Starker Rückgang der Unfallzahlen in Hann. Münden: Corona beeinflusst die Statistik

Auto rast an Fahrradfahrer heran
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Im vergangenen Jahr stiegen laut Polizeieinschätzungen mehr Menschen aufs Zweirad um. Dennoch senken die Unfallzahlen dieser Verkehrsteilnehmer leicht.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats (PK) Hann. Münden (Stadt Hann. Münden, Stadt Dransfeld und Gemeinde Staufenberg) im vergangenen Jahr von 1.033 auf 813 gesunken (-21 Prozent).

Hann. Münden/Staufenberg/Dransfeld. Spürbarer Rückgang von Verkehrsunfällen in der Region: „Diese positive Entwicklung der Gesamtzahlen ist sicher einem veränderten Mobilitätsverhalten anlässlich der Coronapandemie und den damit verbundenen Beschränkungen geschuldet. Diese Entwicklung spiegelt sich erfreulicherweise auch in den Unfallfolgen wieder“, informiert Polizeihauptkommissar Mathias Klausch, Leiter Einsatz- und Streifendienst. Dementsprechend ist die Zahl der bei Verkehrsunfällen schwer verletzten Personen auf 13 (30 in 2019) und die der leicht verletzten Personen auf 93 (128) gesunken. Im Jahr 2020 erlitt im Zuständigkeitsbereich eine Person (5) tödliche Verletzungen.

Diese positive Entwicklung setzte sich auch bei den verletzten Kindern fort. Es wurden 4 (8) Kinder bei Verkehrsunfällen leicht verletzt. Bei den jungen Fahranfängern sehen wir eine Entwicklung von 17 (28), bei den Senioren (ab 60 Jahre) von 15 (23) verletzten Verkehrsteilnehmern. „Auch wenn diese grundsätzlich erfreuliche Entwicklung den pandemiebedingten Einschränkungen geschuldet sein dürfte, wird die Polizei Hann. Münden weiter auf Prävention, aber im erkannten Falle auch auf Repression von groben Fehlverhalten setzen“, teilt Klausch mit.

Handys am Steuer bleiben ein Problem

Als Hauptunfallursachen spielt neben Geschwindigkeitsüberschreitungen, Fehler beim Wenden, Rückwärts-, Ein- und Ausfahren, Abbiege- und Vorfahrtverstößen, sowie Unterschreitung des Sicherheitsabstandes auch zunehmend die Nutzung von Handys eine Rolle. „Dementsprechend werden die Beamten der Polizei Hann. Münden ihr Augenmerk auf die Überwachung und Ahndung von Verstößen gegen Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie die Nutzung von Rückhaltesystemen und mobilen Endgeräten konzentrieren“, so Klausch weiter.

Die Zahl von Verkehrsunfallfluchten ist analog der Gesamtunfallzahlen leicht gesunken, in der Zahl von 226 auf 196. Neben dieser Reduzierung konnte auch die Aufklärungsquote mit 88 Fällen auf fast 45 Prozent erhöht werden. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholbeeinflussung konnte im zweiten Jahr in Folge leicht gesenkt werden 12 (15). Es wurden 25 (32) Autofahrer von den Beamten der Polizei Hann. Münden ermittelt werden, die vor Antritt der Fahrt Alkohol getrunken hatten. Ein deutlicher Rückgang ist bei den Fahrzeugführern festzustellen, die ihr Fahrzeug unter dem ‚Einfluss von Drogen führten 29 (63). Dementsprechend spielen auch Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss keine nennenswerte Rolle 3 (3).

Das hohe Niveau der Wildunfälle 203 (227) hat auch in diesem Jahr keine wesentliche Veränderung erfahren. Demnach sind nunmehr immerhin etwa 25 Prozent der Gesamtunfälle der hiesigen waldreichen Gegend geschuldet.

Blick auf die Zweiradfahrer

Im vergangenen Jahr sind viele Fahrzeugführer auf das Fahrrad oder Pedelec umgestiegen. Insgesamt wurden 18 Verkehrsunfälle mit dieser Personengruppe polizeilich aufgenommen. Bei 12 (13) Unfällen davon wurden die Fahrzeugführer verletzt. 15 (28) Kradfahrer wurden bei Verkehrsunfällen verletzt, darunter auch der bereits erwähnte tödlich verletzte Verkehrsteilnehmer.

„Die Reduzierung der Gesamtunfallzahlen ist aus polizeilicher Sicht eine erfreuliche Entwicklung. Das gilt auch für die Entwicklung der Unfallfolgen. Trotz der Herausforderungen durch die Pandemie werden wir auch im Kalenderjahr 2021 zielgerichtet die Überwachung der erkannten Hauptunfallursachen durch geplante Kontrollaktionen aber auch durch Verkehrsüberwachung im alltäglichen Streifendienst fortsetzen. Dabei werden wir durch Aufklärungsaktionen auch der präventiven Unfallverhütung ein besonderes Augenmerk geben“, so das Fazit von Mathias Klausch.

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