Aus Stolpersteinen Bausteine gemacht

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Hann. Münden. Nach Aussagen des Landtagsabgeordneten Ronald Schminke (SPD) zu urteilen, glich die Zusammenführung des Nephrologischen Zentrums Nied

Hann. Münden. Nach Aussagen des Landtagsabgeordneten Ronald Schminke (SPD) zu urteilen, glich die Zusammenführung des Nephrologischen Zentrums Niedersachsen (NZN) und des Evangelischen Vereinskrankenhauses (VKH) einer zehntägigen Not-OP.Am Montagabend ließen die Beteiligten an der Krankenhausfusion nach der Vertragsunterzeichnung die vergangenen Tage nochmal Revue passieren: "Wir standen stark unter Zeitdruck. In kürzester Zeit konnten wir von einer schlechten in eine gute Situation gelangen", so Schminke, der sich noch gut daran erinnert, wie er an Heiligabend und Silvester die Station rauf und runter gerannt sei, um die nervösen Mitarbeiter auf den neuesten Stand zu halten.Besorgt sei auch der Stadtchef gewesen, denn die Insolvenz des VKH drohte: "Bis zum vergangenen Freitag, 12.53 Uhr, war die Spannung ziemlich hoch. Dann lief endlich das Fax der Kommunalaufsicht mit der Genehmigung der Fusion ein. Mehrmals im Jahr müssen wir so etwas nicht haben. Es war schon  eine tolle Leistung, das Ganze in kürzester Zeit rechtssicher zu machen und die vielen Stolpersteine in Bausteine umzuwandeln", sagte der sichtlich erleichterte Klaus Burhenne. Die Grund- und Regelversorgung im Mittelzentrum zu halten sei wichtig, um den Einwohnern weiterhin kurze Wege zu ermöglichen, so der Bürgermeister weiter.Zweigleisig bis 2015

Volker Behncke, Geschäftsführer der AWO Gesundheitsdienste gGmbH (AWO GSD), gab eine grobe Marschrichrichtung für die kommenden drei Jahre vor. Die Versorgung würde zunächst an beiden Standorten fortgeführt. Man wolle Synergien nutzen, sich vernetzen und den Schwerpunkt auf die Geriatrie setzen, die aufgrund der demografischen Entwicklung vorangetrieben werden müsse. Neuer Verantwortlicher im zum "Krankenkaus Hann. Münden" umgetauften VKH werde ab sofort Dr. Christoph Wegener sein.

Keine personellen Konsequenzen

Die Befürchtungen, dass die Fusion personelle Konsequenzen haben werden, konnte Behncke entkräften: "Es gibt keine Veranlassung Mitarbeitern zu kündigen. Die Übernahme der Trägerschaft durch die AWO hat keinerlei Auswirkung auf die Mitarbeiter. Ganz im Gegenteil, denn der Notlagetarifvertrag, der im vergangenen Jahr noch galt, soll aufgelöst werden", so Behncke weiter. Also werde auch mehr Geld gezahlt. Ziel im Krankenhaus Hann. Münden soll zunächst sein die Belegung von 69 auf 80 Prozent zu steigern.

Dafür brauche man alle Arbeitskräfte, die bislang unter schwierigen Bedingungen gute Arbeit geleistet hätten. "Jeder der sich integrieren möchte ein Netzwerk im Sozialgesundheitsbereich mit aufzubauen, das sich sehen lassen kann, ist herzlich dazu eingeladen", so Behncke. Das NZN am Vogelsang solle in den nächsten drei Jahren erweitert werden, damit 2015 das VKH dahin umziehen könne. Kritik übten Schminke und der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Martin Bretzler, an der Behauptung der Linken, die Fusion würde Kündigungen nach sich ziehen (die Mündener Rundschau berichtete): "Hier wurde grundlos mit den Ängsten der VKH-Mitarbeiter gespielt. Das haben sie nicht verdient, denn sie haben großes geleistet", so Bretzler.Das sei absoluter Unsinn gewesen und entspäche nicht der Wahrheit, so Schminke. Nach 2015 werde das NZN sogar noch mehr Mitarbeiter brauchen, weil die Aufgabenbereiche erweitert würden.

n Hann. Münden. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Göttingen zeigt sich sehr erfreut über die Entscheidung des Innenministeriums, dass nun der Landrat des Landkreises Göttingen die Genehmigung zur Fusion der beiden Krankenhäuser Ev. Vereinskrankenhaus Hann. Münden (VKH) und Nephrologisches Zentrum der AWO-Gesundheitsdienste gGmbH (AWO-GSD) in eigener Zuständigkeit erteilen kann. "Eine weitere juristische Hürde ist damit genommen und Landrat Reuter, der bereits die wohlwollende Prüfung erklärt hat, wird nun in eigener Zuständigkeit über die Fusion der beiden Krankenhäuser VKH und AWO-GSD entscheiden," erklärt Jörg Wieland, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.Diese wichtige struktur-, regional und gesundheitspolitische Maßnahme schafft Sicherheit für die zukünftige Gesundheitsversorgung für die  Menschen in Hann. Münden und der Region. Darüber hinaus werden die Arbeitsplätze der hoch qualifizierten Beschäftigten gesichert. Das ist ein schönes Ergebnis der Bemühungen  des Mündener SPD-Landtagsabgeordneten Ronald Schminke, der sich noch am Freitagmorgen im Ministerium für die Genehmigung eingesetzt hat.Linke mit Kommunikation unzufrieden

Der Umgang der SPD und anderer Involvierter mit Informationen im Vorfeld der Übernahme des Evangelischen Vereinskrankenhauses gGmbH durch die AWO-GSD, Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste gGmbH ist äußerst bedauerlich und höchst bedenklich. Hier wurden nicht "alle" Mitglieder des Rates der Stadt Hann. Münden über eine bevorstehende Insolvenz des VKH informiert. Das betrifft unter anderem die Ratsfrau der Linken. Es ist nicht zu akzeptieren, dass einige Ratsmitglieder in solch wichtiger Angelegenheit nur scheibchenweise durch die Berichterstattung einiger Personen in der Presse über den angeblichen Stand der Dinge erfahren. Die Information über eine bevorstehende Insolvenz sollte wohl offensichtlich nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Ich betone hier noch einmal ausdrücklich - Die Linke ist für den Erhalt der Arbeitsplätze und die Standortsicherung der Krankenhausversorgung in Hann. Münden. Aus diesem Grund fordert Die Linke ein langfristiges Personalsicherungskonzept über das Jahr 2015 hinaus, um die bestehenden Arbeitsplätze und damit auch die Qualität der Gesundheitsversorgung in der Region um Hann. Münden zu sichern. Verunsichernd hingegen sind die verschiedenen Äußerungen von Herrn Behncke, Geschäftsführer der AWO-Gesundheitsdienste. Hier ein Auszug aus der Berichterstattung des Göttinger Stadt Radios vom 4. Januar 2012: "Die Bettenzahl werde sich verringern, die Zahl der Mitarbeiter voraussichtlich steigen", kündigte Behncke an (Ende des Auszugs). In der Presse hingegen beteuert Herr Behncke, dass es keinen Bettenabbau geben wird.

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