Sterbende begleiten lernen ist aller Ehren wert

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Gemeinsamer Abschluss auf der Hospizterrasse: Die Frauen, die erfolgreich an der Qualifizierungsmaßnahme teilgenommen haben mit (von re.) Hospizleiterin Manuela Brandt-Durlach, den Koordinatorinnen/Ausbilderinnen Eva Maschinski (ambulanter Hospizdienst Alpha) und Gabriele Holtmeyer (freie Referentin) sowie Andreas Przykopanski (Geschäftsführer AWO GSD Betreuung, li.).

Hann. Münden. 13 Ehrenamtliche für die Hospizarbeit haben ihre Ausbildung beendet.

Hann. Münden. Nach einem "Talentaufruf" startete genau vor einem Jahr - im August 2013 - ein Ausbildungskurs mit dem Titel "ehrenWert" für Ehrenamtliche in der hospizlichen Begleitung. In zwölf Monaten erarbeiteten sich die Teilnehmerinnen in 86 Theoriestunden Themen wie die Begleitung Sterbender, Kommunikation mit Schwerstkranken und ihren Angehörigen sowie Hand- und Fußmassage. Praktika, Seminarwochenenden und Supervision zur fachlichen Unterstützung der Arbeit gehörten außerdem zum Programm."Schwerkranke und sterbende Menschen zu begleiten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Deswegen ist es wichtig, gut auf diese Arbeit vorbereitet zu sein", betonte der Planungsbeauftragte Friedhelm Hallmann der AWO Gesundheitsdienste Betreuung gGmbH (AWO GSD B). Durch das Programm "ehrenWERT" zur Förderung des Ehrenamtes der Klosterkammer Hannover war es möglich, eine qualifizierte Ausbildung zu finanzieren.

Die Koordinatorinnen und Ausbilderinnen waren Eva Maschinski (ambulanter Hospizdienst Alpha, Hann. Münden) und Gabriele Holtmeyer (freie Referentin). Zusätzlich referierte Manuela Brandt-Durlach, Leiterin des stationären Hospiz Hann. Münden, zu  wichtigen Themen aus Theorie und Praxis  Im Mittelpunkt der Hospizarbeit steht der schwerstkranke Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen sowie seine Angehörigen und Nahestehenden. Zu den häufig geäußerten Wünschen gehört es, bis zum Lebensende zu Hause im vertrauten Umfeld bleiben zu können. Dies zu ermöglichen, ist eine der wesentlichen Aufgaben der ambulanten Hospizdienste. Ist jedoch eine gute und sichere Versorgung in der häuslichen Umgebung nicht mehr gewährleistet, bietet das stationäre Hospiz Hann. Münden mit acht Zimmern eine Alternative für das Zuhause.

Menschen mit schweren Erkrankungen, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, bedürfen einer palliativenVersorgung, bei der dann nicht mehr die Heilung und Lebensverlängerung im Vordergrund steht, sondern derbestmögliche Erhalt der Lebensqualität, Nähe, Zuwendung und die Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen. Das erfordert eine intensive Zusammenarbeit aller an der Betreuung beteiligten Haupt- und Ehrenamtlichen.Der Einsatz im Praktikum im Rahmen des Ehrenwert-Programms erfolgte wahlweise mit dem ambulanten Hospizdienst im häuslichen Umfeld, in Pflegeheimen, der Palliativstation des Nephrologischen Zentrum Niedersachsen oder im stationären Hospiz Hann. Münden. Die Praktikumszeit wurde von Eva Maschinski und Manuela Brandt-Durlach begleitet und so stand immer eine Ansprechpartnerin zur Verfügung. Durch das Praktikum konnte jeder die verschiedenen Einsatzbereiche und Orte kennenlernen. Bei einem gemeinsamen Brunch kam auch die Geselligkeit in der Gruppe nicht zu kurz, die gemeinsam viele interessante Stunden erlebt  hat und auch weiterhin die vertrauensvolle Gemeinschaft pflegen will."Danke sagen wir Kursteilnehmerinnen, dass uns die Lukasgemeinde die schönen Räumlichkeiten des Gemeindehauses für die Ausbildung zur Verfügung gestellt hat", so Teilnehmerin Jutta Sallwey. "Unser besonderer Dank geht an die Klosterkammer Hannover und die AWO GSD B als Träger des Hospizes, die diese Ausbildung finanziert haben. Nun verfügen wir über ein gutes theoretisches und praktisches Wissen in der Begleitung von schwerstkranken Menschen und wir gehen mit einem sicheren Gefühl an unsere ehrenamtliche Arbeit."

Mit der Übergabe der Zertifikate der AWO Akademie Hannover fand die Ausbildung in einer Feierstunde imHospiz Hann. Münden ihren Abschluss. Das Ehrenamt ist eine der  tragenden Säulen der ambulanten und der stationären Hospizarbeit. "Durch Ihre Arbeit leisten Sie als Ehrenamtliche nicht nur einen unverzichtbaren Beitrag in der Begleitung der Betroffenen, sondern Sie tragen wesentlich dazu bei, dass sich in unserer Gesellschaft ein Wandel im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen vollzieht", dankte Andreas Przykopanski, Geschäftsführer des Hospizträgers AWO GDS-B, den Teilnehmerinnen.Wer Interesse an einer Mitarbeit als Ehrenamtliche/r in der Hospizarbeit hat, kann sich informieren beim stationären Hospiz Hann. Münden (Manuela Brandt-Durlach), Tel. 05541/ 95447-0 oder beim ambulanten Hospizdienst Alpha Hann. Münden (Eva Maschinski), Tel. 05541/9819-19.

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