Aus der Sicht Luthers

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(V.li.) Landessuperintendent aus dem Sprengel Hildesheim-Göttingen, Eckhard Gorka, Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener, Martin Deutsch, Vorstand Einbecker Brauerei, und Klaus Raschka, Organisation Einbecker Brauerei.

Rede zur 34. Stapelmahlzeit befasste sich mit der Weltanschauung des Reformators

Hann.Münden. Das Fest der „Stapelmahlzeit“ gründet sich auf Ideen von Mündener Einzelhändlern, die bereits im Jahr 1983 als „Mündener Werbegemeinschaft“ mit der Stadtverwaltung diese Veranstaltungen durchgeführt haben. Mit diesem Fest wird an das 1247 durch Herzog Otto verliehene Stapelrecht erinnert, das „über viele Jahrhunderte“ Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges von Münden war. Zur 34. Stapelmahlzeit begrüßte Bürgermeister Harald Wegener am Samstag im Rathaussaal die Vertreterinnen und Vertreter der Mündener Gilde. Ebenso Carolina Böhm, Stadträtin des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf, Partnerstadt „seit 56 Jahren“, und Frank Stryga, stellvertretend für die Partnerstädte Chelmno, Holon und Suresnes. Ferner zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik Wirtschaft, verschiedenen Einrichtungen und Bürgerinnen und Bürger. Besonders dankte er den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Denkmal-Kunst-Festivals im Fachwerk5Eck. Bereits zum vierten Mal in Folge unterstützte die Einbecker Brauhaus AG die Stapelmahlzeit. Martin Deutsch vom Vorstand und Klaus Raschka von der Organisation tranken gemeinsam mit Landessuperintendent Eckhard Gorka und Wegener die ersten Schlucke des frisch gezapften Bieres. Den Humpen mit dem Motiv des Geschwister-Scholl-Hauses und den beiden Wappen von Münden und Chelmno konnten die Gäste zur Erinnerung mit nach Hause nehmen. Seit 25 Jahren besteht die Städtepartnerschaft mit Chelmno. Zum fünften Mal hatte das Ratsbrauhaus den Service für die traditionelle Mahlzeit übernommen. Rouladen vom Schwein, gefüllt mit Sauerkraut, in Einbecker Bier-Senf-Sauce mit Kartoffelstampf, schmeckten vorzüglich. „Ein besonderer Tag“ so Wegener „für den Chef Guido Einecke“, denn er feierte an diesem Tag seinen 51. Geburtstag.

Festvortrags-Thema: ,Kirche und Obrigkeit’

Eckhard Gorka hielt den Festvortrag mit dem Thema „Kirche und Obrigkeit“, respektive „Kirche und Staat“. Im 500. Jahr der Reformation erläuterte er die Sichtweise Martin Luthers. Es gehe „um die Geltung des Wortes Gottes und nicht um einen Geltungsanspruch der Kirche“. „Deshalb hat die Kirche nicht das Recht, die Sache Gottes und des Glaubens mit weltlichen Machtmitteln zu betreiben. Umgekehrt gilt für die weltliche Obrigkeit, dass sie nicht den Auftrag und die Macht hat, über den Glauben der Gewissen zu gebieten.“ Der Landessuperintendent aus dem Sprengel Hildesheim-Göttingen führte weiter aus: Früher gab es Obrigkeit und Untertanen, heute sind es Regierende und Regierte. „Die demokratische Staatsform setzt die Menschenwürde und das Recht auf Selbstbestimmung voraus. Begrenzung der Macht und Kontrolle der Machtausübung sind deshalb Grundelemente einer demokratischen Verfassung“. Als Dank für die Rede überreichte Wegener den traditionellen Stapelhumpen „für die nächsten zwei Jahre“. Der Humpen geht jeweils wechselweise an den Festredner.

Das Posaunentrio „Zug um Zug“ spielte „Kammermusik mit einem Hauch von Jazz“. Zum offiziellen Abschluss sangen die knapp 150 Besucherinnen und Besucher das Stapelmahlzeit-Trinklied nach der Melodie „Hoch auf dem gelben Wagen“ mit dem Text von Rudolf Drewniok. Der Erlös aus der Stapelmahlzeit geht an das Projekt „Café Kinderwagen“ im „Mehr!Generationenhaus“. Zielgruppe sind alle Eltern mit Kindern von Null bis drei Jahren. Der Blumenschmuck kam von der Gärtnerei Wenzel und die Fanfarenklänge, mit denen die Höhepunkte des Abends angekündigt wurden, von Spielern des Red Stars Drum & Buggle Corps.

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