Stadtführergilde erinnert an 30-jährigen Krieg

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Die Mündener Stadtführergilde lädt Ende Mai zu einer Zeitreise in die dunkle Vergangenheit der Dreiflüssestadt ein.

Mündens grausamste Kapitel: Hunger, Krieg und Beulenpest

Hann. Münden. Mit dem Aufstand der protestantischen Stände in Böhmen und dem Prager Fenstersturz im Mai 1618 begann für Europa der Dreißigjährige Krieg, der verheerende Verwüstungen anrichtete und in seiner Dauer, seiner Brutalität und dem verursachten Leid alles zuvor Dagewesene in den Schatten stellte. Auch Münden wurde nicht davon verschont und mit der Eroberung der Stadt durch den katholischen Feldherrn Tilly im Mai 1626 (später „Blutpfingsten“ genannt), bei der über 2000 Menschen auf grausame Weise ihr Leben lassen mussten, folgten Jahre des Elends und der Seuchen. Nicht zuletzt durch die noch jahrelange Belagerung und die Versorgung der fremden Soldaten litten Mündens Bürger unter Armut und Not, auch Handel und Schifffahrt der zuvor blühenden Stadt waren fast völlig zum Erliegen gekommen.

Mündens grausamstes Kapitel

Wie erging es den Mündenern in dieser schrecklichen Zeit? Das ist das Thema eines szenischen Stadtrundgangs mit Mitgliedern der Stadtführergilde, der am Sonntag, 27. Mai, um 14.30 Uhr vor dem Rathaus beginnt. Begleitet von einem Chronisten und der Stadtmusikantin erfahren die Teilnehmer an verschiedenen Orten vom Schicksal der Witwen und Waisen, von den Sorgen des Stadtkämmerers, der Mühsal der Handwerker und vom gefährlichen Leben einer Marketenderin auf ihrem Weg durch zerstörte Städte und Dörfer. Und natürlich darf Asmus Teufel nicht fehlen, der die Stadt gegen die anstürmenden Söldner so tapfer verteidigte. Lassen Sie sich mitnehmen zu dem grausamsten Kapitel unserer Stadtgeschichte.

Nach so viel Aufregung erwartet die Gäste dann auf dem Rathausplatz ein kleiner Imbiss mit „Mündener Broyhahn“ und den „Kanonenkugeln“ des Asmus Teufel. Wir freuen uns auf Sie. Karten gibt es in der Buchhandlung Winnemuth und der Tourist-Info im Rathaus. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder bis 14 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen zahlen nichts.

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