Staufenberger wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

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Hann. Münden. Ein 34-Jähriger aus Staufenberg ist heute vom Amtsgericht Hann. Münden wegen fahrlässiger Tötung zu einer Zahlung von 3.600 Euro (9

Hann. Münden. Ein 34-Jähriger aus Staufenberg ist heute vom Amtsgericht Hann. Münden wegen fahrlässiger Tötung zu einer Zahlung von 3.600 Euro (90 Tagessätze à 40 Euro) verurteilt worden. Der Angeklagte war am 19. August 2012 mit seinem Wagen auf der Bundesstraße 496 unterwegs gewesen und hatte beim Abbiegen auf dem Autohof an der Autobahn A 7 einen Motorradfahrer übersehen. Es kam zum Zusammenstoß. Der Kradfahrer flog über das Auto des 34-Jährigen hinweg und erlitt dabei schwere Kopfverletzungen, denen er noch am Unfallort erlag. Der Unfallverursacher hatte noch Erste Hilfe geleistet und den Verletzten bis zum Eintreffen des Rettungswagens reanimiert.

"Es tut mir unendlich leid für den Schmerz und die Wut, die ich der Familie des Opfers zugefügt habe. Ich würde den Unfall gern rückgängig machen, wenn ich könnte. Das geht leider nicht", sagte der Angeklagte mit bewegter Stimme im Gerichtssaal. Eine 21-jährige Studentin sowie eine 47-jährige Mündener Polizistin wurden als Zeuginnen befragt. Während die Studentin nur vage den Unfallhergang beschreiben konnte, erinnerte sich die Polizistin noch genau an die Situation unmittelbar nach dem Unfall. Der  Angeklagte habe zwar unter Schock gestanden, einen sichtlich betroffenen Eindruck gemacht, aber dennoch eine Aussage machen wollen, die Schuld sofort auf sich genommen. Beim Abbiegen habe der Angeklagte auf die Benzinpreistafel des Autohofs geachtet, den Motorradfahrer deshalb übersehen.Ein unmittelbar durchgeführter Drogen- und Alkoholtest sei negativ verlaufen.

Diese Umstände hielten ihm schließlich Richter und Staatsanwaltschaft zugute. Zudem hätte der 34-Jährige von sich aus zu keinem Zeitpunkt die Geschwindigkeit des Motorradfahrers in Frage gestellt. Laut Gutachten der DEKRA sei dieser auch mit den erlaubten 70 km/h unterwegs gewesen. Strafrichter Wilfried Kraft bezeichnete den Unfall als sehr tragisch. Durch einen Moment der Unachtsamkeit sei ein Mensch ums Leben gekommen.

Ein gerechtes Urteil für die Angehörigen des Opfers im Sinne von Vergeltung könne das Strafmaß durchaus nicht erfüllen. Laut Kraft stoße das Strafrecht hier an seine Grenzen. An dem tragischen Ausgang des Unfalls hätte auch eine Freiheitsstrafe nichts geändert. Mit dem Urteilsspruch wäre zwar die Strafrechtliche Seite des Falls abgeschlossen. Doch mit den Folgen seines Augenblicksversagens müsse der 34-Jährige ein Leben lang fertig werden. Das könne ihm keiner abnehmen. "Unachtsamkeiten passieren leider immer wieder. Keiner kann sich davon freisprechen. Wirklich schlimm ist es, wenn sie solche Folgen nach sich ziehen", so Kraft.

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