungen, Geld in Staatsanleihen anzulegen, zurzeit zu Nullzinsen. Sein Rat: „Investieren statt sparen“ und zwar langfristig „direkt in die Wirtschaft über Wertpapiere“, aber nicht nur.

Die DekaBank Deutsche Girozentrale hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main. Sie ist „bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts“ und „das Wertpapierhaus der Sparkassen".

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