Stallpflicht für Geflügel im Landkreis Göttingen endet am Donnerstag

Gefahr gebannt: Verfügung für "Aufstallung" wird aufgehoben

Göttingen/Hann. Münden. Die Stallpflicht für Geflügel im Landkreis Göttingen wird beendet. Als Ergebnis der aktuellen Risikobewertung des Fachbereichs Veterinärwesen und Verbraucherschutz kann die tierseuchenrechtliche Verfügung vom 27. Dezember aufgehoben werden. Damit endet die Stallpflicht am kommenden Donnerstag. Lokale Geflügel- oder Vogelausstellungen ortansässiger Kleintierzuchtvereine können wieder durchgeführt werden. Trotz der Aufhebung der Stallpflicht ist mit Blick auf die Geflügelpest weiterhin Vorsicht geboten. Seit November 2016 gab es mehr als 50 Ausbrüche bei Nutzgeflügel (einschließlich Vogelhaltungen in Zoos) und rund 700 Fällen bei Wildvögeln. Dies ist das bisher umfangreichste bekannte Geflügelpestgeschehen in Deutschland. Der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz weist darauf hin, dass die Biosicherheitsmaßnahmen weiterhin penibel zu beachten und einzuhalten sind. Dies gilt auch in Hobby- und sonstigen kleinen Geflügelhaltungen.

Zu den Biosicherheitsmaßnahmen gehört insbesondere:

- Ein- und Ausgänge zu Ställen oder sonstigen Standorte des Geflügels sind gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren zu sichern.

- Von betriebsfremden Personen dürfen Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden. Die Schutz- und Einwegkleidung ist nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich abzulegen.

- Schutzkleidung muss nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und desinfiziert werden. Einwegkleidung ist nach Gebrauch unverzüglich unschädlich zu beseitigen (Restmüll).

- Es müssen Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten werden.

Auch von Hobby- und sonstigen kleinen Geflügelhaltungen ist ein Bestandsregister zu führen. Darin sind Name und Anschrift des Tierhalters mit der zugehörigen Betriebsregistriernummer, Anzahl der durchschnittlich im Jahr gehaltenen Tiere, die Nutzungsart und der Standort einzutragen. Zu- und Abgänge sind zu dokumentieren mit Anzahl, Art, ggf. Transporteur, bisherigem und neuem Halter. Sollten Tiere verenden, ist dies mit der Anzahl und Datum zu vermerken. Bei erhöhten Verlusten, auch bei auffälligem Rückgang der Legeleistung oder der Gewichtszunahme ist der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Göttingen zu informieren (Kontakt unter 0551-5252493).

Grundsätzlich gehört zu den Biosicherheitsmaßnahmen, dass bei der Freilandhaltung von Geflügel sichergestellt ist, dass Geflügel nur an Stellen gefüttert wird, die nicht für Wildvögel zugänglich sind. Das Geflügel darf nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. Außerdem müssen Futter und Einstreu so gelagert werden, dass es für Wildvögel nicht zugänglich ist. Gleiches gilt auch für Gegenstände wie zum Beispiel Mistgabeln, Eimer und dergleichen, mit denen das gehaltene Geflügel in Berührung kommen kann. Dies ist wichtig, da Ausscheidungen infizierter Wildvögel zur Verbreitung des Geflügelpestvirus beitragen können. Darüber hinaus sollte jeglicher Personenkontakt mit dem Geflügel, den Ausläufen und Stallungen möglichst geringgehalten werden, um Virus-Verschleppungen beispielsweise über Schuhwerk zu vermeiden. Jeder Geflügelhalter ist aufgerufen, die vorbeugenden Schutzmaßnahmen einzuhalten.

Rubriklistenbild: © dpa

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