Spielplatz ohne Geräte: Anlage am Kattenbühl wurde zurück gebaut

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Dieser Haufen Holz war mal eine Rutsche.

Der Abenteuerspielplatz Kattenbühl, so wie ihn viele kannten und schätzten, ist Geschichte. Die noch verbliebenen hölzernen Spielgeräte wurden zersägt, die kurzen Balkenstücke aufeinandergestapelt. Das Forstamt begründet das mit Sicherheitsgefährdung.

Hann. Münden. Traurig schaut sich eine junge Mutter auf dem Abenteuerspielplatzes um und verzieht auf die Frage, ob sie sich den Besuch des Geländes so vorgestellt hätte, das Gesicht und schüttelt den Kopf: „Ich wusste nicht was hier los ist und dachte den Spielplatz gibt es noch.“ Gemeinsam mit ihrem Kleinkind an der Hand läuft sie noch eine Weile über das umgeworfene hohe Gras und verschwindet wenig später mit ihren Kleinwagen. Zurück kommt sie vermutlich nicht mehr.

Der Abenteuerspielplatz Kattenbühl, so wie ihn viele kannten und schätzten, ist Geschichte. Die noch verbliebenen hölzernen Spielgeräte wurden zersägt, die kurzen Balkenstücke aufeinandergestapelt. Auf einem Findling liegt das zerschnittene Metallseil der einstigen Seilbahn, aufgewühlte in einer Ecke liegen herausgerissene Fundamente zur Abholung bereit. Das einzige was noch steht, ist die Grillhütte am Ende des Platzes. Einen Hinweis am Eingang der Anlage, der das Bild erklärt, gibt es nicht. Holger Sparbier, Vorsitzender des Fördervereins Abenteuerspielplatz Kattenbühl, ist enttäuscht. „Das war einmal der schönste Spielplatz Mündens“, sagt er nachdenklich und schüttelt den Kopf. Bereits im Juli hätten ihm die Niedersächsischen Landesforsten mitgeteilt, dass man mit dem Gedanken spiele die Anlage zu schließen. Der Grund: Es habe immer wieder Vandalismus gegeben.

Überlegung des Vereins, sich aufzulösen

Der Förderverein, der sich vor zweieinhalb Jahren gründete, beabsichtige sich Ende des Jahres aufzulösen. Man sei von des Landesforsten immer hingehalten worden, wenn es darum gegangen sei Spielgeräte anzuschaffen oder sich an der Pflege des Platzes zu beteiligen. Dabei habe es ortsansässiger Unternehmen gegeben, die helfen wollten: „Die Firma Oppermann aus Hedemünden wollte Sand für den Sandkasten spenden und das Unternehmen Heger Solutions wollte Kameras aufhängen, die das Gelände überwachen. Bei den Vorhaben ist es geblieben, die Landesforsten lehnten ab.“ Der Eigentümer habe in den letzten Jahren nur noch zurück-, aber nichts wieder aufgebaut.

Forstamt: Anlage aus Sicherheitsgründen gesperrt

Michael Rudolph, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten für die Region Süd, teilte auf Anfrage mit, dass man sich zu einer Schließung des Abenteuerspielplatzes entschlossen habe, weil man die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleisten könne: „In der Vergangenheit prägten hinterlassene Müllreste, verteilte Glasscherben und Vandalismus das Bild. Die Spielgeräte waren nicht mehr aufrecht zu erhalten. Wir konnten Kindern nicht länger zumuten sich einer solchen Gefahr auszusetzen und bitten bei der Bevölkerung um Verständnis.“ Immerhin soll die Grillhütte vorerst erhalten bleiben. Ob es für die Anlage auf Dauer weitergehen könne, würde die Zukunft zeigen. Das Forstamt führe derzeit Gespräche, darunter auch mit der Stadt. Man wolle eine Lösung finden, unter welchen Voraussetzungen der Spielplatz weitergeführt werden könne. Einen zeitlichen Rahmen nannte Rudolph nicht. Ein Schild mit dem Hinweis auf die vorübergehende Schließung sei mehrfach von Unbekannten entfernt worden. Fest stehe, der Platz sei bis auf weiteres geschlossen.

Zu der Kritik des Fördervereins äußerte sich der Pressesprecher zurückhaltend. Zu dem Vorwurf, dass man dem Förderverein den Zutritt zur Anlage verwehrt hätte, könne er nichts sagen, da er bei dem Gespräch nicht dabei gewesen sei. Zu der Idee mit der Kamera-Überwachung verwies Rudolph auf mögliche Verletzungen der Persönlichkeitsrechte. Dazu müsse man Juristen befragen. Für Bürgermeister Harald Wegener ist der Erhalt der Anlage durch die Landesforsten und der Einsatz des Fördervereins ein wichtiges Anliegen: „Die Verunreinigungen und der unsägliche Vandalismus sind ein Zustand der nicht zu tolerieren ist. Dieser Spielplatz ist ein wichtiger Naherholungsort für Familien mit Kindern“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Stadt habe ihren Teil zur Pflege des Abenteuerspielplatzes beitragen wollen. Die Kommunalen Dienste Münden (KDM) hätten zu einer Pauschale die Mäharbeiten durchgeführt, was aber zum vereinbarten Betrag von dem Betrieb nicht mehr zu leisten gewesen sei – daher sei es zum Wildwuchs auf der Anlage gekommen.

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